Mone´s Blätternumerologie

Nach ausgiebigem, visuellen Durchstreifen der mir täglich begegnenden aussterbenden Blattpopulation ist mir eine weitere, interessante Gattung untergekommen, die der Krypto-Blätter. Diese sind das Ergebniss einer Symbiose von Blattartigem und dem, immer im Herbst auftauchenden, unsichtbaren Blattschreiberwurm, den man in die Gruppe der kreativen Zersetzungslebewesen einreihen kann.
Diese Kleinstgetiere, die sich ausschliesslich durch Fressen des ihnen entgegengesetzten Wiederstandes fortbewegen, pflegen eine fast künstlerisch zu benennende Spur zu hinterlassen, die durch die Hinterlassung ihrer Exkremente im hinteren Bereich ihrer Bahn entsteht, sie schreiben sozusagen mit ihrer eigenen Scheisse.
Dabei entstehen mitunter die wunderlichsten Formen, aber auch ganz vertraut scheinende "Niederschriften"
Auffällig ist die Vorliebe manch dieser Wesen für geometrische Formen, und erkennbare Zeichen, wie z.B. unsere Zahlen.
Nach ersten empirischen Messungen ergab sich eine starke Vorliebe für die Zahl 5, und auch die 3, während es schwierig war, eine vernünftige 4 aufzutreiben, und die 8 mangels gültiger Funde aus dem Glotzblattmilieu eingeschmuggelt wurde.

Doch seht nun selbst:


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Ist unsere Natur nicht wundervoll?
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Wer leidet schon gerne?

Nach inbrünstigem, erholsamem an meinem Dinkelkornkissen lauschen und räkelnd-wohligem Aufwachen finde ich mich, meinen Tee neben mir, auf meinem Sofa wieder (denn heute ist Ausruhen angesagt), und merke, daß ich wirklich woanders stehe, als vorher, denn der automatische Revuepassierungsmechamismus ist angelaufen, und der kommt , genau wie Herpesbläschchen, immer dann, wenn etwas überstanden ist. Ganz, ganz überstanden ist es ja noch nicht, aber wenn sich mir innerlich ein Rückblick aufdrängt, bedeutet das in der Regel, daß ich mich bereits fast ausserhalb der Situation befinde, alles bereits von einer anderen Warte betrachten kann. Ich weiss inzwischen, wie wichtig es für mich ist, meine Lebensgeschehnisse sorgfältig aufzuarbeiten, damit mache ich mir den Weg nach Vorne klarer, denn wenn ich dauernd zurückblicken muss, während ich schon wieder weitergehe, stolpere ich leichter.
Unter all den Ratschlägen, Vorschlägen, Beurteilungen und Vorwürfen die ich mir im letzten Jahr habe anhören dürfen/müssen, ist mir ein Satz, ausgesprochen von 2 , auf den ersten Blick völlig verschiedenen Personen meines näheren Umfeldes, besonders im Hirn haften geblieben:
Du leidest zu gerne!
Dabei war nicht das Selbstmitleid gemeint, daß auch mich von Zeit zu Zeit überfallen hat, das heulende Elend schmerzwacher Nächte, der blasse, augenberingte Bademantellook, das oft erfolglos unterdrückte Entgleisen meiner Gesichtszüge ob innerer Schmerzattacken,
sondern etwas Grundlegend anderes, was ich im Schreiben dieses Beitrags versuchen will, zu verstehen, denn für mich ist das eine ungeheuerliche Aussage.
Ich habe sehr lange nachgesonnen, ob da etwas Wahres an dieser Aussage sei, wie es meine Art ist, lange nach eigener Schuld geforscht, mir selbst Vorwürfe gemacht, mich noch strenger und unnachgiebiger als sonst beurteilt, gar nach masochistischen Tendenzen in mir gesucht, wusste aber tief innen die ganze Zeit, daß DAS, was mit mir passiert ist, mir nicht EINE Sekunde Spass gemacht hat, mich weder glücklich gemacht hat, noch mir irgendeine Befriedigung verschafft hat.
Erst jetzt, langsam zurückkehrend zu einem gesunden Körpergefühl, jetzt, wo ich diese Befreiung erfahren darf, dämmert mir das Zerstörerische an dieser Aussage, und was so ein Satz aussagen kann über den, der ihn ausspricht.
Da mir beide Personen bekannt sind, lassen sich durch genaueres Beobachten einige Gemeinsamkeiten herausfiltern:
Intelligent, aber nicht Intellektuell. Sehr sensibel. Extrem schwierige Kindheit, mit fortdauernden Problemen im Umgang mit den Eltern. Eigene, lange Leidenszeit. Ein gewisses Mass an Verbitterung. Häufiges Betonen der eigenen Misstände. Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit, welches durch Tüchtigkeit übertüncht wird. Eine gewisse Selbstgerechtigkeit, gepaart mit einer hohen Wachsamkeit gegenüber grenzüberschreitenden Eingriffen von Aussen.
Jetzt, wo ich das gerade hier zusammengesammelt habe, mir den Tonfall der Personen in Erinnerung rufe, mir deren Geschichte, und unsere gemeinsame Geschichte ansehe, komme ich auf ein ganz unglaubliches, geradezu paradoxes Ergebniss:
Dieser Satz drückt, über 1000 Ecken und hintenrum:
NEID aus. Neid, vermischt mit einem Riesen-Selbstschutz, und das Ungesagte hinter dieser Aussage scheint zu sein:
DIR geht es doch viel besser als mir, DU hast nie soviel Leid erfahren, wie ich, Du hast doch gar keinen Grund zu leiden, wenn ich es schon nicht tue, wenn ICH mich soooo beherrsche, immer soooo zusammenreisse, während Du Dich hier gehen lässt. Ich will mich auch mal so ins Leiden fallenlassen dürfen, aber ich darf nicht, ich gestatte es mir nicht, und darauf bin ich-verdammt -noch-mal stolz.
Jetzt, wo ich es verstehe, wo es mich nicht mehr persönlich angreift und an mir selbst zweifeln lässt, kann ich das Entstehen einer solchen Aussage verstehen, die Gefühle nachvollziehen.
Interessanterweise sind diese Personen in ihrem Leben ständig mit Leid konfrontiert, sei es durch eine Soziale Berufswahl, oder im privaten Bereich durch die permanente Nähe einer, öfter kranken Person. Freiwillig. Helferlein-Syndrom. Leicht Säuerliche Bitterkeit.
Angemerkt sei noch, daß dieser Satz auch nicht als der freundliche, etwas hilflos-verzweifelte Versuch, mir einen heilsamen Tritt in den Arsch zu verpassen, gewertet werden kann.
Den habe ich auch oft genug bekommen, um das unterscheiden zu können.
Nein, dieser Satz hat mir in dem Moment jeweils äusserst wirksam den Boden unter den Füssen weggezogen, und ich bin jetzt froh, nach den Hintergründen gesucht zu haben, und meinen Frieden damit machen zu können, eine für mich überaus wichtige Sache, die mich letztlich dazu befähigt, verstehendes Mitgefühl auch für diese Seite entwickeln zu können, und auch wieder mehr meinem eigenen "Detektor für Scheiss" Gefühl zu vertrauen.
Es sei noch gesagt, daß ich auf meinen zurückliegenden Weg auch ganz wunderbare, stärkende und weiterbringende Sachen gesagt bekommen habe, und leuchtendes, warmes Mitgefühl, welches auch ohne grosse Worte auskommt, und durch Raum und Zeit zu strahlen vermag.
Nein, ich leide nicht gerne, obwohl ich VIEL leiden musste in meinem Leben.
Ich fühle eher immer, immer mehr die Verpflichtung, den Anreiz, die Freude, über mein eigenes Leiden hinwegzukommen, denn ich weiss, wenn es mir gut geht, kann ich viel Gutes tun, und dahin zukommen, das ist mein heiligstes Ziel.
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