Kommentarfeld

für Mone´s Herbstgalerie!
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Mone´s Herbstgalerie

Da ich im Moment einfach noch keinen Durchblick habe, mit den Bildern und dem Platz und alles das, musste ich leider auch Eure netten Kommentare in der Apfelgalerie löschen. Damit das beim nächsten Mal nicht passieren muss, bitte ich Euch, falls Ihr Lust zu kommentieren habt, dies im extra dafür angelegten, nachfolgenden Kommentarfeld zu tun. Denn ich freue mich über jedes Feed-Back!
Jetzt also viel Spass in der herbstlichen Welt, und gleich ein weiser Spruch zum Einstimmen:

Wer immer auf das Böse blickt, wird von ihm eingeholt.
Die Schönheit eines Herbstes wird uns retten.



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Ein Gute-Nacht-Mausezahn

CIMG1113
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Momentaufnahme

Heute kann ich bei mir wieder ganz schön das bei Hochsensiblen wohlbekannte Phänomen der verzögerten Stressreaktion beobachten. Erst heute wird mir richtig übel, wenn ich daran denke, daß ich seit langer Zeit eine fiese Infektion in meinem Körper rumtrage. Erst heute steigt in mir eine Riesenwut hoch, wenn ich dran denke, was ich mir die ganze Zeit habe anhören müssen, und wieviel kostbare Lebenszeit ich verloren habe.
Erst heute wird mir langsam klar, daß ich die ganze Zeit den richtigen Riecher hatte, der gestern zur Gewissheit geworden ist.
Und erst heute wird mir vor Erleicherung so richtig schlecht, und die Erkenntniss wirft mich fast um, daß ich nur durch meine Dickköpfigkeit, und daß ich nicht lockergelassen habe, überhaupt zu einer Lösung gekommen bin. Ich war kurz davor, aufzugeben, und denen alles zu glauben, und das erschreckt mich im Nachhinein am Meisten.

Nachtrag, ein paar Stunden später:
Jetzt, wo ich alle Tabletten abgesetzt habe, und diesen ganzen Reiß-Dich-doch-zusammen-das-produzierst-Du-selbst-Firlefanz hinter mir lassen kann, der eine Dauerspannung in mir erzeugt hatte, die sich gestern selbst ad absurdum geführt hat, so fühle ich mich heute wirklich so krank, wie ich bin.
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Die Auflösung des Rätsels

Der Endspurt des Dramas hatte es echt noch mal in sich:

Gestern hatte ich noch mal ein richtig schönes Mega-Negativ-Highlight, beschert von stoischen, auf ihre Lösungen fixierten Allgemein- und Fachmedizinern, die seit 5 Monaten hier erfolglos an mir rumgedoktert und mich dabei langsam vergiftet, aber emotional allein gelassen haben, und sich jetzt nen neuen Porsche kaufen können, und die mich durch ihr freundliches, aber bestimmes Schlusswort an meinen Platz als psychosomatischer Fall verwiesen haben, ansonsten habe ich Rückenschmerzen, und sollte mich mehr bewegen, und wo das Fieber herkommt, "Wissen wir nicht, vielleicht haben Sie einfach falsch gemessen."

Heute saß ich in der gemütlich-unaufgeräumten Praxis eines Alternativmediziners, und erfuhr, daß ich gerade, und auch schon die letzten Jahre die Symptome einer, wahrscheinlich uralten, chronischen Borrelioseinfektion miterleben darf, und daß man das in 2-3 Monaten überstanden haben könnte. Mit einer bewährten Therapie ohne Antibiotika.

Boa, oder?
Zwei Welten sind aufeinander geprallt, und meine Intuition hat sich in allen Punkten als richtig erwiesen, der ich zum Glück gefolgt bin, als ich beschloss, diese Diagnose nicht hinzunehmen.
Ich BIN zwar auch eine hysterische Zicke, aber nach all den Jahren Arbeit an mir scheine ich mich wirklich besser zu kennen, und mit meiner Wahrnehmung war alles in Ordnung, die ganze Zeit, obwohl mir fast jeder das Gegenteil erzählt hat. Ich bin ein Mensch, der sich selten Gefühle wie Genugtuung gestattet, normalerweise mag ich keine Selbstgerechtigkeit oder Rechthaberei, aber in meinem Fall denk ich grad schon. "Hah! Und sie dreht sich doch...!"
Ich habe heute keine Tabletten vom Arzt mitgebracht, sondern Zuversicht, auch wenn ich jetzt noch geduldig sein muss, da die Behandlung "Heilkrisen" hervorruft, und es mir noch mal noch schlechter gehen kann.
Aber das kriege ich jetzt auch noch gebacken.
Ich freu mich!
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Der Mond ist schwarz

Zuerst kam der Saturn, dann ging die Sonne auf, und kurz danach der Neumond, der gerade in der Waage steht, und drunter kamen eben noch Mars und Merkur über den Horizont. Leider unsichtbar für uns. Vielleicht haben wir heute abend Glück, und können unseren Kindern noch mal die Milchstrasse zeigen, bevor die im angekündigtem Dunst schlechten Wetters verschwindet.
Euch einen schönen Tag!
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Mone´s alte Gedichte

Juni08-067


Besänftigung

Siehst Du dort
im grünen Schatten?
Es scheint nur
ein Ast zu sein,
bestrahlt
von einem schmalen Streifen Licht
und doch, mir scheint,
als sei es mehr
Spürst Du nicht den Blick?
Niemals endend, immer geduldig.

Siehst Du es auch,
dort, bei dem schattigem Stamm?
Es verliert sich im Himmel,
der bedeckt ist
von unzähligen Händen,
die lebendige Hallen formen.

Dort gibt es keine Zeit,
nur Wachsamkeit.

Bist Du dann nicht auch
so verschwindend klein?
Voll Ehrfurcht
vor den anderen Seelen,
die es ewig gab und
ewig geben wird,

während sich Dein Schritt
in einem raschelnden Teppich
verliert.

( von Mone, 1988 )
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Orion ist da

Bin heute Nacht echt hibbelig und war noch mal Wiesi mit dem Hund. Gestern und auch heute wieder grosses Theater am Himmelszelt, eine geradezu glitzernde Milchstrasse (ich hatte endlich mal meine Brille dabei...), eingebettet darin die Cassiopeia und im Osten sieht man jetzt den schönen Orion, unser Wintersternbild.
Doch die Hysterie ist heute scheinbar überall zu Gange, mein gewohnter Nachtspatzierweg war in ca. 100m von kreischenden, kichernden, offensichtlich überaus wohlgelaunten, wahrscheinlich jungen Menschen blockiert, ich fühlte mich sofort an meine eigene, hier verbrachte, wirklich wilde Adoleszenz erinnert, und da mich der Schuh drückte, und mein Hund gnädigerweise auf der Rückwegswiese zu kacken beliebte, tippelten wir wieder nach Hause, wo ich mich gleich in mein Astro-Programm klickte, und staunend dem langen Lauf des Orions am Winterhimmel von ca. Jetzt bis ca. Ende Februar folgte. Der war schon immer einer meiner Lieblingsgestalten am Himmel. Der ist toll, der trägt eine Galaxie in seinem Schwert und ich habe ihn mir immer als einen betörend schönen Mann mit schmalen Hüften vorgestellt. Na ja, wie Mädchen halt so sind.
Wenn ich nur schlafen könnte!
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Umfrage

Immer mal wieder, wie auch zur Zeit, nehme ich in der allgemeinen Energie, die sich oft ungefragt in mir als prima Empfängerin breitzumachen versucht, einige starke Phänomene wahr, und wollte mal rückfragen, ob Ihr da auch was von merkt. Dabei beziehe ich mich auf die Wahrnehmung eines kleineren, jedoch durchaus repräsentationsfähigen Umfeldes und auf meine eigene Intuition in der Betrachtung von Menschen im Supermarkt, in der Stadt, auf den Strassen im Auto,von Nachrichten, Weblogs, Geräuschkulissen, Farben, die jemand für seine Kleidung wählt, und nicht zuletzt der Stand von Sonne, Mond und Sternen, und derlei weiterer Millionen von Dingen, die es zu sehen gibt.
Würde mich echt mal interessieren, was und wieviel Ihr so davon mitkriegt,und ich werde jetzt auch öfter mal so eine Umfrage starten.
Also, zur Zeit:
Schlagartig in der letzten Woche sind Erkältungserscheinungen, oder Kopfschmerzen aufgetaucht, Zahnschmerzen, die kurz heftig sind, aber schnell verschwinden.Gestern haben alle gefroren. Viele sind zwar müde, aber gleichzeitig muss gestern ein starker Wandel in den Gestirnen oder sonst eine starke Energie eingesetzt haben, die in kreativen Kreisen zu extrem verrückten Ergebnissen geführt hat, und die allgemeine Bereitschaft, sich zu berauschen und in irgendeiner Form Party zu machen, extrem hochschraubt, was auch heute zu spüren ist.
Es ist keine wirklich dunkle, unangenehme Energie, eher aufregend, und doch irgendwie wiegend, mit einer leichten Heiterkeit, und der Bereitschaft Spass zu haben, sich Erleichterung zu verschaffen.
Wir stehen auch 2 Tage vor Neumond.
Und, was sagt Ihr ?
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www

Wunderbar warmes Wannenbad!
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Mone´s alte Gedichte

Endlich habe ich in meinen, zum Teil noch immer unausgepackten Bücherkartons meine 3 kleinen Gedichtbändchen gefunden. Ca. zwischen 1979 und 1991 hab ich sehr viele Gedichte, ein paar Kurzgeschichten und irgendwelche Sprüche zum Tage geschrieben, als eine Art Eigentherapie, und Neuordnung meiner vormals kindlichen Werte, und einige gefallen mir noch heute, und scheinen mir wert, sie Euch vorzustellen. Ich werde nicht chronologisch, sondern nach Gefühl vorgehen, und Euch ab und zu mal mit so einem alten Text bewerfen.
Hier also das erste, und gleich eins meiner Lieblingsgedichte:

ZWILLING (1991)

Ich denke,
registriere, analysiere,
ich kämpfe und bin klar im Kopf

Dann wieder
spüre ich meine Brüste
rieche, schmecke, lache
und falle- zu tief manchmal

Erschrocken darüber
beiß ich auf die Zähne.
Der Ernst und der Willen
erscheinen mir so kalte Genossen
mir fremd, unerreichbar, und daher
so ersehnt.

Doch,
mit bebenden Nüstern
in die Welt geschaut
ist alles vergessen, was hart macht.
Weich und biegsam vor dem Leben scheint alles zu sein
was sich lohnt.
Denken mit den Händen,
der Zunge, dem Herzen,
Fühlen mit den Augen, den Ohren,
der Nase.

Ewige Momente,
bis alles zu Ende ist.

Die Angst vor dem Ende
schreckt mich auf,
immer wieder.
die Angst vor dem Fallen,
so genussvoll es auch ist,
ich weiss,
der Aufprall kommt,
immer wieder.

Ich kann so nichts halten,
nie bleiben,
nie ankommen.

Nur lernen. Irgendwas.
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WG-Logbuch

Absolut mit Vehemenz und allem Nachdruck zu beleidigendes, widerliches Essen , überall war Rotwein drin, nur nicht in meinem Glas, zudem neue, wichtige Erkenntnisse in der industriellen Bandwurmverwertung (es driftet immer mehr ab...), und ein geradezu beunruhigender Kreativitätsflash, der ansteckend zu sein scheint, und das Haus seit Stunden erschüttert, wobei ich hinter dem Schlagzeug kräftig dabei mitgeholfen habe.
Freitagabend halt.
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WALL-E

Und, habt Ihr den schon gesehen? Läuft dieser Tage im Kino an. Auf Englisch hab ich ihn mir schon 10x angekuckt.Bin jetzt sehr gespannt auf die deutsche Synchronisation: Uh! Ooooooh! Fideltüt! Uawawaah! Blipp! Summ! Kreisch! Schepper! Foreign Contaminant!
Ich finde den Film absolut genial, und finde selbst nach 10x angucken noch Neues, denn er hat ein irres Tempo, und ist so vollgepackt mit göttlichen Details, daß es für mich eine reine Freude ist. Bin total verliebt in die schnulzige, aber gigantische Musik, und verstehe so langsam, was die Kakerlake sagt, aber ich würde gerne wissen, wie sie heisst.
Viel Spass!
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Momentaufnahme

Sitze schon seit Stunden immer wieder vor diesem blöden Computer und will so gerne etwas schreiben, etwas loswerden, aber es gelingt nicht, die Worte, die Sätze, die Gefühle, die in mir wirbeln, wehren sich heute dagegen, sich kristallisieren zu lassen, es sind zuviele Dinge, die mir im Kopf herumgehen. Flammende Schlagworte wie : Einsamkeit, Freundschaft, Liebe , Enttäuschung tauchen auf, und gehen erlöschend wieder in den Wellen der absoluten Sinnlosigkeit und auch in einer gewissen Erschöpfung unter.
Ich habe keine Lust, zu jammern, keine Lust zu verdrängen, auch gerade keine grosse Lust, es psychologisch zu zerpflücken, aber ich weiss nicht mehr so recht, wohin mit dem ganzen Scheiss, ich habe keine Lust mehr, es würgt mich, es regt mich auf, es kotzt mich an!!!
Zum Glück ist heute Freitag, da kann ich es den ganzen Abend ungespitzt in das Schlagzeug einprügeln, und durch konzentriertes Mund-und-Augenwinkelyoga (man nennt dies Lächeln) und hoffentlich besonders schlechtem Essen (damit man sich auch mit ausgefeilten Beleidigungen brüsten kann) wieder auf ein einigermassen erträgliches Level kommen, hoffe ich.
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Die Reise meiner indischen Seele

EndeSept-002

Angeregt durch ein nettes Gespräch unter netten Bloggern über das Thema Inder und Indien, und weil ich im Moment gar keine Lust mehr habe, etwas über meinen derzeitigen Zustand zu schreiben, krame ich für Euch heute mal meine Liebe zu Indien, zu den Menschen und deren Kultur hervor.
Durch meine wunderbare Mutter, und die seit jeher herrschende Multikulturalität in unserer Familie, hatte ich schon früh viel mit asiatischer Kultur zu tun, aber Indien hat mich immer am meisten fasziniert. Ich lernte früh, indische Musik zu lieben, und meine Oma schenkte mir als Kind einen Sari, den ich zu meiner Hochzeit tragen sollte. Tja, der liegt noch immer in meinem Schrank, aber später kaufte ich mir selbst einen (s. Foto), bin aber immer unverheiratet geblieben.
Nach einigen mehrwöchigen, gutüberstandenen Europa - und Überseereisen, die ich meistens allein machte, wagte ich mich vor 7 Jahren an meinen Lebenstraum, und bereiste in 5 Monaten allein mit Rucksack in Bussen und Bahnen einen grossen Teil des indischen Subkontinents. Meine Reisezeit, von Mitte März bis Mitte August, war ungünstig gewählt, Riesenhitze und ab Juni Monsun, aber ich konnte die Reise nicht anders legen. Ich kam dort hin, viel Wissen aus Reiseführern im Kopf, eine Touristin zuerst, auf der Suche nach ihrer eigenen Vorstellung von Indien zwar, doch hinter einer Schutzmauer, die man als Tourist dort erstmal entsetzt hochzieht, angesichts des realen Elends, der zerlumpten, bettelnden Kinder, der verstümmelten Alten, der flehenden Mütter mit Kindern , der Millionen von neugierigen Menschenaugen, die keine Grenzen zu kennen scheinen, keine Privatsphäre gewohnt sind, Dich alle 2 Minuten anquatschen, Dich verfolgen, Dir was verkaufen wollen. Die ganze Wucht indischen Lebens und indischer Überbevölkerung, und relativ wenige Touristen, und natürlich musste ich mir alle Sehenswürdigkeiten reinziehen, bin auf einem Elefanten geritten und war im Palast der Winde, und in den Tempeln von Khajurao und in einem völlig ausgetrockneten Naturschutzgebiet und nach 4 Wochen war ich dann endlich von meinen touristischen Ambitionen geheilt, und fix und fertig, und verfrachtete mich für 6 Wochen nach Arambol, Goa.
Da ich ausserhalb der Saison dort war, waren relativ wenige, aber sehr viel nette Leute da, und ich hatte so ziemlich den tollsten Strandurlaub meines Lebens, und meinen Einstieg in die Magie Indiens, und auch so etwas wie meine Initiation als Trommlerin.
Unter einem gewaltigen Banyan-Luftwurzel-Baum, der mitten im Dschungel neben einer Quelle als Shiva-Tempel diente, und von Einheimischen, wie von Touristen besucht und ehrfürchtig gepflegt wurde, trommelte ich eine ganze Nacht auf einer kleinen, alten Trommel, und vertrieb die bösen Geister, und machte dann bei einigen Trommelsessions mit und wusste plötzlich, daß ich schon immer nach Varanasi (das frühere Benares) wollte, und dort einen Lehrer für indische Tablas suchen wollte. Das ist das tolle in Indien, da kann man sowas echt machen. Träume wahr machen. Verrückten Ideen folgen. Die ganze Zeit in weiten Hippiegewändern rumlaufen, (bequem, günstig und überaus empfehlenswert, da Du dann für Männer nicht automatisch Freiwild bist), am Lagerfeuer Chapatas rösten und Chai trinken, Trommeln und Tanzen am Strand und sich, zusammen mit anderen, netten Leuten jeglicher Nationalität für diese unglaublich präsente und starke Magie öffnen. Nach 6 Wochen direkt an der Brandung des arabischen Meers, dessen Tosen durch die unverglasten, vergitterten Fenster meines Zimmers schallte, war mein Gehör wie gereinigt, und ich schien plötzlich in meinem Inneren Musik zu hören, indische Harmonien, und ein tiefes, wunderbares Summen, ich hörte es immer und es war nicht unangenehm, als ob ich Indien selbst hören könnte.
Ich fuhr dann über Bombay direkt nach Varanasi, im Zugabteil 2 nette, junge Franzosen, die mich in eine nette Familienpension mitnahmen, ein Guesthouse direkt am Ganges, in dem ich 2 Monate blieb, und das direkt neben einem Shiva-Tempel lag. Wir kamen sehr früh morgens an, und mieteten uns einen Mann mit Ruderboot, der uns zum Ort des täglichen Sonnenaufgangsgebetes ruderte, und die Musik, die ich die ganze Zeit in meinem Kopf hörte, und die auch nach 2 Tagen Zuggeratter noch unverändert da war, schwoll plötzlich zu einem grossen, wunderbaren Klangerlebniss, und es war, als fände ich diese Musik in meinem Kopf wieder in den Stimmen dieser tausenden, auf ihr Gebet konzentrierten Menschen, die da in der Morgensonne am Ufer standen. Das war eines der schönsten und ergreifendsten Erlebnisse, die ich je hatte.
Ich fand einen freundlichen, älteren, ehrwürdigen Bramanen, der Tabla lehrte, und bei dem ich fast jeden Tag Unterricht nahm, und in meiner Pension konnte ich problemlos üben, dort waren Leute, die Flöte lernten, und ein Saiteninstrument, und aus den Zimmern klang oft Musik. Ich lernte meine Gastfamilie kennen, ging Hand in Hand mit Ihren Söhnen über den Markt, und erfuhr von der Frau des Hauses viel über das harte Leben indischer Frauen, über erzwungene Heirat, sie selbst liebte einen Mann, doch ihre Familie verheiratete sie gemäss ihrer Kaste mit einem Arzt, den sie nicht liebte, und doch hat sie ihm 2 Söhne geboren, und das Beste aus ihrer Situation gemacht. Mit den anderen Gäste der Pension fühlten sich alle zuweilen wie eine Familie, ich habe zum Teil jetzt noch Kontakte, und gemeinsam sahen wir den Monsun kommen, den Ganges Tag für Tag mehr anschwellen, standen im strömenden Regen nachts auf der schmalen Terrasse, und kamen uns vor wie auf hoher See, wir sahen Leichen im Wasser zwischen den Booten, und einen Kanu-Wettbewerb, und die Ghats immer schmäler werden, wir sahen eine Mondfinsterniss, überstanden die täglichen Stromausfälle, feierten Geburtstage, hatten jede Menge Spaß und halfen uns gegenseitig.
Den grössten Teil der in Indien verlorenen Kilos hab ich in Varanasi gelassen, als Durchfall das Plumsklo runtergespült, oder bei 47 Grad rausgeschwitzt, und schliesslich musste ich es verlassen.
Wenn man sich in Indien treiben lässt, kann man zuweilen an Orte gelangen, die einem sehr guttun, und so ließ ich mich nach Dharamsala treiben, in die Nähe des Exils des Dalai Lama. Genauergesagt kam ich nach Bhagsu, hatte 40 Grad Fieber und landete dehydriert und abgemagert erst mal im frischrenovierten tibetischen Hospital, und dann einigermassen aufgepäppelt in einer weiteren Familienpension, wo ich mich 5 Wochen in den Bergen mit tollen, herzlichen Leuten und meinen täglich gespielten Tablas, und ausgedehnten Spatziergängen wieder richtig erholte. Da hätte ich dann echt Lust gehabt, auch noch in den Süden Indiens zu fahren, aber dann musste ich leider wieder zurück, weil mein Visa abgelaufen war.
Das war wirklich nur ein kleiner, kurzer Eindruck dieser Reise.
Jedenfalls habe ich meine indische Seele dort gefunden, ich konnte mich schliesslich Land und Leuten gegenüber öffnen, und habe viele, vormals feste Meinungen revidiert, weil ich die Gelegenheit hatte, wirkliches, indisches Leben kennenzulernen, keine Klischees, sondern den Alltag und das einfache Leben, indem ich es teilweise einfach mitgelebt habe, zusammen mit den dort lebenden Menschen, und die Zeit hatte, mich auf einen wirklichen Dialog mit diesen Menschen einzulassen, bei ihnen zu sein, viel mit ihnen zu reden und auch mal zu helfen. Das ist meine Art des sanften Tourismus, mit Freundlichkeit, Neugier und Wissbegierde findet man die meisten Türen schon offen, und es gibt so viel zu lernen.
Bis jetzt konnte ich leider nicht dahin zurückkehren, aber das wird irgendwann geschehen, wenn ich kann, noch in diesem Leben.
Nach meiner Abreise verlor sich irgendwann meine innere Musik, Europa klingt tatsächlich dissonanter, aber manchmal kann ich sie wieder hören, in mir drin.
Tabla spiele ich inzwischen selten, doch meinen Lehrer werde ich nie vergessen, denn der hat mich mit Freundlichkeit gelehrt, wie man lernt, und so bin ich zur Djembe und zu meinem afrikanischen Lehrer gekommen, was für mich ein grosses Glück darstellt.
Ich bin froh und dankbar, daß ich diese Reise gewagt habe, deren Lektionen mich noch heute nähren.
2016 x aufgerufen und abgelegt unter Indien

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Schade, ich habe hier...
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Geitelde - 2024/12/05 18:19
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Rössle - 2018/05/31 19:35
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NeonWilderness - 2018/05/31 19:32
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Rössle - 2018/05/31 19:28
Liebe Grüße... :-)
Liebe Grüße... :-)
Thiara - 2016/04/07 09:31
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momoseven - 2016/02/07 08:38
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momoseven - 2016/01/19 23:09
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Hey, schön, dass du mal wieder ein paar Zeilen zum...
Hoffende - 2016/01/14 02:27
Dankeschön, ebenso :-)
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momoseven - 2016/01/07 22:45

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