Hui, ich habe Schnee geschippt. Mache ich eigentlich unheimlich gerne. Hab das, was ich vorhin schrieb, wieder gefühlt, und erinnerte mich, wie gerne ich im Winter draussen bin, wollte gar nicht wieder rein, aber mein leicht schnatternder Hund hat mich dann erweicht. An sich scheint es auch ihr, die niemals ihre Füsschen in Schnee gesetzt hatte, ganz gut zu gefallen. Vielleicht, weil die Gerüche klarer zu riechen sind, durch den sauberen Schnee, besser unterscheidbar.
Jedenfalls hier liegen bestimmt bald 10 cm Schnee, denn es schnippelt weiterhin vor sich hin, und ich war draussen auf dem Feld, die Wolken orange angestrahlt vom Dorf, der Himmel nicht schwarz sondern dunkelblaugrau, und ich hüpfte Spuren, konnte sehen, wo mein Hund hintrippelte, spürte den Schnee auf meinem Gesicht und hab mit einem Schneeball einen Pfosten beim 2. Wurf getroffen, Juchu!
Hatte echt vergessen, daß Schnee fröhlich macht!
Euch eine Gute Nacht!
momoseven - 2008/11/23 22:12
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Es ist wirklich lange her, das mit dem Winter. Die Erinnerungen kommen zurück, denn ich bin 600m über dem Meeresspiegel aufgewachsen, und da gab´s jeden Winter Schnee satt.
Wie herrlich war das, mit Thermohosen, dicker Jacke, und Moonboots wie ein kleiner Astronaut diese weisse Welt zu erkunden, in Tuchfühlung zu gehen, sich reinschmeissen in die weisse Pracht und Engelchenabdrücke des eigenen Körpers zu machen. Als Kind bin ich mit allem was geht irgendwelche Hügel runtergerutscht, Schlitten und kleine Skier, aber auch diese runden Rutschscheiben oder manchmal eine ganze kreischende Kinderschar auf einer grossen Plastikfolie.
Aus den Bergen von Schnee, die mein Vater von unserem Eingang und Parkplatz wegschippte, wühlte ich mir kleine Iglus aus und spielte Eskimo, Schneemänner bevölkerten den Garten, und ich spüre es noch, wie es war, wenn ein Schneeball ins warm-kalte, rotbackige Gesicht flog, und schmecke den Schnee, den ich immer so gern gegessen habe. Ich weiss wieder, wie schön es dann ist, wenn man zurück ins warme, farbige Haus kommt, nach dem blendenden Weiss und den Grau-und Schwarztönen eines bewölkten Wintertages, sich aus den schneefeuchten Lagen von Kleidern wühlt, und mit einem leisen Frösteln ins schöne, warme Zimmer kommt. Und es gibt fast nichts gemütlicheres, dann kuschelig und geschützt nach Draussen zu sehen, wenn die Flocken fallen. Vom warmen, bunten Raum in einen weissen Wintertag, ein einzigartiges Licht, das da durch die Scheiben fällt.
Wunderschön!
momoseven - 2008/11/23 13:51
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Es ist ein seltsames Gefühl, wenn man lange Zeit von einem grossen Problem belastet war, und dieses plötzlich wegfällt. Umso mehr, wenn es ein Problem war, daß das ganze Leben verändert hatte. Man kann es mit einem Hausbau vergleichen. Es dauert lange, bis man in das Haus einziehen kann, und selbst dann gibt es noch eine Menge zu tun, bis man sagen kann: Ja, jetzt ist es fertig, jetzt kann man richtig darin leben. Genauso ist es bei einer Genesung von einer langen Krankheit. Die Krankheit ist besiegt, doch der Körper ist noch schwach, und muss erst wieder aufgebaut werden. Die letzten Schmerzen, die man lange als tägliches Einerlei empfunden hat, verschwinden langsam, jeden Tag hat man weniger Beschwerden, und dann gibt es einen Punkt, "an dem man in das neue Haus einzieht", es ist, wenn die Seele sich es selbst nicht nur wünscht, sondern GLAUBT, daß man gesund ist, an dem sich alles umkehrt, an dem sich die Selbstverständlichkeiten komplett umstellen.
Ein ganz, ganz seltsames Gefühl ist das.
Der grosse, grosse Raum, der besetzt war mit der täglichen Beschäftigung mit der Krankheit, ist plötzlich frei geworden, wie leergefegt, das neue Haus ist beziehbar, und nun wartet eine Menge Arbeit auf mich, auf die ich mich freue, vor der ich auch ein bisschen Angst habe, was ich aber als spannend und anregend empfinde.
Jetzt im Moment sitze ich in der Mitte dieses Raumes mit nichts als meinem gesundenden Körper, dessen gesunde Signale ich erst wieder, und ganz neu, lernen muss.
Mein Kopf ist voll, und gleichzeitig leer, ich habe meiner Vergangenheit die Türe zwar nicht vor der Nase zugeschlagen, aber im Moment lasse ich sie einfach ziehen. Meine Zukunft kommt von Ferne auf mich zu, aber ich kann sie noch nicht genau erkennen, und muss warten, bis sie etwas näher gekommen ist.
Im Moment hab ich nichts als den Augenblick, was viel und gleichzeitig wenig ist, aber es ist das, was ich als leer leben betrachte.
Ein beängstigender und gleichzeitig gnadenvoller Zustand, ein Innehalten. Die Sinne schärfen sich auf´s neue, und weil die gewohnten Reize fehlen, beginnt man, auf das zu gucken, was man gerade erlebt. Die kleinen Dinge, wie der Geschmack des Tees, die Sensation, wenn man ein Fenster in die kalte Winterluft öffnet, wie man sich vor und nach dem Strecken und Gähnen fühlt, und solche Sachen. Solche kleinen Sachen.
Wenn ich tief in mich reinsehe, kann ich die Aufregung der neuen Zeit schon spüren, aber irgendwas in mir ist nocht nicht willens, sich sofort voll und ganz darauf zu stürzen, zieht mich immer wieder in eine Entspannung zurück, die ich lange nicht kannte, zwingt mich, das Alte ziehen zu lassen, und stösst mich geradezu in diese Leere.
Ich bin auf Standbymodus.
momoseven - 2008/11/23 11:51
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Gestern hatte ich den ganzen Tag so viel Input, daß ich eigentlich schon Nachmittags hätte überreizt zusammenbrechen sollen, aber das war nicht der Fall. Alles, was an diesem überaus abwechslungsreichen Tag mit seinen extrem unterschiedlichen Gefühlen geschehen war, blieb ausserhalb meiner Selbst, überflutete mich nicht, denn ich konnte es weiterströmen lassen, hinter mir, mit all der Wut des Tages denn ich bekam schon wieder so einen Am-Ärmel-Zupf-Anruf, und auch mit Tränen, die ich vergoss, um danach wieder gut mit Allem zu sein. Der nächtliche Gang in die diesmal wirklich klirrende Kälte war eine Offenbarung, weil ich für eine kurze Zeit VÖLLIG schmerzfrei war, UND mich stark und kräftig fühlen durfte.
Und auch heute, auch wenn die Verarbeitung meiner Kokosnuss ein paar kleine Zwickerchen provozierte, bin ich nicht erschöpfter, als jemand, der 3 Stunden volle Pulle Musik gemacht hat, und einen ganzen Tag in der Gegend rumgewieselt ist.
Da ist einfach ein bisschen mehr Energie in Petto als zuvor, und ich habe mich nicht wieder übernommen, wie sonst, wenn ich einfach mal so gerne wieder Spass haben wollte, und danach 3 Tage ausruhen musste, die vielen Eindrücke haben mich nicht gleich wieder K.O. geschlagen,
und ich habe das seit langem vermisste Gefühl, mich heute einfach ausruhen zu dürfen, mit einem relativ leichten, freien Kopf und in ruhiger, friedlicher Gesinnung. Mich mit einem zufriedenen Seufzer hier einkuscheln, und mich über meine Schritte vorwärts zur Gesundheit freuen.
Ja, richtig freuen tu ich mich!!! :-)))))))
momoseven - 2008/11/22 13:53
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Immer noch ziemlich erkältet, aber zum Glück keine Schwächel-Geschichte, sondern wirklich eine Mistrausräumgeschichte.
Die WG durfte gestern einen Gastkoch begrüssen, das angekündigte Mahl gab jedoch im Vorfeld Anlass zu langen, besorgten Diskussionen, da auf dem Menuplan Grünkohl mit Brägenwurst stand. Im Ernst! In einigen Teilen Deutschland´s ein beliebtes Wintergericht. Was die hungrige Masse natürlich beunruhigte, war , was, wie? Wurst aus Hirn??? Bleurk!!!
Als schliesslich der Starkoch mit einem grossen Topf des umstrittenen Gerichts eintraf, Micha hatte sich schon vorsorglich ein eigenes Abendessen vorbereitet, hatte auch ich die Gelegenheit, ein kleines Löffelchen des deftigen Gerichtes zu kosten, und musste sofort MMMMMM machen, lecker, köstlich, will sagen, Boa, Pfui Spinne, schmeckte genauso toll wie der Grünkohleintopf meiner Mutter, und auch wenn ich leider nicht all die fleischigen und wurstigen Inlays probieren durfte (bei mir gab´s gestern Granatapfel und Kokosnuss), so konnte man die heftigen Beleidigungen der glücklichen Mitesser durch´s ganze Haus schallen hören und an den zufriedenen, gestärkten Gesichtern ablesen, daß man diesen Herrn gerne öfter hier beleidigen würde.
Die Kreativität überschlug sich dann gestern förmlich, und auch wenn ich zuweilen vielleicht etwas zu inbrünstig gesungen habe (hatte einfach so lange nicht mehr freiraus gesungen), so hab ich auch auf der Djembe und dem Schlagzeug und der kleinen Wunderbongo grossen Spass mit Allen gehabt und sie hoffentlich auch mit mir, und auch mal richtig lange mithalten können, so lange, daß ich gestern abend zu müde war, um noch zu bloggen.
Richtig ekelhaft nett war´s!
momoseven - 2008/11/22 13:15
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Nupfen!
Hab schon 10x geniest in der letzten Stunde. Unnd geneutzt bie bnöd. Pünktlich zum morgen erwarteten Schnee- und Kälteeinbruch.
Ich seh´s als gutes Zeichen, auch eine Entgiftungsreaktion. Habe heute fast nur noch Obst gegessen, und langsam lässt auch die Lust auf Süsses etwas nach, oder nach so leckeren Sachen wie Pasta mit Bolognesesauce, oder Krabbensahne, Sachen, die mir derzeit von überall um die Ohren geschleudert werden.
Ich kann fühlen, daß mein Körper langsam aufbaut, auch wenn er heute wieder mit starken Schmerzgeschützen aufgefahren ist.
Kann nicht lange sitzen und mich nicht bücken.
Trotzdem bin ich ziemlich guten Mutes, lasse mich jetzt auf das stetige Entgiften ein, RAUS MIT DEM ROTZ, Jawoll!!!
So sehr ich auch gutes Essen liebe, so schnell kann ich auch drauf verzichten, mich umgewöhnen, wenn ich muss.
Hui, draussen klappert der Sturm durch die Balkone und gepflegten Vorgärten, und ich bin schon sehr gespannt auf meinen ersten, richtigen Schnee seit 8 Jahren.
Ich hoffe sehr, daß ich Euch bald wieder Bilder schicken kann, derzeit ist mein Lap wieder auf der Krankenstation.
HAAAAAAAATSCHIIIIIIIIEEEHHHHHHH!
momoseven - 2008/11/21 00:40
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Hatte eine extrem kurze Nacht. Das lag nicht nur an den Schmerzen, sondern an unseren Nachbarn, im Reihenhaus links.
Nettes, ordentliches Rentnerpaar, das seinen Garten toll in Schuss hält, und immer freundlich grüsst. Sie haben mich ein paarmal in Mallorca besucht, und kamen gern zu meinen Trommelfeten.
Diese Nacht: Eine betrunkene, schreiende, keifende Frau, die Stimme ihres Mannes erst leise und beruhigend, dann immer lauter. Das Ganze dauerte fast 2 Stunden, und ich hörte hinter meiner Schlafzimmerwand Gebollere und Geklirre im Takt ihrer Tiraden. Auch hatten sie wohl vergessen, ein Fenster zu schliessen, und so musste ich es hören, ob ich es wollte oder nicht. Zudem konnte ich ihre Verzweiflung in meinem Herzen spüren, und lauschte ängstlich darauf,
mich fragend, ob ich rübergehen sollte, Hilfe anbieten, was Schlimmes verhindern müsste, und das hat mir nachhaltig den Schlaf geraubt. Ich tat es schliesslich nicht, weil ich weiß, daß sie meine Hilfe nicht annehmen könnten, sich zu sehr schämen würden. Ich kenne ein bisschen ihre Geschichte, und weiss, daß die Frau allen Grund hätte, so unglücklich zu sein, daß sie, trotz schönem Haus in ruhiger Wohngegend, und altermässig bestens versorgt, ihren "ruhigen Lebensabend" nie geniessen können.
Daß sie irgendwo in der Hölle gelandet sind.
Es macht mich sehr traurig, solche Menschen zu sehen. Es scheint sehr wenige glückliche, alte Menschen zu geben, gerade unter denen, die ausgesorgt zu haben scheinen, die ihr Leben lang geschuftet haben, für den proklamierten Traum von der Schönen Rentenzeit. So viele, die dahin gelangt sind, wo sie laut der Versprechungen des Staates, und laut den Erwartungen der Gesellschaft, eigentlich superglücklich sein sollten, sind in dieser Lebensphase einfach nur noch kaputt, die Ehen zerrüttet, die Körper krank und süchtig, unfähig, noch einmal von vorn anzufangen, aus dieser Hölle auszubrechen.
Die nur noch am Jammern sind, verbittert, oft alkoholkrank, oft verkrebst, und das ganze schöne Geld, und der schöne Besitz, das schöne Haus, nur ein Anker sind, an dem sie sich verzweifelt festhalten, obwohl sicher viele einfach lieber sterben würden.
Ja, da fragt man sich schon, ob das, was uns die Gesellschaft vorgaukelt, wirklich der richtige Weg ist?
Ausgelaugt von einem Leben voller Arbeit, die man nicht liebte, immer den Gedanken, Jaaa, wenn ich erst mal in Rente bin, dann..., und dann findet man sich unfähig, die letzte Phase des Lebens zu geniessen, voll angeschissen, Pech gehabt.
Ja, traurig ist das!
momoseven - 2008/11/20 10:00
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Nachdem es mir jetzt ein paar Tage relativ gut ging, wachte ich heute morgen wieder in einem anderen Land auf, daß mir sehr vertraut schien. Diesmal ist der Schock und die Enttäuschung nicht mehr ganz so schlimm, ich kenne das ja schon, Demut vor Unabänderlichem scheint erlernbar zu sein, und so verbrachte ich den Grossteil des Tages auf meiner Heizdecke, wo sich die Schmerzen auf ein halbwegs erträgliches Maß zurückdrücken liessen. Jedesmal aber, wenn ich aufstehe, treibt es mir nach einer Weile gehen, stehen oder auch sitzen die Tränen in die Augen, und mein Körper versteinert um die Quelle der Tränen herum, was noch mehr Schmerz verursacht.
Meine Runen sagten mir gestern, daß meine derzeitigen Probleme als Geburtswehen anzusehen sind, und daß ich nichts tun soll, ausser zu lernen, den Willen des Universums zu wollen.
Sie sprachen davon, daß ich eine Weile leer leben muss, um den Boden für das Neue vorzubereiten, und daß ich auf dem Weg zu einem neuen Bewusstsein bin und zu einer neuen Geburt.
Für mich war das sehr tröstlich.
Es ist wahrscheinlich kein Wunder, wenn man Sachen weglässt, die man sein Leben lang gegessen hat. Ich habe schon einmal entgiftet, vor vielen Jahren, und weiss, daß das mit Schmerzen verbunden ist, daß man Kopfweh, Gliederschmerzen und unreine Haut bekommt, UND
daß es nur eine Weile so ist, und danach ist alles anders.
Zudem WEISS ich, daß noch viel mehr dahintersteckt, und daß alles gerade mal wieder zusammenkommt, und ICH gerade mal wieder gar nicht hinterher...
momoseven - 2008/11/19 19:13
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Nicht schon wieder!!!
Trotz doppelt und dreifacher, ergebnissloser Virensuche hat das Top schon wieder schlapp gemacht, und ich bin wieder beim Orangensaftmodell gelandet, mit der sich wehrenden Tastatur. Wenigstens KANN ich noch.
Was machen wir nur alle, wenn z.B. 2012 der Strom dauerhaft ausfallen sollte?
Vielleicht kennt Ihr das Buch "Friede auf Erden" von Stanislav Lem?
Das Thema wird da sehr unterhaltsam und beeindruckend behandelt.
Der Himmel hat mir heute auch einen Streich gespielt. Gegen 8 Uhr abends trat ich auf meine Terrasse und fand mich beim Anblick der Sterne in unendliche Weiten katapultiert, die bisher fetteste Milchstrasse, die ich hier seit meiner Rückkehr gesehen habe, glitzerndste Plejaden, ein Himmelreich für ein Teleskop,
und ich dachte: Au ja, Super, ich gucke meinen Film noch an, und gehe dann mit dem Hund Sterne gucken.
2 Stunden später: Mone tappt dickst eingemummelt, in Erwartung klirrender Kälte und Sternenklarheit...? Nö, es gab dicke Wolken, und es war auch deutlich wärmer als vorher. War aber trotzdem sehr schön. Schöne Luft, die nicht "gebissen" hat, so daß ich weit in die Nacht hineingehen konnte,
Der Film, den ich nicht unterbrechen wollte war "Schlafes Bruder", den ich ziemlich beeindruckend, aber auch frustrierend fand. Da ich Orgelmusik schon immer geliebt habe, bekam ich immer volle Gänsehaut, wenn seine Orgel ertönte.
Hatte ihn noch nie gesehen, wie so viele Filme der letzten 8 Jahre.
Ist heute eigentlich Neumond? Ich sah etwas, daß mich (fraglos?) daran erinnerte hier in twoday. Nein, ein Blick auf meinen Mondkalender sagt mir, er ist noch am Abnehmen, also kann es das nicht sein. Aber was ist es dann??? Ein schwarzes Loch?
Heute sticht mein Herz, was mich nach meinen letzten Erkenntnissen nicht wundert, und ich bin nicht nur in Rosa gekleidet, sondern auch mit Rosenwasser besprüht und mit Rosencreme gesalbt. Normalerweise hilft das ganz gut, aber da müsste ich mich jetzt in eine Wanne voll Rosenöl legen, glaub ich, soviel ist aufgewühlt.
Statt dessen leg ich mich gleich in mein (rosa) Bett, ziehe mir vielleicht noch eine keltische Rune, oder eine Tarot-Karte , mach mir ein Räucherstäbchen an und mache mein Reiki.
Manchmal hab ich solche "Esoterischen" Phasen, oft, wenn ich besonders ratlos bin, und es hilft mir jedes Mal weiter, und bringt mich wieder auf den Teppich, was heisst, es hilft mir, meine Angst zu überwinden.
Guter Plan!
Nacht, Leute!!!
momoseven - 2008/11/18 23:38
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Heute bin ich zu meinem gewohnten Supermarkt gefahren, und habe mit meiner Lesebrille auf der Nase die Regale nach Laktose-Hefe-Gluten-Sorbitfreien Lebensmitteln durchforstet. Nach 8 Jahren spanischen Supermärkten, in denen Bioware auf den Dörfern noch absolute Mangelware ist, war ich fürbaß erstaunt, hier nun solche Sachen wie lactosefreie Milchprodukte, und Lactose -und Glutenfreies Knäckebrot zu finden. Die Durchforstung des Brüheregals ergab Null Treffer für Hefefreiheit, es ist unglaublich, wo Hefe überall drin ist, leider auch in dem besagten Knäckebrot. Ich fand schon einiges, was ich essen kann, aber man kann sagen, von dem gesamten Warenangebot blieben nach ersten Hochrechnungen vielleicht 5% (wenn man die ganzen Getränke nicht mitzählt). Frisches Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch, und Reis, das ist so einigermassen mein neues Spektrum. Denn für diesen ganzen Spezial- Mist-Frei-Kram löhnt man fast das Doppelte, das heisst, man bezahlt auch noch dafür, wenn man den ganzen Chemiescheiss nicht mehr vertragen kann. Und dabei war ich noch nicht mal in einem Naturkostsupermarkt, der mir wahrscheinlich zwar einige Möglichkeiten mehr anbietet, die aber sicher ihren (hohen) Preis haben.
Das Ganze gibt mir schon viel zu denken. Daß sich in den Jahren meiner Abwesenheit das Angebot eines schlichten Supermarktes mit seinen 50 verschiedenen Wurstsorten, 30 Käsesorten, einem Meer von verschiedenen Brotsorten, Kartoffelbrei, Tütensuppen und Fertiggerichten um solch seltsame Dinge wie Bioware, lactosefreie Milch und glutenfreie Kost erweitert hat, lässt nur einen Schluss zu: Die Menschen vertragen das "normale" Essen immer weniger, die Nachfrage ist gestiegen. Wer würde schon freiwillig auf die gute Frischmilch, das wunderbare Brotangebot, die leckeren Käse verzichten, wenn er es nicht müsste? Das war doch früher nur diesen ungepflegten Birkenstockschuhträgern mit den langen Haaren und den selbstgestrickten Reineschafswollepullis vorbehalten, die man so gerne milde belächelte, wenn man sie aus kunterbunten Bioläden mit ihren Stofftaschen rauslatschen sah.
Mittlerweile ist das Wort "BIO" überall zu lesen, und Bioware füllt einen wesentlich grösseren Teil der Kühlschränke grundanständiger Bürger, als man es vermuten würde, und zwar nicht unbedingt aus dem edlen Grund, die Umwelt schonen zu wollen, sondern aus dem Zwang, irgendwas essen zu müssen, was einen nicht krank macht.
Und da diejenigen Konsumenten all die schönen, bunten
E 420er, und sonstige unaussprechlichen Chemiezutaten nicht mehr kaufen können, und somit nichts mehr an ihnen verdient ist, muss eine neue Industrie geschaffen werden, die dem übelkeitsgeplagten Nichtkäufer neue Schlemmeraltenativen bietet, damit sie ja nicht auf die Idee kommen, etwa umzudenken, und sich wieder an eine natürlichere Ernährungsweise mit industriell unverarbeiteten Lebensmitteln zu gewöhnen. Denn DAS wäre eine Katastrophe. Es ginge doch ganz und gar nicht, wenn die Menschen vernünftiger werden würden, und bereit wären, ihre Gesundheit VOR ihren Genuss zu stellen.
Irgendwo verdirbt mir alles gerade ziemlich den Appetit !
momoseven - 2008/11/17 17:41
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Auch wenn ich morgen früh (Haha, es IST morgen früh), also wenn ich morgen dann, also eigentlich heute später irgendwann wieder mit meinen üblichen 1.56m aufwache, heute morgen, also jetzt fühle ich mich mindestens 1m grösser, und dabei seltsamerweise leichter, weil mir eine liebe Freundin in 7 1/2 Stunden köstlich verbrachter Zeit den Kopf mal ordentlich gewaschen hat, und es tat einfach unendlich gut!
Mone, die Grosse!
HAH!
Jawohl!
DANKE, DU Grosse!!!
momoseven - 2008/11/17 04:00
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Nach dem Computer-Virus-Desaster der letzten Woche, und einem Stimmungs-Desaster in den letzten Tagen, in denen ich einfach keine Lust hatte, mich mit schönen Bildern auseinanderzusetzen, kommt heute, nach einem ausgiebigen Spatziergang, der mir mal wieder die schönen Seiten des Lebens vor Augen führte, meine Nachhol-Galerie.
Mein neuer Header zeigt schon mal, was aus dem Zusammenspiel von Filzstiften, Papier und gelangweilter Mone entstanden ist,
hier noch mal in voller Grösse:
Der Schal ist inzwischen auch fertig.
und schön warm eingepackt und rosig geschützt ist´s Draussen gut auszuhalten, auch wenn einem in den letzten Tagen eine eher trübe Suppe da draussen entgegenschwappte,
und sich die Sonne nur mal kurz indirekt an fernen Baumwipfeln zeigte.
Hat aber auch was schön melancholisches da draussen, und meine Schritte führten uns wie von allein wieder zum Teich:
mit neuen, krautig-schönen Eindrücken
und Bildern zum Wegträumen
Genau in dem Moment, als ich meine Linse auf die Wassertropfen da auf dem Blatt eingezoomt hatte, sprang (oder fiel?) mein Hund ins Wasser! Ich wusste nicht mal, daß sie schwimmen kann, aber sie durchstrampelte das Tümpelchen in korrekten Hundekraul, ohne dabei gross das Wasser aufzuwirbeln, und schüttelte sich 20cm vor mir gründlich aus. Das Ganze dauerte höchstens 5 Sekunden, und bis ich meiner Kamera wieder ausgezoomt hatte, war sie schon wieder draussen, um sich mit Vehemenz ins Laub zu schmeissen, sprich, sich unsichtbar zu machen.
Desweiteren begneten mir an australische Malereien erinnernde Blattgemälde,
Balinesisch anmutende Baummasken

und Bäume, die aussehen, als müssten sie mal...
Inzwischen ist der Hund wieder trocken, und es wird auf dem Sofa gekuschelt...
Das mit dem Baden ist keine schlechte Idee, nur werde ich WARMES Wasser nehmen, und das Ganze mit Kerzenschein vergolden.
Euch allen noch einen schönen Sonntagabend!!!
momoseven - 2008/11/16 18:01
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abgelegt unter Fotogalerien
Ich hoffe doch mal sehr, daß es nicht auf meine Emphatie zurückzuführen ist, daß ich heute so traurig bin. Heute wird nämlich dem gesamten Volk Trauer verordnet, und in meiner Jugend bemerkte man das Herannahen dieses Tages daran, daß ab 24h Tanzverbot in den Diskotheken herrschte. Ansonsten hatte meine Generation wenig mit diesem Tag zu tun, an dem der Opfer eines Krieges gedacht werden, dessen Greuel wir nur vom Hörensagen kennen.
In unseren Breiten muss wohl so ein Tag verordnet werden, weil das Thema Tod und Verstorbene so vehement von den Lebenden getrennt ist.
In anderen Kulturen werden die verstorbenen Ahnen wie Götter verehrt, in Hausaltären sind sie präsent in das Alltagsleben eingebunden, werden um Rat und Hilfe gefragt, und nie vergessen und weggesteckt, auf dunklen, kalten Friedhöfen verbannt.
Hier muss man Gedenktage einrichten, damit die Menschen nicht vergessen, und wie auf Knopfdruck holen sie dann ihre gutweggepackte Trauer hervor, so wie sie an Weihnachten gerne rührselig werden, und an Fasching fröhlich.
Ich persönlich finde, daß jeder Mensch, der einmal gelebt hat, ob er nun Heldentaten vollbracht hat oder nicht, des Gedenkens wert ist, an jedem Tag, da es uns doch daran erinnert, welchen Weg wir alle einmal gehen. Ich finde auch, daß das viele Geld, was die Gedenkfeiern und Kränze und Blumen kosten, lieber LEBENDEN Notleidenden gespendet werden sollte. Ich finde, man sollte lieber einen anderen Umgang mit dem Tod lehren, damit die vielen Hinterbliebenden, die sich z. B.mit ihren Toten nicht versöhnen konnten, lernen, damit umzugehen, und ihren Frieden damit IM LEBEN machen können. Dazu müsste der Tod viel mehr im Leben intergriert sein, nicht so ausgegrenzt, auf bestimmte Tage im Jahr gepresst, an Stadtränder verbannt.
Ich persönlich fände es schön, stünde meine Asche auf dem Kaminssims eines Menschen, der mich geliebt hat. Oder noch besser, meine Asche im Meer oder um einen Baum herum gestreut, und nur ein Bild von mir bleibt zurück. Und der jeden Tag eine kleine Kerze für mich anzündet, und mit mir spricht, und mir ab-und zu frische Blumen hinstellt. Der mein Bild betrachtet, und jeden Tag vielleicht ein bisschen weniger traurig sein muss, weil er sich mir nahe fühlen kann. Der sich über mein Andenken freut, und nicht zwangweise daran erinnert werden muss, als etwas Unangenehmes, was mühsam aus dem Dunkel geholt werden muss.
Das, finde ich, schafft so viel mehr Leid.
Bitte, das ist ein schwieriges Thema, und ich möchte niemandem mit meinen Ansichten irgendwie zu nahe treten.
Ich habe selbst liebe Tote zu beklagen und es werden immer mehr werden, solange ich lebe.
Weil ich das weiss, muß ich mich mehr mit diesem Thema auseinandersetzen, und neue Wege für mich finden, weil ich sonst vielleicht daran zerbreche.
Traurig bin ich immer noch.
momoseven - 2008/11/16 13:07
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