Die liebe Mondin, die übrigens morgen mal wieder in die Vollen geht, befindet sich gerade in ihrer leicht elliptischen Laufbahn um die Erde am erdnächsten Punkt, und da sie vor kurzen sowieso das Perigäum erreicht hatte, prangt sie heute wieder wirklich dick und fett am sternenklaren Himmel. Auf zum Glück salzlosen Wegen knirschte ich soeben, begleitet vom Trippelschritt meiner begeisterten Hündin durch die klirrende Kälte, und sah mich umfunkelt von Tausenden von Diamanten, der starke Frost hat besonders grosse Eiskristalle wachsen lassen, deren Glitzern weit in die schneeigen Wiesen reichte, und mich mit jedem Schritt mehr betörte, und jeden trüben Gedanken aus meinem müden Hirn verbannte.
Es ist Jahrzehnte her, daß ich so etwas Schönes gesehen, und so tief empfunden habe.
momoseven - 2009/01/10 22:44
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24 Tage schon bin ich in der Therapie. Dabei waren die "Arbeitswochen" von Feiertagen durchlöchert, und es gab immer wieder Pausen dazwischen. Die letzte Woche gab es nur einen Ruhetag, und ich kann nur sagen, es ist wahnsinnig anstrengend.
Das denkt man so gar nicht, aber das Ganze hat so wenig mit Erholung und Urlaub, oder Auszeit zu tun, wie ein Spiegelei mit einer Parkuhr. Man rennt die ganze Zeit in der Gegend herum, vom Frühsport zum Frühstück, zu Einzel-und Gruppengesprächen, zum Mittag-und Abendessen, als Raucher verlässt man je nach Sucht zwischen 5 und 20x das Gebäude, man tanzt, malt, badet, redet, weint, lacht,tröstet, flüchtet, stellt sich, liest, strickt, räumt auf, aber das ist nicht das anstrengende, das ist nur der Rahmen. Das, was wirklich schlaucht, passiert im eigenen Inneren. Der Mikrokosmos einer Station mit ca. 20 Patienten spiegelt in allen Details alle möglichen Alltagssituationen und Probleme wieder, nur in geballter Form. Das, was man in ca. 6 Wochen erarbeiten soll, lässt sich mit dem Laufenlernen eines Kleinkindes vergleichen, man rappelt sich auf, und fällt wieder auf den Arsch, dann rappelt man sich wieder auf, macht vielleicht einen Schritt, und fällt wieder auf den Arsch, das tut manchmal auch weh, aber da ist jemand, der einen ständig vorantreibt, und man will ja selbst auch so gerne richtig laufenkönnen, also rappelt man sich von neuem auf, u.s.w.
Dann macht man einen Schritt nach vorne, und dann wieder 2 Schritte zurück, dann vielleicht mal 2 oder 3 Schritte- und dann fällt man erst mal wieder auf den Arsch, oder auf´s Knie, so daß es richtig wehtut. Aber dann läuft man tatsächlich mal ein paar schöne Schritte, weil sich inzwischen neue Muskeln gebildet haben, trotzdem kann es dann passieren, daß man stolpert, weil man nicht aufgepasst hat, wo man hinläuft.
Zwischendurch hat man auch mal die Nase richtig voll, und ist vielleicht entmutigt, aber man spürt, daß man lernt, und mit jedem Schritt ein kleines bisschen mehr sehen kann.
So ist es gerade bei mir, und so geht es allen meinen Mitlernenden mehr oder weniger ähnlich.
Nur das dieser ganze Prozess im Inneren stattfindet, einem völlig unübersichtlichen, chaotischen Areal, und jeden Tag tauchen neue Stolpersteine und Schlaglöcher auf, von deren Existenz man teilweise keine Ahnung hatte.
Auch das Wochenende stellt im Moment keine wirkliche Erholung dar, sondern zergliedert sich in unzählige Feuerproben, in denen man sich auch mal fies verbrennen kann, und man fast erleichtert ist, zurückzukehren.
Das Schöne daran ist, man ist nicht allein.
Nicht nur mit den Therapeuten, mit denen ich ganz grosses Glück hatte, weil sie meine Sprache zu verstehen scheinen, und ich die ihre, auch mit vielen meiner Mitlernenden, Menschen, die durch die Hölle gegangen sind, und trotzdem soviel Liebe in sich tragen, daß sie mich trösten können, wenn ich weinen muss, mich einfach mal in den Arm nehmen, mir liebe, ernstgemeinte Dinge sagen, und mir dasselbe bei sich selbst gestatten.
Wie auch draussen in der Welt gibt es Arschlöcher, die es schaffen, eine ganze Gruppe durcheinander zubringen, und man lernt, wie man es auch draussen in der Welt schaffen muss, trotz solcher Menschen klarzukommen, bei sich zu bleiben.
So ist das im Moment bei mir, "fast" wie im richtigen Leben, aber manchmal schwerer, manchmal schöner, alles extremer, geballter.
Eben richtige Knochenarbeit.
momoseven - 2009/01/10 20:54
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Für ein Wochenende bin ich zurückgekehrt in eine Welt, die bisher meine "reale" Welt war. Jetzt ist es umgekehrt, die Welt, (die Klinik) ist für mich realer, als der Ort, den ich üblicherweise als mein zuhause bezeichnet habe, und den ich jetzt langsam mit ganz anderen Augen zu sehen beginne. Das liegt möglicherweise an den Erwartungen, die ich in den verschiedenen Welten zu erfüllen habe, an dem Feedback, das unterschiedlicher gar nicht sein kann.
In der einen Welt bin ich, bis auf wenige kostbare Ausnahmen, allein, eine Fremde, die gelernt hat, ihr Innerstes zu verbergen, es hinter ihrem freundlichen Lächeln zu verstecken, und die gar nicht mehr weiss, wie sie sich fühlt, weil sie so lange eine Rolle gespielt hat, von der sie glaubte, daß die anderen sie dann lieber mögen. In der anderen Welt gibt es viele, denen es ganz ähnlich geht wie ihr, und viele, die ihr Lächeln und ihren Redefluss durchschauen, dahinterschauen, und auf der Suche nach der Mone sind, die sich verloren geglaubt hat, weil sie sich selbst nicht mehr fand, nur diese Rolle von ihr. Die krank wurde, weil sie diese Rolle nicht mehr gut spielen konnte, der Text entfallen, und die Gefühle, die nun heraufsteigen, passen nicht zum laufenden Stück.
Ich beginne, zu verstehen, warum ich das tue, aber ändern kann ich es noch nicht, und manchmal glaube ich, das schaffe ich nie!
Dennoch, es wird mir, manchmal mehr oder weniger glaubhaft, versichert, daß es möglich sei, und da ich mich entschlossen habe, zu vertrauen, und von meiner Seite alles zu tun, was mir möglich ist, ist da ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer.
Ein ganz, ganz kleiner. Manchmal.
In ein paar Stunden fahre ich zurück in diese Welt, in der ich weinen darf, und schwach sein, und müde, und traurig, und verzweifelt, wenn mir danach ist, aber auch herzlich lachen, und albern sein, und manchmal NEIN sagen. In der ich in den Arm genommen werde, und in der mir zugehört wird, auch meinen unausgesprochenen Worten, denen ganz besonders.
In der ich mir das Wichtigste sein darf, und in der ich keine Rolle spielen muss, die nicht zu mir passt.
Ich frage mich, wievielen Menschen geht es ganz ähnlich, und kämen niemals auf die Idee, etwas daran zu ändern.
Ich glaube, sehr, sehr viele.
Viel zuviele!
ICH bin froh, diese Chance zu haben!
momoseven - 2009/01/04 09:19
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Heute spätnachmittag, nach Sonnenuntergang stehen am Westlichen Horizont rechts unten von der Mondsichel Jupiter (gross) und Merkur (klein), links oberhalb der Mondsichel die schöne Venus so ziemlich in einer Reihe. Jupiter und Merkur stehen sehr nah am Horizont, so daß es ratsam ist (falls Bewölkung nicht sowieso wieder die Sicht vereitelt) von einem höhergelegenen Punkt nach dem Spektakel zu spähen.
Ich werde mich in meine wärmsten Klamotten werfen, und hoffe, es diesmal sehen zu können.
Bericht folgt.
momoseven - 2009/01/03 15:10
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Da ich mich derzeit den grössten Teil der Woche in städtischen Gefilden aufhalte, aber nach alter Gewohnheit, leider unbehundet, durch die Gegend schlendere, richtete ich mein Augenmerk und meine Kamera auf die Phänomene urbanen Glotzertums, und stellte erstaunt fest, daß ich auch dort immer wieder angeglotzt werde.
Hier nun die ersten Ergebnisse:

der grünliche Müllglotzer

der gitterige Fensterglotzer

ein kleines Kaugummiglotzerbaby

Hier ein seltener Marmorsteineisenglotzer, ohne Marmor...
Sehr oft anzutreffen war

der eher unbeliebte Doppelverbotsglotzer

der simple Skalenglotzer

und ein besonders schönes Exemplar des doppelten Rettungsglotzers, der die angenehme Eigenschaft hat, bei ungewollter Feuerentwicklung mittels magischer Tränen Feuerfreiheit zu erzaubern.

Ein einfacher Schraubengucker
Und da es selbst in der Stadt ab und zu ein bisschen Natur gibt, fand ich noch

den bemoosten Wegesrandglotzer...

und den böppeligen Baumschauer.
Auf dem nahegelegenen Friedhof fand ich schliesslich
noch diese 3 sandsteinigen Gruselglotzer

mit denen ich meine Galerie für heute beenden will.
Doch, die Stadt ist gross, und wenn es weitere Glotzer gibt, dann werde ich sie auch finden!
Schönes Wochenende wünsch ich!!!
momoseven - 2009/01/03 14:36
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wünsche ich Euch allen!!!
Ich hoffe, ihr seid gut rübergerutscht, und zwar nicht über das Blitzeis, welches pünklich zum Jahreswechsel die Strassen meiner Stadt in eine grosse Schlittschuhbahn verwandelt hat.
Ich selbst stand mit dicken Ohrstöpseln und etwas wehem Herzen allein in meinem Zimmer hoch über der Stadt, staunend, und mich fragend, ob die Menschen unter mir keine Uhr lesen können, und es aussah, als hätten sie ihre Kracher so billig erstanden, daß sie bereits 2 Stunden vor Mitternacht anfangen konnten, aus vollen Rohren zu ballern.
Ich dachte daran, wie unsere Erdkugel wohl um diese Zeit vom Weltraum aus ausgesehen hat, umrundet vom Feuerwerk der verschiedenen Zeitzonen, vernebelt von stinkenden Schwaden in die Luft verpulverter Billigarbeitskraft, einen weiteren Nagel am Sarg unseres kostbaren Ozons, Berge von Sondermüll hinterlassend.
Ich dachte an die vielen, alten, einsamen Menschen, die bei dem Geknalle ungute Erinnerungen aus alten, schlimmen Zeiten bekommen haben, und an die vielen Hunde und Katzen, die unter Betten und Sofas geflüchtet sind.
Ich dachte an die vielen Menschen, die, vielleicht mit Hilfe von Alkohol krampfhaft versuchten, das Riesentheater um eine einzige veränderte Zahl in einem von Menschen erfundenen Zahlensystem, zu überstehen, an die rückfälligen Alkoholiker, die erschreckt aufgewachten Kinder, die erschöpften Hausfrauen.
Ich dachte auch an die Menschen, die das Glück hatten, mit geliebten Menschen ein schönes Fest zu feiern, und konnte mich genauso für sie freuen, wie ich mit den anderen litt.
Ich dachte an meine vergangenen Jahreswechsel, an die fröhlichen und weniger fröhlichen, und ich kam mir vor, wie in einem Film, den ich noch nie gesehen hatte.
Um halb 1 lag ich schon in tiefem Schlummer, und heute morgen bin ich aufgewacht, und konnte mir selbst, zuversichtlich, ein gutes Neues wünschen, und mir vornehmen, daß es besser wird, als die letzten 2.
Habe heute Tagesurlaub, eine kleine Pause vom anstrengenden Hervorholen meiner Verdrängungen, die aber nur 1mm unter der Oberfläche dösen.
Ich möchte allen meinen Freunden, Lesern und allen anderen danken, die es möglich machen, daß diese Blogwelt hier existiert, und mich immer wieder bereichert!!!
momoseven - 2009/01/01 11:17
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Bevor ich jetzt für 1 Woche wieder in der Versenkung verschwinde, noch ein kurzer Rückblick.
Conclusion: UFF! Überstanden!
Darf mir jetzt das inzwischen eingefrorene Lächeln wieder aus dem Gesicht bügeln und stolz auf mich sein, alles heil und problemlos überstanden zu haben. Meine Contenance, mühsam aufgebaut, getrost für die nächste Woche in den Schrank sperren, und einfach wieder so sein, wie ich mich fühle: Aufgewühlt, überfordert, erschöpft, neben mir.
Werde mich heute abend in ein Entspannungsbad schmeissen, und erstmal jedes Gespräch, vor allem oberflächliche, meiden.
Mich sehr schweren Herzens von meinem Hund trennen.
Mich auf mich konzentrieren. Bewusst ins Dunkel tauchen.
Hat ja alles noch gar nicht richtig angefangen.
Da ich auch Silvester dort bleibe, wünsche ich Euch allen schon jetzt einen guten Rutsch, und ein wunderbares 2009!!!
momoseven - 2008/12/26 16:40
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Nach 1 Stunde Genuss des weihnachtlichen Gelages, es gab Raclette, habe ich die 1 Woche Frühsport bereits wieder ausgeglichen, aber das war es wert. Unsere Familienessen zeichnen sich durch die hohe Kunst aus, während des wohligen Schmausens gleichzeitig angeregt zu reden und sich gegen Ende hauptsächlich kaputtzulachen, ohne dabei mit dem Essen auch nur 1 Sekunde auszusetzen.
An und für sich finde ich dieses viele Essen immer sehr anstrengend, es gibt so viele gute Sachen, die man gerne probieren möchte, und heute habe ich, ohne Rücksicht auf eventuelle Unverträglichkeiten auch von allem probiert, schon daher, weil sich meine Mutter so eine Mühe gemacht hat.
Heute wurde im kleinen Kreis gegessen, morgen fährt dann der Rest der Familie ein, und das Haus ist voll.
Zugegebenermassen ist es für mich gerade wie ein kleiner, oder eher grosser Kulturschock, nach der letzten Woche wieder hier zu sein,
ICH könnte inzwischen auf Weihnachten auch ganz gut verzichten, in den letzten Jahren war ich gar nicht dabei. Es ist ein bisschen so, daß früher Weihnachten für die Kinder inszeniert wurde, und jetzt eher für die Eltern, aber sie machen es so liebevoll, Kaminfeuer, Kerzenlicht, und der wunderbare, siebenarmige, Kerzenleuchter in Baumform, geschmückt mit Engelchen und Goldperlenketten, und Glasgehängen, überall Päckchen mit liebevoll ausgedachten Geschenken. Mir war das Leuchten und die Freude in den Augen meiner Eltern das schönste Weihnachtsgeschenk dieses Jahr, auch wenn ich jetzt ein bisschen sehr erschöpft bin, meine Aufgewühltheit und Verletzlichkeit hinter meinem Lächeln verborgen, jetzt erst meine verspannten Schultern langsam heruntersinken, und ich gleich nochmal ordentlich mit meinem Hund in der Nacht rumstolpern muss.
Zum Glück habe ich Schlaftropfen mitbekommen, und zum Glück darf ich heute in meinem nachtruhegarantiertem Elternhaus schlafen.
Morgen gilt es, die Gans einigermassen heil zu überstehen, die ich mir trotzdem um nichts in der Welt entgehen lassen würde.
Ehrlichgesagt, ich könnte es gar nicht.
Was gibt es denn bei Euch?
momoseven - 2008/12/24 21:50
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Und ausserdem:
Wöhliche Freinachten!
Weinerliche Frohnachten und
Fröhliche Arschnachten, Ihr Weinlöcher!!!
Sucht Euch eins raus!!!
Hallo, Ihr Lieben alle! Melde mich mal wieder zurück, und wie Ihr lesen könnt, geht es mir heute ganz lustig. Habe das für heute einfach mal beschlossen, nachdem ich jetzt 1 Woche im Ernst meines Lebens rumgewühlt habe. Die Einzelheiten werde ich Euch für heute ersparen, denn auch ich möchte heute, morgen und übermorgen so was wie Urlaub machen. Werde in diesen Tagen auch in aller Ruhe nachlesen, was bei Euch in der Zeit alles so geschrieben wurde, jetzt wird gleich erst mal beschert und gemampft. Nur soviel, ich schlafe viel besser, mache jeden Morgen Frühsport, tanze mir 3x die Woche den Mist aus dem Leib, kann jetzt mit Walkingstöcken laufen, ohne zu stolpern, hab gestern das erste mal seit langem einen Lachkrampf gekriegt und fühle mich dort gut aufgehoben und versorgt und für den Moment am richtigen Ort.
Euch wünsche ich heute einen wunderschönen Heiligabend, oder einfach eine gute Zeit!
Bis später, Ihr Lieben, ich habe Euch wirklich vermisst!
momoseven - 2008/12/24 15:42
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Fix und fertig rumgewirbelt, man muss an so viele Kleinigkeiten denken, ist echt wie verreisen.
Noch mal in der Nacht rumgeschliddert (warm aber bodenfrostig), mit einem sauber gebadeten Hund, der schon Lunte gerochen hat, daß irgendwas im Gang ist, und an mir klebt, und immer wieder tief seufzt. Ich bin froh, daß sie in guten Händen ist, das hilft mir, auch sie mal eine Weile loszulassen. Wir waren in unseren 8 Jahren selten voneinander getrennt, und es fällt mir schon recht schwer, sie morgen früh zu verlassen.
Um ehrlich zu sein, das ist alles einfach total irreal, ich weiss nur, es ist höchste Zeit!
Euch Allen wünsch ich eine schöne Vorweihnachtszeit, an Weihnachten gucke ich wieder bei Euch vorbei.

momoseven - 2008/12/17 00:12
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War die letzten Tage nochmal ohne Lap, ein Wackelkontakt im Stecker, nichts wildes. Jetzt kann ich zumindest heute abend noch ein bisschen bloggen, und die Kiste steht zur Verfügung, wenn ich mal zwischendurch heimkomme. An Weihnachten ganz sicher.
Im Moment packe ich meinen Koffer, was gar nicht so leicht ist, und versuche, hier ein wenig Ordnung zu schaffen. Habe ein bisschen Grippe, und bin am Rande meiner Kräfte, denn in den letzten Tagen habe ich es tatsächlich geschafft, für alle meinen Lieben schöne Weihnachtsgeschenke zu finden, teils gekauft, teils selbstgemacht, alles ist schon fast verpackt, und trotz meiner eigenen Unzufriedenheit, daß ich nicht mehr selbst machen konnte, und diesmal auch ganz banal umweltunfreundliches, aber zugegebenermassen sehr schönes Weihnachtspapier verwendet habe,
bin ich froh, daß ich es getan habe, ich weiss, daß es schöne Sachen sind, die viel Liebe, Süsse, Wärme und Humor vermitteln. Denn auch wenn ich sehr erschöpft von all den Familienangelegenheiten bin, Liebe ist immer da, und ich bin froh, daß ich dahin zurückfinden konnte.
In meiner Situation jetzt bin ich einfach nur froh, daß morgen die Therapie beginnt, gestern war ich da, und bekam alles gezeigt,
2-Bett-Zimmer mit viel Aussicht, schon mal eine sehr nette Schwester, und strikte Nachtruhe ab 22 Uhr (Wie WUNDERVOLL!!!), eine andere Welt, eine Art Gemeinschaft, und ein geschützter Raum, in dem ich meine bemühte Contenace endlich mal lockerlassen kann, eine schöne Spatziergegend (leider ohne Brasky!), die Möglichkeit, auf Menschen zu treffen, die sich ähnlich schlecht fühlen, die Möglichkeit, mein Innerstes zu offenbaren, ohne Schuldgefühle oder Scham, die Chance, alte Codes umzuschreiben.
Kein Handy, kein Computer, aber wunderbare Bücher: Habe von Stanislaw Lem den geliebten Terminus dabei, den guten Käpten Blaubart vom guten Moers, und noch einen von Andreas Eschbach, habe eine Puschelwolle mit einem sagenhaften Rotton für meinen nächsten Schal gefunden, der aussehen wird wie eine rote Federboa, ein leeres Heft und Stifte, mein Zeichenbuch, und ansonsten nur das, was man halt so braucht. Im Sommer hätte ich nur die Hälfte an Gepäck gebraucht, aber ich muss für Out-Dooraktivitäten gerüstet sein, eine Kuscheldecke, ein Bademantel, ein Jogging-Outfit, und schon platzt der Koffer fast.
Morgen wird mich mein lieber Vater dorthin fahren, der mich schon so oft begleitet hat, an Orte, an denen man froh ist, wenn einen jemand begleitet, der Hund ist in besten Händen, und ich bin jetzt einfach offen wie der Himmel!
Wir sehen uns nachher noch, Ihr Lieben!
momoseven - 2008/12/16 16:08
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