Eine der bösesten Fallen, in die man als Hochsensible geraten kann, ist die Kluft, die sich zwischen der eigenen Wahrnehmung und der Wahrnehmung anderer, auftun kann.
Ich weiss, daß mich einige meiner Mitmenschen manchmal für dickköpfig und rechthaberisch halten, wenn ich bestimmte Meinungen von mir vertrete. Ich bin ein sehr sorgfältiger Mensch und prüfe alles doppelt und dreifach, wenn ich etwas behaupte und die Jahre haben mir gezeigt, daß ich oft recht hatte, viel öfter, als mir lieb war. Ich kann aber auch zugeben, wenn ich Unrecht habe. Als Hochsensibler hat man tatsächlich viel mehr Information zur Verfügung, um sich ein Bild zu, machen, ein Bild, daß auch Wandel und Veränderung mit einbezieht, aber auch die Vergangenheit , Gegenwart und Zukunft nicht unberücksichtigt lässt. Das hat nichts mit Hellsehen zu tun, man verknüpft einfach eine grosse Menge mehr Einzelbeobachtungen zu einem Ganzen, man kriegt mit, ob jemand die Wahrheit sagt, oder sogar, ob er sich selbst belügt, ganz unfreiwillig bekommt man manchmal den tiefsten Schmerz eines Menschen mit, man spürt feinste Veränderungen in der Gesamtenergie, man sieht sofort, wie jemand drauf ist, und wenn man Pech hat, hat man nie gelernt, sich gegen diese Flut an Informationen abzuschotten. Vielleicht wäre ich eine ganz gute Detektivin geworden.
Besonders übel wird es, wenn einem die Eigenwahrnehmung für sich selbst abgesprochen wird. Hat man z. B. wie ich gerade das Pech, an einen stoischen Schulmediziner zu geraten, in dessen Horizont Hochsensibilität nicht vorkommt, dann hab ich diese Bombardierung mit immer stärkeren Schmerzmitteln zu ertragen, und wenn ich sie selber absetze, weil ich langsam das Gefühl habe, vergiftet zu werden, behindere ich die Behandlung, und wenn ich eine Zweitmeinung einzuholen wünsche, bin ich ein schwieriger Patient. Ich aber weiß ziemlich genau, wo ich stehe, schliesslich stecke ich in diesem Körper, und ich werde immer beunruhigter, was ich wahrnehme, gefällt mir gar nicht, und ich bin keine Schwarzseherin, sondern ein grundsätzlich optimistischer Mensch.
Im Moment warte ich auf den Termin nächste Woche, bei einem Arzt, der ein guter Diagnostiker sein soll, ich hoffe, er ist einfach auch ein guter, kreativ denkender, mitfühlender Mensch, der meine Wahrnehmung zumindest ernstnimmt, und mich nicht so im Regen stehen lässt, wie es mir gerade passiert.
Langsam komme ich an meine Grenzen.
momoseven - 2008/09/23 12:40
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An Schlaf ist im Moment nicht zu denken, weil ich doofe Nuss vorhin eine halbe Tasse Kaffee mitgetrunken habe, beim freitagabendlichen Kaffeekränzchen. Schmeckt halt so gut, und riecht auch so lecker. Hat was, wenn alle bedächtig an ihrer Tasse schlürfen und "Mjam!" machen.
Trommeln oder Schlagzeug, richtig angewendet, macht auch eher wach, als müde, und dumpfe Schmerzen, die immer wieder durch den Medikamentennebel dringen, tragen gerade auch nicht zur völligen Entspannung bei.
Bin gerade wieder kurz vor dem Punkt, den Hochsensible als Überreizung kennen, und der selbst bei zuviel positivem Input eintreten kann, denke zum Teil so schnell, daß ich meinen eigenen Gedanken gar nicht mehr folgen kann, meine Haut kribbelt und krabbelt, weil ich überall meine Körperhaare spüre, spüre jeden Milimeter meines Körpers, Übelkeit, Lust, Aufregung, Freude und auch Verzweiflung. Selbst die relative Stille ist laut, habe das Gefühl, ich kann die Stromkabel singen hören, und mein Herz wummert in den Ohren.
Ein nicht enden wollend strömender Gedankenfluss versucht alle wichtigen Geschehnisse und Erkenntnisse der letzten Tage zu verwalten und zu ordnen, und das waren Viele, komplizierte und mich sehr bewegende Sachen, und all dies kann ich gleichzeitig wahrnehmen, hier jetzt, während ich schreibe.
Kein Wunder, daß mir manchmal von mir selber schwindelig wird!
momoseven - 2008/09/20 00:53
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Dieser Freitagabend war der Tag, vor dem sich alle die ganze Woche schon gefürchtet hatten, der Schwede war nämlich mit Kochen dran. Und um es ehrlich zu sagen, Kochen ist nicht so sein Ding (er ist der mit dem Gemüsematsch), und normalerweise herrscht beim Essen betretenes Schweigen. Dafür hinterlässt er die Küche immer sehr viel sauberer, als er sie meist vorfindet, und kann Kaffee kochen. Heute aber hat er uns alle überrascht, und was wirklich leckeres gekocht, und wir konnten auch ihn endlich mal mit gutem Gewissen ordentlich, nach allen Regeln der Kunst beleidigen, - und wer fing dann mit den Rattenschwänzen an...?
Ich habe in der Küche gegessen.
Trotz meiner relativen, derzeitigen, körperlichen Schwäche habe ich zumindest den Trick raus, 2 Stunden Schlagzeug zu spielen, ohne daß mir irgendwelche Arme abfallen, oder mir das Kreuz abbricht, dafür hab ich mir mehrmals einen Stick auf die Nase gehauen. Auch die Cajon hat heute echt gefetzt. Und ich habe festgestellt, daß ich mich auch ohne Alkohol ausgelassen und entspannt fühlen kann. Habe die Freundlichkeit und Erleichterung in der Gruppe gespürt, was sehr schön war.
Ja, schön war´s !
momoseven - 2008/09/19 22:15
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Drogen gab es schon immer in der Weltgeschichte, und es gab auch immer das Problem der Menschen, sie maßlos zu mißbrauchen. Der Mensch neigt dazu, sich die einfachsten und bequemsten Wege zu suchen, um ein bisschen Glück zu ergattern, lieber Vergessen als Klarheit zu suchen, und darum greifen Drogen bei uns so gut, greift sich die Abhängigkeit uns als willkommene Opfer, weil sie um diese Schwäche weiss.
Die Droge raubt uns mit der Zeit , unmerklich erst, dann immer vehementer die Liebe und den Respekt zu uns selbst, und wenn wir das verloren haben, werden wir auch unfähig, diese Liebe und den Respekt nach aussen zu geben. Wir geraten in einen Teufelskreis von Selbsthass und Weltschmerz und Schuldgefühlen, den wir dann wieder mit der Droge zu betäuben versuchen. Wir verlieren den realen Kontakt zur Aussenwelt, zu unseren Mitmenschen, weil uns die Droge in einem, aus unserer Sicht gerechtfertigten Selbstmitleid gefangen hält, welches wir glauben, verteidigen zu müssen, manchmal mit unnachgiebig scheinender Härte, die uns auf Dauer furchtbar einsam macht. Irgendwann sind es nicht mehr wir, die handeln, sondern die Droge tut es für uns, wir überlassen es ihr, weil sie sich alles von uns an sich gerissen hat. Dafür schenkt sie uns süsses Vergessen, Erleichterung, ein zumindest temporäres Gefühl der Unschuld, die Entschädigung für das, was sie uns genommen hat, uns immer wieder verführend und einflüsternd, daß wir ohne sie nicht auskommen würden, das Leben ohne sie nicht lebenswert sei.
Ich finde es entsetzlich, in einer Gesellschaft leben zu müssen, die diese menschliche Schwäche des Menschen, leicht in Abhängigkeit von irgendeiner Substanz oder Verhaltensweise zu geraten in diesem Maß für sich ausnutzt, wie es unsere Konsumgesellschaft tut, die uns jegliche Form von Maßlosigkeit und Grössenwahn als erstrebenswert, gar tugendhaft verkaufen will, damit wir alle auch ja viel Geld verdienen wollen und schöne, blöde, brave Konsumenten bleiben, die das Zeug kaufen, auch wenn es unserer körperlichen und geistigen Gesundheit erwiesenermaßen nur schadet und sogar zum Tode führen kann. So eine Gesellschaft hat ihre Mitglieder nicht wirklich lieb, und will auch nicht wirklich, daß es ihnen gut geht, finde ich.
Dagegen tun kann nur jeder Einzelne was. Wir sind nicht hilflos, denn WIR selbst können in jeder Sekunde unser Leben ändern, das ist unsere Entscheidung, liegt in unserer Hand. Leicht ist es nicht, aber es ist GRUNDSÄTZLICH möglich.
Ich spreche aus eigener Erfahrung.
momoseven - 2008/09/19 12:43
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Ich bin schon seit jeher ein ganz verfrorenes Stück. Ob es stimmt weiss ich nicht, aber ich sage mir gerne, daß ich das von meiner süssen Mutter geerbt habe, die halbe Indonesierin ist.
Dieser Temperatursturz der letzten Woche war für mich ohne Übergang gleich der Sturz in den tiefsten Winter, so wie ich ihn die letzten 8 Jahre erlebt habe. Das kälteste waren mal -2 Grad, und 2x hab ich Schnee gesehen, sonst war es tagsüber oft bis zu 20 Grad mit viel Sonne im Dezember, und nie länger als 1 Woche zubewölkt, dafür spektakuläre Unwetter mit manchmal ganztägigen, sintflutartigen Regenfällen und gigantischen Gewittern. Und schon ab dem Herbst beginnt dort das neue Grün zu spriessen, im Januar Mandelblüte, und ab Juli ist wieder alles trocken und dürr, wie bei uns im Winter.
Nichtsdestrotz habe ich immer gefroren, wie ein Schneider, im dortigen Winter, die Kälte ist viel feuchter, nahe am Meer, und ich hatte nie das Glück und die Bequemlichkeit einer Zentralheizung. Ich lebte hauptsächlich in alten Bauernhäusern mit dicken Wänden und kleinen Fenstern, mit offenen Kaminen und Holzöfen, Heizdecke im Bett, Wollsachen, viel Schwarze, weil die in der Sonne gleich schön warm werden , und oft bin ich tagsüber draussen gewesen und habe mich mit der Holzarbeit aufgewärmt, bin dick eingemummelt mit Brasky im strahlenden Sonnenschein am menschenleeren Strand gelaufen, und verbrachte viele, viele wunderbare Stunden am offenen Kamin.
Ich bin wirklich froh, daß ich Anfang dieses Sommers zurückgekehrt bin, (obwohl ich natürlich nichts gegen einen weiteren mediteranen Sommer einzuwenden gehabt hätte) , aber mein Körper hat unendlich lange für die Umstellung gebraucht, mein gesamter Stoffwechsel, Körpererinnerung, all das war voll auf die Insel im Meer eingestellt, und erst jetzt, nach 5 Monaten verlangsamt sich der Wuchs meiner Fingernägel wieder und mein Körper erinnert sich an die hiesige Natur und Luft, an das komplett andere Licht, an die Gerüche.
Alles hier ist Luxus für mich, Zentralheizung, am Knopf gedreht und es wird warm in der Bude, barfuss gehen, weil alles voller Teppichboden ist, Badewanne mit unerschöpflich fliessendem warmen Wasser, in dem man sich baden kann, das man sogar trinken kann. Für mich ist das alles immer wieder ein Wunder und auch eine Wohltat, ohne grossen Arbeitsaufwand warm sein zu dürfen. Hab mir auch eine warme Allwetterjacke, wasserdicht und atmungsaktiv, und richtig geniale Immer-warm-und-trocken-Treter zugelegt, und fühle mich jetzt auch auf der Wiese kuschelig.
Jetzt bin ich mal gespannt, wie ich mit dem richtigen Winter hier zurechtkomme.
Ssschnatter!!!
momoseven - 2008/09/18 19:43
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Müsste morgen ich schon sterben
bliebe eines noch zu tun
würde mir die Haare färben
eher wollte ich nicht ruhn
Würd ich nur bis morgen leben
gewesen wär mein Leben rund
brauche nicht gequält zu streben
denn mein Herz, das ist gesund
Gäb im Leben viele Sachen
gerne ich noch machen wollt
Lieben, Tanzen, Singen, Lachen
mit dem Hund herumgetollt
Würde gern die Welt noch retten
Hilfe leisten, wo es geht
Will der Tod mich früher betten
bin auch ich vom Wind verweht
Will nicht hadern, will nicht weinen
Dankbar ich für`s Leben bin
will es auch nicht ganz so scheinen
dieses Leben, das hat Sinn
Liebe kann man immer schenken
Tag für Tag an Jedermann
niemanden sollte man kränken
der sich selbst nicht wehren kann
Schönheit gibt uns Mut und Kraft
Innen und auch aussen
Wer das noch nicht hat gerafft
bleibt von der Gnade draussen.
Glaube hält die Seele klar
wenn er bleibt beweglich
Gestern, Heute, Immerdar
drum bete ich auch täglich
Die mich kennen, wissen das:
Wär ich morgen wirklich tot
hätt ich heut noch ganz viel Spass
und färbte mir die Haare ROT!
momoseven - 2008/09/17 18:34
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Wie in anderen Beiträgen schon erwähnt, befinde ich mich seit nun mehr 1 1/2 Jahren in einer seltsamen Ausnahmesituation, in der ich nicht arbeiten kann, weil es mein körperlicher Zustand nicht gestattet, und sich auch nicht bessert, sondern verschlechtert, weswegen ich mir derzeit keine Arbeit suchen kann. Ich bin nicht fit genug, um in den Urlaub zu fahren, und nicht krank genug, um komplett bettlägerig zu sein. Ich habe relativ gute Tage, aber auch sehr, sehr schlechte, und keinen Tag völlig ohne Schmerzen, aber an manchen Tagen so stark, daß ich in die Ambulanz musste. Die terminlichen High-Lights der letzten Zeit waren Facharzttermine, als ich noch auf der Insel war, musste ich z.T. 3 Monate auf einen Termin warten. Seit ich zurückgekommen bin, hatte ich MEHR Arzttermine in kürzerer Zeit, sowie Krankengymnastik und Therapiegespräche, und Yoga, was meinen Wochenablauf zumindest ein wenig strukturiert, aber das Gefühl, nutzlos zu sein, breitet sich immer mehr in mir aus.
Zu meinem Glück bin ich eine kreative Autodidaktin, und so habe ich mir im letzten Jahr das Flötespielen beigebracht, Lieder auf meiner Gitarre einstudiert, getrommelt und Schlagzeug gespielt, gestrickt, gehäkelt, gemalt, im Internet gesurft, fotographiert, Filme gekuckt und geschrieben, alles Sachen die man auch machen kann, wenn man nicht so fit ist.
Ich bin in einem Transit, der Längste von vielen, den ich je erlebt habe, und nun wird meine Geduld auf eine weitere Probe gestellt, ich muss 2 Monate auf den psychosomatischen Klinikaufenthalt warten, den ich verschrieben bekommen habe, weil die Ärzte auch nicht mehr weiterwissen. Das bedeutet: mehr Schmerztabletten fressen, mehr Zeit in der ich nichts planen kann, kein "normales" Leben führen kann, kein eigenes Geld verdienen kann.
Hätte ich die Schmerzen nicht, und würde ich mich gesund fühlen, könnte das gerade ein wunderbares, geruhsames Leben sein, denn ansonsten fehlt es mir an Nichts, ich kann mich meinen Hobbys widmen, ausschlafen, mich schonen, ruhig abwarten, aber das gelingt mir nicht immer sehr gut, dieses Warten, es ist manchmal sehr quälend. Man sieht seine Mitmenschen ihr Tagewerk machen, man sieht, wieviel alle leisten, wie beschäftigt alle sind, und man selbst steht irgendwie Draussen.
Nach so einer Langzeiterfahrung empfindet man nicht mehr die Freude eines Wochenendes, oder des wohlverdienten Urlaubs, oder das Geschenk eines Feiertags. (Na gut, Wochenende ist, wenn die Ärzte zu haben, und wenn alle Zuhause sind).
Eine seltsame Lebensschule ist das gerade.
Ich bin gezwungen zu lernen, die Zeit loszulassen.
Meine Zukunft ist im Moment noch unplanbarer und unberechenbarer, als sie es eh schon immer war.
Ich muss lernen zu leben, während ich warte, während ich in dieser Warteschleife festhänge. Nun versteht Ihr sicher, warum ich soviel Zeit habe zu schreiben, warum ich nicht einfach mal in Urlaub fahre, und warum ich nicht brav arbeiten gehe, wie alle anderen auch, und warum ich Euch so minutiös mit dem Auf- und Ab meines Lebens bombardiere.
Ich wünsche mir sehr, daß diese seltsame Zeit bald durchgestanden ist, und in der Zwischenzeit werde ich weiterhäkeln und flöten, und schreiben, und irgendwie auch einfach versuchen, zu leben.
momoseven - 2008/09/16 15:03
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Wenn es eine Sucht gibt, über die ich mich GERNE oute, dann ist es meine Mondsüchtigkeit.
Ist und bleibt meine Lieblingshimmelserscheinung.
Schon als Kind, obschon noch keine Ahnung von Astronomie, oder Mondwissen, fühlte ich mich unglaublich angezogen von diesem silbern leuchtenden Ball am Himmel, mit seinem, für mich schon immer magischen Licht.
Der Mond liegt mir im Blut, und ich spürte in mir schon immer das Zyklenhafte, An-und Abschwellende, Intro-und Extrovertierte,
heftige Träume oder Schlaflosigkeit, extreme Nervosität, Lebenshunger und körperliche Lust an Vollmond, Rückzug auf den Grund, und überstarke Sensibilität an Neumond. Ebbe und Flut.
Die letzten Jahre konnte ich dem Mond wirklich ganz nah sein.
Der Vollmond schien nachts in mein Zimmer, und ich hatte einen erhöhten Ausguck, auf dem ich stundenlang, oft in warme Decken gehüllt, rauchend in den riesigen Himmel über mir starrte, auf den Vollmondaufgang wartend, oder das dunkle Land unter dem unwirklichen Licht einer schmalen, aber klaren, verschwommene Sillhouetten erzeugenden Mondsichel auf mich wirken liess.
Ich badete nachts nackt im spiegelglatten, leuchtenden, warmen Meer, überstrahlt von der riesigen Pampelmuse eines August-Vollmondes, und sah die Venus am abendroten Himmel eine zarte Neumondsichel küssen.
Das ist eine Schönheit, die mich immer wieder zu Tränen rühren vermag, mich staunen lässt, wie ein Kind, solange er immer wieder zurückkommt, ist alles gut.
Das Auf- und Ab des Mondes ist meine Wiege.
momoseven - 2008/09/15 11:21
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Ein runder Mond
am Himmel thront
die Nacht ist kalt
der Sommer alt
Die dunkle Zeit!
Bin ich bereit?
Hineinzugehen,
den Grund zu sehen?
Nun, es ist da,
und ich sag: JA!
(Schon gemerkt? An Vollmond gibt es immer ein Mondbild, und ein Vollmondgedicht. Heute ein ganz besonders schlechtes Gedicht von mir. Die Vollmondbilder gehen mir gerade auch langsam aus, muss mal wieder welche malen und mir ausserdem ein Stativ besorgen, die meisten meiner Mondbilder sind leider verwackelt.)
momoseven - 2008/09/15 00:03
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Jüngste Erfahrungen haben mich wieder einmal gelehrt, daß der Mensch immer wieder dazu neigt, sich, wenn er eine Sache, oder einen Menschen noch nicht umfassend kennengelernt hat, den Rest blumig dazuzuphantasieren. Erfährt man dann die ganze Wirklichkeit, ist man leicht entäuscht, oder desillusioniert, weil die eigene Phantasie eben gerne grossartiger sein möchte, als es die Wirklichkeit ist. Wenn die Wirklichkeit die Phantasie grossartig zu übertrumpfen vermag, dann ist das natürlich genial, aber das klappt leider nicht immer.
Ich schreibe hier so Vieles, so Intimes, Privates, mir so Wichtiges, und, obwohl ich absolut verstehe, daß viele meiner Mitblogger hier es vorziehen, anonym zu bleiben, so habe ich mich für mich selbst entschlossen, Euch gelegentlich mal richtig vor die Augen zu treten. Ich gebe Euch damit einfach einen weiteren Baustein für Euer eigenes Bild von mir.
Ich BIN mein Blog, und dazu gehört für mich dann auch mein Antlitz!
Ein tibetisches Sprichwort sagt:
"Je mehr Du von Dir zeigst, desto mehr gibt es an Dir zu Lieben."
momoseven - 2008/09/14 15:27
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Wie schön wäre es, könnte man Schmerzen, Demütigungen und schlechte Erfahrungen einfach so löschen, wie eine SMS auf dem Handy, wie eine Datei im Computer, oder Abonnements in einem Weblog. Man würde auf einen Knopf drücken, und es bliebe nichts zurück, keine Enttäuschung, keine Verbitterung, keine Verkrampfung. Man könnte einfach wieder von vorne anfangen, unschuldig, unbelastet, befreit, ohne Scham.
Leider sind wir Menschen keine Computer. Ich kann meinen Schmerz einen ganzen Tag lang weglächeln, dann kommt er in der Nacht zurück, wenn ich nicht mehr lächeln kann, wenn ich mich nicht mehr gegen ihn wehren kann. Selbst wenn wir glauben, etwas löschen, vergessen, nicht-existent machen zu können, an anderer Stelle wird es immer weiterarbeiten, uns permanent am Ärmel zupfen, uns pieksen und schubsen, und zum Stolpern bringen. Je mehr wir davon anhäufen, und versuchen, es durch Verdrängung aus unserem Blick zu bringen, an einen Ort packen, an dem wir selbst keinen Zutritt mehr haben, desto mehr wird unser Blick getrübt, werden unsere Augen betrogen, und unsere Sinne auf die falsche Fährte gebracht.
Klar zu sehen, ohne den trübenden Schleier der schlechten Erfahrungen und der festen Gewohnheiten, sich und anderen immer wieder zu verzeihen, sich selbst immer wieder neu zu gebären, sich selbst wirklich und voll und ganz verstehen zu lernen, auch wenn man temporär dazu Hilfe von Aussen braucht, weitergehen, und die Suche nie aufzugeben, die Hoffnung nie aufzugeben,
DAS hätten sie uns mal in der blöden Schule beibringen sollen!!!
momoseven - 2008/09/14 10:54
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