Das Schwitzhüttenevent
Ich melde mich zurück mit einem wieder rasend schnellen Laptop und mit großer Erleichterung, daß ich heute noch frei habe, denn mein Wochenende war eher nicht schlafintensiv, aber ansonsten großartig, und mit der ganz frischen Erinnerung, die zu verarbeiten ich sicher eine ganze Weile brauchen werde, habe ich Euch ein paar Eindrücke mitgebracht.
Der Anlass für diese Schwitzhütte war die Herbst- TagundNachtGleiche am 22. September. Der Ort ein kleiner, sehr schön gelegener Hof irgendwo tief in der Pampa, ca. 100 km von meinem Wohnort entfernt. Der von einem sehr lieben Ehepaar bewirtschaftete Hof mit Feuerstellen, gemütlichem Raum mit Riesenofen, und einem riesigen Raum voller duftendem Heu, in dem ich schlief, mit Veranda und einem zauberhaften Platz für das Ritual lag in einer Mischung aus Wald und Wiesen, und es war allein schon herrlich, mal alles hinter mir zu lassen, und einfach woanders zu sein.
Von den ca. 15 Teilnehmern kannte ich nur zwei, (und lernte den Rest in den 2 Tagen besser kennen), allesamt waren mir aber sofort symphatisch. Auch die Leitung der Schwitzhütte und insgesamt die Haltung aller Anwesenden war angenehm unabgehoben, kein aufdringlich pseydo-esoterisches Gerede oder Gehabe, weil bei sowas geht bei mir sofort der Rollanden runter.
Es gab viel Zeit um anzukommen, allzeit frischen Kaffee, einen Spatziergang durch den wunderbaren Wald, bei dem ich auch eine Menge Pilze entdeckte, und vor allem wunderbares Wetter an beiden Tagen, mit viel Sonne und herrlichem Mondenschein.
Dennoch gab es eine Menge zu tun, denn wir sammelten und bereiteten alles gemeinsam vor. So holten wir aus dem nahegelegenen Bach die Steine, die später in der Glut erhitzt werden würden, und die wir zuvor in ein großes Medizinrad legten, durch das man gehen konnte, und sich innerlich auf die Zeremonie einstimmen konnte. Auch das Holz für das große Feuer sammelten wir gemeinsam.
Das Gerüst für die Hütte war bereits zur Frühlings - TagundNachtgleiche gebaut worden

Das Kraut in und um die Hütte musste entfernt werden (wobei wir einige der Kräuter, die wir dort fanden, wie Zinnkraut und Frauenmantel, für einen Tee behielten)

Der Holzhaufen war am Schluß doppelt so groß, es wurde sogar ein abgestorbener Baum gefällt.

Hier die fertig vorbereitete Schwitzhütte. Mit vielen Decken belegt, bildet sie einen geschlossenen Raum, in dem man im Kreis zusammensitzt, und in dessen Mitte die glühenden Steine gebracht werden. Wenn die Tür geschlossen ist, ist es stockdunkel, und man sieht nur die Glut in der Mitte.

Rechts von der Hütte wurde aus dem Aushub des Loches ein kleiner Altar geformt, auf den man Dinge legen kann, die sich während des Rituals mit Kraft aufladen sollen, und die man dann wieder mit Nachhause nimmt.

Ich fand es sehr schön, daß neben den indianischen Symbolen genauso viel Platz für Indische war. Was auch für die angenehm undogmatische Atmosphäre dort sprach.
Das Feuer war insgesamt natürlich der Klops

Wir zündeten es am späten Nachmittag noch im Sonnenlicht an, und letzlich war ich bis 5 Uhr morgens unter dem Mondlicht in seiner Nähe.


Während das Feuer anbrannte, trommelten und sangen wir, viele hatten indianische Schamanentrommeln dabei

aber auch 3 Djembés (darunter natürlich meine) reihten sich in die Klänge mit ein.
Die eigentliche Schwitzhütte dauerte insgesamt fast 2 Stunden, wobei 4 mal glühende Steine reingebracht wurden, in die erst Kräuter und dann Wasser gegeben wurde. Auch hier galt angenehmes Alles-kann-nix-muss, man konnte nackt oder auch bedeckt in die Hütte gehen, man konnte drinnen bei den verschiedenen Runden, in denen man die Möglichkeit hatte, etwas auszusprechen (wahrzunehmen) laut sprechen, oder es für sich denken und dann "Ho!" sagen, es wurde getrommelt, gesungen, gebrummt, geseufzt, gestöhnt, geschluchzt, gelacht, und natürlich wurde geschwitzt.
Nach 2 Durchgängen, bei dem immer die Tür ein paar Minuten geöffnet wurde, verließen wir die Hütte, und legten uns ins kühle Gras und schauten schweigend zu den inzwischen aufgegangenen Sternen. Die Person, die sich um das Feuer kümmerte, brachte jedem frisches Wasser, und dann gingen wir wieder in die Hütte.
Ich muss sagen, das war schon heftig heiss, vor allem beim letzten Durchgang, unser Leiter hat aber im Vorfeld ein paar sehr hilfreiche Sachen gesagt, wie wir mit dieser Hitze umgehen können, und so war ich tatsächlich überrascht, als es zu Ende war, und ich es gut überstanden hatte. In Sauna z.B. sitze ich immer ganz unten, und eigentlich habe ich auch früher oft Platzangst in engen, dunklen Räumen gekriegt, und auch da jetzt ein paarmal gedacht, jetzt geht es nicht mehr. Durch mich hinlegen, und mich nicht gegen die Hitze wehren konnte ich die schwierigsten Momente überstehen. Tatsächlich habe ich da drin jedes Zeitgefühl verloren, und war durch die Dunkelheit und das Schwitzen und durch das Singen viel mehr mit meinem Körper verbunden, und auch die Anderen waren, obwohl ich sie nicht sah, durch die gemeinsame Situation sehr nah.
Als wir am Schluss wieder rauskrabbelten, ging der Mond über dem Wald auf, ein wunderbarer Moment.
Danach gab es lecker vegetarisches Essen und Zusammensitzen am Kaminofen, dann doch ziemlich viel Wein und lange Gespräche am Lagerfeuer bis zum Umfallen ins duftende Heu.
Viele blieben, so wie ich, am Sonntag noch bis Nachmittags, das Wetter war herrlich, ich gab auch noch eine Trommelstunde, und die Verabschiedungen waren sehr herzlich und mit langer Umarmung.
Zur Frühlings TagundNachtgleiche möchte ich da gerne wieder hin.
:-)
Der Anlass für diese Schwitzhütte war die Herbst- TagundNachtGleiche am 22. September. Der Ort ein kleiner, sehr schön gelegener Hof irgendwo tief in der Pampa, ca. 100 km von meinem Wohnort entfernt. Der von einem sehr lieben Ehepaar bewirtschaftete Hof mit Feuerstellen, gemütlichem Raum mit Riesenofen, und einem riesigen Raum voller duftendem Heu, in dem ich schlief, mit Veranda und einem zauberhaften Platz für das Ritual lag in einer Mischung aus Wald und Wiesen, und es war allein schon herrlich, mal alles hinter mir zu lassen, und einfach woanders zu sein.
Von den ca. 15 Teilnehmern kannte ich nur zwei, (und lernte den Rest in den 2 Tagen besser kennen), allesamt waren mir aber sofort symphatisch. Auch die Leitung der Schwitzhütte und insgesamt die Haltung aller Anwesenden war angenehm unabgehoben, kein aufdringlich pseydo-esoterisches Gerede oder Gehabe, weil bei sowas geht bei mir sofort der Rollanden runter.
Es gab viel Zeit um anzukommen, allzeit frischen Kaffee, einen Spatziergang durch den wunderbaren Wald, bei dem ich auch eine Menge Pilze entdeckte, und vor allem wunderbares Wetter an beiden Tagen, mit viel Sonne und herrlichem Mondenschein.
Dennoch gab es eine Menge zu tun, denn wir sammelten und bereiteten alles gemeinsam vor. So holten wir aus dem nahegelegenen Bach die Steine, die später in der Glut erhitzt werden würden, und die wir zuvor in ein großes Medizinrad legten, durch das man gehen konnte, und sich innerlich auf die Zeremonie einstimmen konnte. Auch das Holz für das große Feuer sammelten wir gemeinsam.
Das Gerüst für die Hütte war bereits zur Frühlings - TagundNachtgleiche gebaut worden
Das Kraut in und um die Hütte musste entfernt werden (wobei wir einige der Kräuter, die wir dort fanden, wie Zinnkraut und Frauenmantel, für einen Tee behielten)
Der Holzhaufen war am Schluß doppelt so groß, es wurde sogar ein abgestorbener Baum gefällt.
Hier die fertig vorbereitete Schwitzhütte. Mit vielen Decken belegt, bildet sie einen geschlossenen Raum, in dem man im Kreis zusammensitzt, und in dessen Mitte die glühenden Steine gebracht werden. Wenn die Tür geschlossen ist, ist es stockdunkel, und man sieht nur die Glut in der Mitte.
Rechts von der Hütte wurde aus dem Aushub des Loches ein kleiner Altar geformt, auf den man Dinge legen kann, die sich während des Rituals mit Kraft aufladen sollen, und die man dann wieder mit Nachhause nimmt.
Ich fand es sehr schön, daß neben den indianischen Symbolen genauso viel Platz für Indische war. Was auch für die angenehm undogmatische Atmosphäre dort sprach.
Das Feuer war insgesamt natürlich der Klops
Wir zündeten es am späten Nachmittag noch im Sonnenlicht an, und letzlich war ich bis 5 Uhr morgens unter dem Mondlicht in seiner Nähe.
Während das Feuer anbrannte, trommelten und sangen wir, viele hatten indianische Schamanentrommeln dabei
aber auch 3 Djembés (darunter natürlich meine) reihten sich in die Klänge mit ein.
Die eigentliche Schwitzhütte dauerte insgesamt fast 2 Stunden, wobei 4 mal glühende Steine reingebracht wurden, in die erst Kräuter und dann Wasser gegeben wurde. Auch hier galt angenehmes Alles-kann-nix-muss, man konnte nackt oder auch bedeckt in die Hütte gehen, man konnte drinnen bei den verschiedenen Runden, in denen man die Möglichkeit hatte, etwas auszusprechen (wahrzunehmen) laut sprechen, oder es für sich denken und dann "Ho!" sagen, es wurde getrommelt, gesungen, gebrummt, geseufzt, gestöhnt, geschluchzt, gelacht, und natürlich wurde geschwitzt.
Nach 2 Durchgängen, bei dem immer die Tür ein paar Minuten geöffnet wurde, verließen wir die Hütte, und legten uns ins kühle Gras und schauten schweigend zu den inzwischen aufgegangenen Sternen. Die Person, die sich um das Feuer kümmerte, brachte jedem frisches Wasser, und dann gingen wir wieder in die Hütte.
Ich muss sagen, das war schon heftig heiss, vor allem beim letzten Durchgang, unser Leiter hat aber im Vorfeld ein paar sehr hilfreiche Sachen gesagt, wie wir mit dieser Hitze umgehen können, und so war ich tatsächlich überrascht, als es zu Ende war, und ich es gut überstanden hatte. In Sauna z.B. sitze ich immer ganz unten, und eigentlich habe ich auch früher oft Platzangst in engen, dunklen Räumen gekriegt, und auch da jetzt ein paarmal gedacht, jetzt geht es nicht mehr. Durch mich hinlegen, und mich nicht gegen die Hitze wehren konnte ich die schwierigsten Momente überstehen. Tatsächlich habe ich da drin jedes Zeitgefühl verloren, und war durch die Dunkelheit und das Schwitzen und durch das Singen viel mehr mit meinem Körper verbunden, und auch die Anderen waren, obwohl ich sie nicht sah, durch die gemeinsame Situation sehr nah.
Als wir am Schluss wieder rauskrabbelten, ging der Mond über dem Wald auf, ein wunderbarer Moment.
Danach gab es lecker vegetarisches Essen und Zusammensitzen am Kaminofen, dann doch ziemlich viel Wein und lange Gespräche am Lagerfeuer bis zum Umfallen ins duftende Heu.
Viele blieben, so wie ich, am Sonntag noch bis Nachmittags, das Wetter war herrlich, ich gab auch noch eine Trommelstunde, und die Verabschiedungen waren sehr herzlich und mit langer Umarmung.
Zur Frühlings TagundNachtgleiche möchte ich da gerne wieder hin.
:-)
momoseven - 2013/09/23 12:16
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