Manchmal
wenn ich so allein Zuhause sitze, und vielleicht auch so gerade an der Grenze von Erschöpfung und Überreizung rumeiere,
dann öffnen sich bei mir innen die Grenzen, und ich bin irgendwie an sehr vielen Orten gleichzeitig. Die Glotze ist aus, es ist still, bis auf das Prasseln der Regentropfen an meinem Dachfenster, ich sitze auf meinem Stuhl vor dem Computer, werfe ab und zu einen Blick auf mein Hundele, welches auf dem Sofa pennt, und gleichzeitig bin ich woanders.
Das ist mehr als Reisen in der Fantasie, was dann in mir passiert.
Mir wird bewusst, daß ich auf einer riesengroßen Kugel lebe, mit Milliarden von Schicksalen, und daß in genau diesem Moment überall um mich herum so viel passiert. Es wird gelitten, geschossen, gestorben, geboren, geliebt, getanzt, gegessen, geschlafen, gerannt, gehungert, gemordet, geheiratet. Irgendwo erwacht ein Mensch in einer Hütte und entfacht sich ein Feuer, irgendwo anders schmückt sich eine Frau mit Diamanten, irgendwo wird ein Kind gequält, ein anderes feiert Geburtstag mit seinen Freunden. Irdendwo liegt einer weinend in der Gosse, ein anderer poliert sein Auto. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, und es ist sicher, daß es Tausendfach geschieht, das Leben, der Tod, die Freude, die Trauer, Liebe, Hass.
Ich habe dann das Gefühl zu verschwinden in der Masse und Fülle der Geschehnisse, sehe mich von aussen, als winzig, winzig kleinen Punkt auf dieser riesengroßen Kugel, auf der überall in jeder Sekunde so viel passiert.
Hört sich vielleicht ein bißchen wahnsinnig an.
Fühlt sich auch nicht wirklich gut an, aber irgendwie echt.
Denn genauso ist es ja.
Vielleicht ist das ja so ein "Weihnachtszeit"-Syndrom, und hat mit meinem Besuch heute in der Stadt zu tun. Die meisten rennen umeinander rum, mit großen Tüten in den Händen und einem gehetzten Blick, den Blick auf die Auslagen konzentriert, und man gewinnt das Gefühl, daß sie nichts sehen, nichts wirklich um sie herum wahrnehmen, und ich ertappte mich selber dabei, mit meinen Tüten in den Händen, und mit dem Gefühl, nur schnell durch, nur schnell weg.
Gerade am sogenannten Fest der Liebe scheint es niemals deutlicher zu werden, an wieviel Liebe es tatsächlich oft zu mangeln scheint. Alle scheinen sich und ihre Bedurfnisse so wichtig zu nehmen, und das müssen sie wohl auch:
Die Verkäufer in den Ständen, damit sie genug verdienen, die Käufer, damit sie genug sparen und trotzdem alle ihre Geschenke zusammenbekommen, alle wollen ihre Bedürfnisse erfüllt sehen, oder zumindest das, was sie für ihre Bedürfnisse halten.
Entschuldigt mich, ich glaube, ich habe das wohl jedes Jahr um diese Zeit. Und gerade weil ich dann ganz besonders das Gefühl habe, daß jeder Mensch hier mit Scheuklappen durch die Gegend zu laufen scheint, kommt bei mir dieses seltsame "Globalgefühl" hoch.
Aber ich habe das Gefühl gerade auch, weil ich nicht nur ahne, sondern weiß, daß ein Mensch im Sterben liegt, und ein anderer sehr, sehr leidet.
Die Hilflosigkeit, die dabei hoch kommt, überwältigt mich, und dennoch muss ich es genau so annehmen.
Ich versuche jetzt, wieder zu mir zurückzukehren, zu meinem winzigen Leben, das genauso wichtig (oder unwichtig) ist, wie die Milliarden anderer. Das Entsetzen dort zu lassen und nur die Liebe mitzunehmen.
Schlaft Alle gut!
dann öffnen sich bei mir innen die Grenzen, und ich bin irgendwie an sehr vielen Orten gleichzeitig. Die Glotze ist aus, es ist still, bis auf das Prasseln der Regentropfen an meinem Dachfenster, ich sitze auf meinem Stuhl vor dem Computer, werfe ab und zu einen Blick auf mein Hundele, welches auf dem Sofa pennt, und gleichzeitig bin ich woanders.
Das ist mehr als Reisen in der Fantasie, was dann in mir passiert.
Mir wird bewusst, daß ich auf einer riesengroßen Kugel lebe, mit Milliarden von Schicksalen, und daß in genau diesem Moment überall um mich herum so viel passiert. Es wird gelitten, geschossen, gestorben, geboren, geliebt, getanzt, gegessen, geschlafen, gerannt, gehungert, gemordet, geheiratet. Irgendwo erwacht ein Mensch in einer Hütte und entfacht sich ein Feuer, irgendwo anders schmückt sich eine Frau mit Diamanten, irgendwo wird ein Kind gequält, ein anderes feiert Geburtstag mit seinen Freunden. Irdendwo liegt einer weinend in der Gosse, ein anderer poliert sein Auto. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, und es ist sicher, daß es Tausendfach geschieht, das Leben, der Tod, die Freude, die Trauer, Liebe, Hass.
Ich habe dann das Gefühl zu verschwinden in der Masse und Fülle der Geschehnisse, sehe mich von aussen, als winzig, winzig kleinen Punkt auf dieser riesengroßen Kugel, auf der überall in jeder Sekunde so viel passiert.
Hört sich vielleicht ein bißchen wahnsinnig an.
Fühlt sich auch nicht wirklich gut an, aber irgendwie echt.
Denn genauso ist es ja.
Vielleicht ist das ja so ein "Weihnachtszeit"-Syndrom, und hat mit meinem Besuch heute in der Stadt zu tun. Die meisten rennen umeinander rum, mit großen Tüten in den Händen und einem gehetzten Blick, den Blick auf die Auslagen konzentriert, und man gewinnt das Gefühl, daß sie nichts sehen, nichts wirklich um sie herum wahrnehmen, und ich ertappte mich selber dabei, mit meinen Tüten in den Händen, und mit dem Gefühl, nur schnell durch, nur schnell weg.
Gerade am sogenannten Fest der Liebe scheint es niemals deutlicher zu werden, an wieviel Liebe es tatsächlich oft zu mangeln scheint. Alle scheinen sich und ihre Bedurfnisse so wichtig zu nehmen, und das müssen sie wohl auch:
Die Verkäufer in den Ständen, damit sie genug verdienen, die Käufer, damit sie genug sparen und trotzdem alle ihre Geschenke zusammenbekommen, alle wollen ihre Bedürfnisse erfüllt sehen, oder zumindest das, was sie für ihre Bedürfnisse halten.
Entschuldigt mich, ich glaube, ich habe das wohl jedes Jahr um diese Zeit. Und gerade weil ich dann ganz besonders das Gefühl habe, daß jeder Mensch hier mit Scheuklappen durch die Gegend zu laufen scheint, kommt bei mir dieses seltsame "Globalgefühl" hoch.
Aber ich habe das Gefühl gerade auch, weil ich nicht nur ahne, sondern weiß, daß ein Mensch im Sterben liegt, und ein anderer sehr, sehr leidet.
Die Hilflosigkeit, die dabei hoch kommt, überwältigt mich, und dennoch muss ich es genau so annehmen.
Ich versuche jetzt, wieder zu mir zurückzukehren, zu meinem winzigen Leben, das genauso wichtig (oder unwichtig) ist, wie die Milliarden anderer. Das Entsetzen dort zu lassen und nur die Liebe mitzunehmen.
Schlaft Alle gut!
momoseven - 2012/12/15 23:58
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