Bin schon voll am Gähnen...
Den ganzen Tag herumgewieselt, buchstäblich draussen mit R. und H. und h. gegen teilweise orkanartigen Wind gestemmt, im Haus rumgeflitzt treppauftreppab, und meine Wohnung wieder in vorläufigen Beschlag genommen. Überschwemmungen beseitigt, mir ein lecker Essen gekocht, und gepflegt bei Kerzenlicht gebadet, in einem scheinbar äusserst wirksamen Melisse-Entspannungsbad, welches mich wohl in Bälde in mein frischbezogenes Bett drücken wird.
Morgen begebe ich mich in aller Herrgottsfrühe auf die Suche nach einem ambulanten Therapeuten. Ich bekam in der Klinik schon eine Liste mit Krankenkassenbezahlten, und war einigermassen schockiert, wie schwer es überhaupt ist, einen von denen ans Telefon, geschweige denn einen Termin zu bekommen. Ein ziemliches beunruhigendes Anzeichen für das Befinden der Mitglieder einer Gesellschaft, in der doch alle glücklich und zufrieden sein müssten.
Da ich diese Spielchen schon kenne, richte ich mich erst mal darauf ein, eine Menge abzuklappern, in der Klinik hatte ich echtes Glück, daß ich mit allen meinen Bezugspersonen auf Anhieb sehr gut konnte, und sie mit mir, aber es kann jetzt auch erst mal eine enervierende Geschichte werden, in der ich schon üben kann, was ich in letzter Zeit gelernt habe.
Jetzt schnapp ich mir Schaetzings "Schwarm" und kuschle mit Brasky, die noch etwas nervös ist und schallend bellt, sobald ich das Zimmer verlasse.
Noch habe ich all die anderen Bilder im Kopf, höre die vielen Stimmen, ich weiss ungefähr, was sie jetzt machen, vergleiche irgendwo das eine Leben mit dem anderen, aber ich glaube, ich habe mich von dort mitgenommen, bin hier bei mir, und bin ganz friedlich und ruhiger Stimmung, weder traurig, noch euphorisch, einfach nur da, warm und sauber.
Wünsche wohl zu ruhen!!!
momoseven - 2009/02/10 20:39
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Uuuund Loooos!!!
momoseven - 2009/02/10 12:03
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Es ist nie leicht, Abschiede richtig zu gestalten, aber ich glaube, ich habe es ganz gut hingekriegt. Ein bisschen von allem war dabei:
Ein ordentlich-leerer Schlafplatz, ein volles Auto, Unmengen von Kuchen und ein letztes Krankenhausfrühstück im Bauch, ein fast gewonnenes letztes Würfelspiel , Schenken und beschenkt werden, ein bisschen Traurigkeit, und auch ein bisschen Erleichterung, die Bekräftigung einer Seelenfreundschaft, und mindestens 20 Umarmungen, einige davon sehr innig, ungezähltes Händeschütteln, noch ein paar ganz liebe Komplimente und ein paar unbezahlbare Tipps.
Dann raus durch die nassgraue Realität in ein nahezu unverändertes Chaos mit einer zentimeterhoch überschwemmten Küche als nette Dreingabe, wenigstens Ruhe ausser dem draussen tobenden Sturm.
In mir ein leichtes Herzweh, begrüsst und erkannt als Abschiedspieks, vermischt mit einer wohltuend grossen Portion Realismus, der Restwochenkalender voll, der Optimismus wird gleich aus dem Koffer gepackt,
Mone meldet sich zurück!
momoseven - 2009/02/10 10:16
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Wozu Frühaufstehen manchmal gut sein kann:
Euch Allen noch einen schönen Sonntag!!!
momoseven - 2009/02/08 16:40
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Kopf hoch, Mone!!!
momoseven - 2009/02/08 15:15
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Weggehen- Ankommen. Noch nicht richtig wegsein, und noch nicht richtig angekommen sein. Nicht wirklich wegwollen, nicht wirklich ankommen wollen. Das Wissen, daß man von da, wo man gerade noch ist, nicht wirklich wegwill, aber muss, und daß man da, wo man jetzt hinmuss, nicht wirklich hinwill, aber muss.
Heimatlos, in der Schwebe, im Transit, eben im Niemandsland.
Gestern hatte ich das Gefühl, mutig zu sein, den kalten Wind um meine Nase begrüssen zu können, es ertragen zu können, heute fühle ich mich ziemlich verloren und verzagt, denn der Ort, an den ich im Moment zurückkehren muss, schlägt wieder über mir zusammen, erinnert mich allzusehr an meine dunklen Stunden, will mich wieder lähmen mit den alten Mechanismen, noch ist ein grosser Teil von mir an dem anderen Ort, der mich stabil und mutig gemacht hat, noch habe ich mich selbst nicht mitgenommen.
Man gewöhnt sich sehr schnell um, aber man vergisst auch so leicht, die alten Pfade sind so bequem und ausgetreten, es ist so leicht, dort wieder zu gehen. Man will es nicht, aber wie leicht gerät der Fuss immer wieder in die alte Rinne. Also schwankt man, gerät aus dem Gleichgewicht, stürzt vielleicht auch mal, tut sich weh. Steht wieder auf.
Das ist Niemandsland.
momoseven - 2009/02/08 09:41
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Hui, diese Woche hatte es echt in sich!!!
Da nützt es wenig, wenn die Therapeuten wissend und beruhigend erzählen, es sei völlig normal, und ginge jedem so, durch muss man da selber, und bei jedem ist es anders.
Bei mir kam der richtige Showdown am Donnerstag beim Walken:
Alle paar Kilometer wird da Puls gemessen, damit auch ja niemand umkippt, und nachdem ich all die Wochen bei entspannten 120 Schlägen pro Minute lag, wurde ich auf einmal mit 164! und mit einem unangenehmen Druck im Brustknochen überrascht, ein flugs vorgenommenes EKG ergab nichts Schlimmeres als einen extrem hohen Puls,und eine leichte Bronchitis und die heraufdämmernde Erkenntniss, daß gerade noch schön zum Schluss mein lange umgangenes Thema Wut hochkam, und ich einfach zu extremen körperlichen Reaktionen neige. Ich hatte den heftigsten Heulanfall meines gesamten Aufenthaltes, und kann von Glück sagen, daß mich das Ganze nicht NACH meiner Entlassung am Dienstag zuhause erwischte, sondern noch im Auffangfeld, wo ich noch ein paar der ergiebigsten Einzelgespräche der ganzen Therapie hatte.
Letztlich haben mir extrem widersprüchliche Gefühle diesen Rest verpasst, mir schier das Herz noch mal zerissen, aber auch noch einmal einige ganz neue Türen geöffnet.
So eine Psychosomatikstation ist ein unglaublich dynamisches Feld, jede Woche verlassen Leute die Station, und neue kommen dazu, manche machen aus ihrem Abschied einen Staatsakt, andere stehlen sich geradezu heimlich davon, bei manchen ist man geradezu erleichtert, wenn sie weg sind, anderen weint man richtig nach, und vermisst sie. Es gibt nicht viele Orte, an denen man so intensive Kontakte pflegen kann, so viel Gruppendynamik erlebt und so viele unterschiedliche Schicksale und Verhaltensweisen auf einem Haufen zusammenhat, und selbst experimentieren kann, wie man Konflikte löst, sich abgrenzt, Lob aushält, Kritik annehmen lernt, und wie man sich allein aus einem tiefen Loch rausbugsieren kann.
Wenn man kommt, ist man meistens ein Häufchen Elend, ein Nervenbündel, ein Angstpaket, und wenn man geht , ist man im günstigsten Falle ein Mensch, der seine Gefühle wieder wahrnehmen kann, mit neuen Verhaltensstrategien und mit dem Optimismus und dem Mut, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Mein eigener Abschied steht nun noch bevor, am Dienstag, und ich will versuchen, ihn für mich, und für die, die noch bleiben, so ehrlich und unprätenziös wie möglich zu gestalten, ich weiss, es werden Tränen fliessen, und es wird nicht leicht fallen, zu gehen, und aus der täglichen Nähe einiger wirklich wunderbarer Menschen zu sein.
Ich selbst spüre, daß es nun aber in Ordnung für mich ist, zu gehen, daß ich Lust habe, mich zu erproben, daß es Zeit ist, das warme Nest zu verlassen, um mir mein eigenes, warmes Nest zu suchen.
Ich werde berichten...
momoseven - 2009/02/07 13:40
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Auf Dauer wollte ich kein Wochenendheimfahrer sein. Dauernd Koffer einpacken, rumschleppen, wieder auspacken, so was ist nur im Urlaub wirklich spassig. Mein Hund hat sich zwar einigermassen umstellen können, sie wird wirklich liebevoll betreut und verwöhnt (sie verweigert inzwischen Dosenfutter, und ist beleidigt, wenn´s nicht genug Abwechslung gibt), aber gegen Sonntag-Nachmittag höre ich sie permanent seufzen, und sie legt sich AUF den Koffer, damit ich ihn nicht packen kann. Siebenmal hatte ich jetzt schon dieses Spiel, und vielleicht ist dies auch ein Anzeichen voranschreitender Gesundung, daß ich nun langsam die Nase voll habe.
Überdies hatte ich das 1. Mal ein symptomfreies Wochenende, hab irre viel erledigt, und ziemliche Klarheit in die herrschenden Verhältnisse reingekriegt, ohne mich überfordert gefühlt zu haben.
Ich habe schon ein paar Abschiedsgeschenke vorbereitet, und hinterlasse Berge frischgewaschener Wäsche und eine einigermassen aufgeräumte Wohnung, nur ausgeruht, das habe ich mich nicht so richtig.
Nun denn, auf in die Endrunde!
Euch wünsche ich eine gute Woche!!!
momoseven - 2009/02/01 16:33
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Diese graue Plörre da draussen ist schon ganz schön frustrierend, deßhalb werde ich Euch heute mal ein bisschen Farbe ins Auge werfen, zur Erinnerung daran, daß die schöne, warme, bunte Jahreszeit VOR uns liegt. Auch wenn es sicher noch eine Weile dauern wird, mit den weissen, oder braunen Wiesen, und dem derzeit vorwiegend grauen Himmel, ich hoffe, Eure Augen erfreuen sich, und die Seele erinnert sich, daß es auch noch was anderes als Winter gibt.
Ganz speziell möchte ich diese Galerie auch einer Seelenfreundin widmen, die selbst einen wunderschönen Pflanzennamen trägt, und die einige der dargestellten Gewächse persönlich gekannt hat.
Mit diesem, hoffentlich wohltuenden Farbflash beende ich meine Galerie für heute, und wünsche Euch einen blumigen Sonntag!!!
momoseven - 2009/02/01 11:53
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Die andere Seite eines voll durchstrukturierten Tages ohne abendlichen, aufputschenden Rotwein ist, daß mir eigentlich ab 22h schon langsam die Augen zufallen. Heute hab ich ganz schön lange durchgehalten, aber nun musste ich sogar den mit dem Wolf tanzt gerade aufgeben, worüber ich aber nicht unfroh war, da gerade die schlimmen Stellen kommen, als er zurückreitet, um sein Buch zu holen.
Aber echt ,es ist schön, früh aufzustehen, ich liebe den Morgen, und habe in den letzten Wochen keinen Sonnenaufgang verpasst,
und eine morgendliche Mondsichel lässt mich den Tag wunderschön beginnen.
Derzeit gibt es auch eine wunderschöne, abendliche Mondsichel, die von der Venus begleitet wird:
Schlaft schön, Ihr alle!!!
momoseven - 2009/02/01 00:08
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Irre, wie schnell die Zeit vergeht! In 10 Tagen werde ich entlassen, und war dann 8 Wochen in der Klinik. Gefühlt waren es sicherlich mehrere Monate, manchmal war es zeitlos, ewig, im Moment scheint die Zeit zu rasen.
So eine Therapie verläuft in verschiedenen Phasen, und ich komme jetzt in eine, die typisch für die Zeit vor der Entlassung ist.
Vorletzte Woche hatte ich einen richtigen Durchbruch: Ich durfte meine Freude, meinen Leichtsinn und meinen Übermut wieder willkommen heissen, mich wieder als schöne Frau empfinden, konnte bei Belastungen cool bleiben, ganz viele wichtige Dinge erledigen, und Tiefphasen, aber auch Hochphasen aushalten, ohne gleich wieder in einer Überreizung zu versinken.
Diese Woche nun haben alle meine Symptome auf einmal wieder ganz laut "HIER!!!" geschrien, und ich fühlte mich wie ganz am Anfang meiner Therapie, am Boden zerstört, überhaupt nicht mehr belastbar, wie ein Wurm, musste ständig heulen,und ich erfuhr von jemand, der 30 Jahre in dem Metier arbeitet, daß dies völlig normal sei.
In der ersten Panik tröstet das erstmal überhaupt nicht, doch dann greifen die erlernten Strategien, und mit Hilfe von wenigen, kräftigen Schübsen eiert man sich dann doch, leichter, als erwartet wieder in ein Gleichgewicht.
Auch merke ich nun langsam einen gewissen Lagerkoller, und entwickle bei den neueren Patienten, die genauso fertig und klein daherkommen, wie ich am Anfang, eine gewisse Ungeduld, ich fühle mich nicht mehr so dazu gezwungen, ihnen helfen zu wollen, sondern kann mich auch mal davon abgrenzen, so wie es mir selbst am Anfang auch ging mit den "Altpatienten", bei denen ich das Gefühl hatte, sie lassen mich auflaufen.
Ich beginne langsam, mich auf meine Zukunft zu freuen, habe wieder Lust auf Freiheit und Abenteuer, möchte auch mal wieder verreisen, und andere Klamotten als Jogginganzüge tragen, sogar Röcke!
Einen Rosengarten hat mir niemand versprochen, und ich weiss, daß es nicht einfach sein wird, aber ich habe wieder Lust und Mut und Kraft, mich auf das Abenteuer "Leben" einzulassen, ich blicke weniger zurück als nach vorne, und sehe Lichtstreifen am Horizont.
Und, wie schön, der Winter ist darüber fast vergangen, und der Frühling steht bevor, und so fühlt sich das innerlich auch an.
Noch 1 Woche harte Arbeit steht mir jetzt bevor, und Abschiede...
momoseven - 2009/01/31 15:04
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Inzwischen schleppe ich meine Kamera auch in und um die Klinik überall mit mir rum, denn überall gibt es etwas zu sehen.
Eines schönen Morgens z.B. blickte mich dieser Vollkorn-Glotzer an:

Eine im allgemeinen eher kurzlebige Abart der essbaren Glotzer.
Beim Spatzierengehen erhaschte ich diesen fiesen Blick:
sowie einen ausgewachsenen Kaugummiglotzer:
An diesen Punkt komme ich langsam aber sicher:

(ich habe keine rosa-rote Brille auf der Nase, Nein...)
Doch diesen Anblick geniesse ich zur Zeit jeden Tag auf meinem Tisch im Speisesaal

hingegen diesen zum Glück nicht jeden Tag, aber hübsch ist es trotzdem, Tropfen, die wie Sterne funkeln,
oder den Himmel mit bunten Farben bepinseln

oder einfach einen bunten Himmel
oder einen bemondeten Himmel morgens, 7.20h

oder einen schönen Himmelsgenossen...
All we need is love...

Der Ausdruck dieses Wunsches taucht selbst im Kondensat eines zugigen, schmutzigen Raucherhäuschens auf, und ist mir heute, ganz besonders heute, direkt, ganz, ganz, ganz arg
aus der Seele gesprochen.
Euch Allen ein Schönes Wochenende
momoseven - 2009/01/24 17:48
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So nennt sich das im Fachjargon, wenn man nach einer vollstrukturierten Woche mit vollgestopftem Stundenplan, in der man teilweise nicht mal Zeit hatte, zwischen irgendwelchen wirklich seelenaufwühlenden Terminen eine Zigarette zu rauchen, das fette Mittagessen 15 Minuten danach beim aktivierenden Walking verdauen darf, nach jahrelang hinausgeschobenen und dann erfolgreich überstandenem Bewerbungsstress mit anschliessend gummibeinerzeugender, keuchender und schlurchender Erkältung mit integrierter Matschbirne in ein gefühlt wohlverdientes Wochenende geschickt wird, um sich dann mit schleimigen Duschwannen, verfetteten Küchenböden und Müllbergen, die man schon beim vollen Namen kennt, weil sie einem so vertraut vorkommen, herumschlagen darf. Dort angekommen, wo man laut Melderegister zuhause ist, feststellend, daß man seine Beruhigungstropfen in der Handtasche verschüttet hat, der Hund immer noch unterm Auge geschwollen ist, die Waschmaschine immer noch nicht richtig funktioniert, der Husten sicher nicht besser wird, wenn man eine Zigarette nach der anderen raucht, weil man nicht mehr dazu vor die Tür muss, das Herz schon im Vorfeld einer so nötigen Konfrontation sticht wie verrückt, oder vielleicht auch nachträglich von einer bereits erfolgten.
Dann heisst es, all die feinen Strategien anwenden, die man gerade mühe-und schmerzvoll gelernt hat, 4 Schritte einatmen, 8 Schritte ausatmen, Füsse auf den Boden, sich gedanklich ein STOP-Schild vorstellen, und siehe da-
Die Sonne scheint!
Der Computer funktioniert immer noch!
Die Fotos von letzter Woche sind gut geworden!
Der Hund hat die Tablette widerstandslos geschluckt!
Ich kann meine Atmung regulieren!
Es ist warm und gemütlich in meinem Zimmer!
Ich freue mich auf morgen vormittag!
Ich kann den anderen Mist temporär ausblenden!
Ist doch schon was.
Alles eine Frage der Einstellung...
NACHTRAG (ein paar Stunden später):
STOP, STOP, STOP, STOP, STOP, STOP.............................
momoseven - 2009/01/24 13:17
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Ein herrlicher Film, den wir uns gestern in der Klinik angekuckt haben. Ich habe ihn schon oft gesehen, aber nie wird er mir langweilig.
Die diensthabende Stationsschwester sagte uns, daß der schon oft, und gerne gesehen wurde.
Im gewissen Sinne passt der Film sehr gut zu der Situation, in der sich nicht nur die meisten auf meiner Station, sondern allgemein sehr viele Menschen befinden.
Ob sie nun das Leben so zynisch betrachten wie der Held Phil, oder so auswegslos wie seine Saufkumpane, ich glaube, viele, viel zu viele sehen das Leben als eine mühsame Aneinanderreihung einer unendlichen Abfolge des selben, scheinbar unveränderbaren Daseins.
Vielleicht muss man all die Stationen, die auch Phil in den vielen Tagen, Wochen, Monaten, möglicherweise Jahren durchmachen musste, durchlaufen, um etwas erkennen zu können.
Sich sträuben, vollfressen, gelangweilt, unzufrieden, allem überdrüssig sein, die Grenzen überschreiten, nach Reichtum streben,versuchen, durch Tricks voranzukommen, immer wieder enttäuscht werden, aufgeben, sterben wollen, bis man schliesslich begreift, daß man seine Zeit auch sinnvoll nutzen kann, Menschen helfen kann, sich weiterbilden kann, üben kann, wunderbare Dinge erlernen kann, ehrlich sein kann, und damit schliesslich glücklich werden kann.
In dem Moment, als Phil ehrlich sagen konnte, ich weiss nicht, was morgen sein wird, und es ist auch nicht mehr wichtig, aber JETZT, in diesem Moment bin ich glücklich, durchbrach er den Bann, und erwachte in einem neuen Morgen.
Eine wunderbare Geschichte einer inneren Heilung, die auch mir wieder mehr Mut macht.
momoseven - 2009/01/17 22:52
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Einige Personen in meinem derzeitigen, näheren Umfeld sind vielleicht gespannt auf diese, sehr spezielle Galerie, da sie miterlebten, wie ich halb steifgefroren von diesem Foto-Pirschgang zurückkehrte, und ziemlich stolz die ersten Ergebnisse auf dem Mini-Bildschirm meiner Kamera präsentierte. Diesen Menschen, die ich in einem "normalen" Alltag vielleicht niemals hätte kennenlernen dürfen, und mit denen ich im Moment Freud und Leid in einem sehr persönlichen Mass teile, möchte ich die folgende Galerie widmen. Ich wünsche Euch allen, daß Ihr Euch selbst ein besseres Leben schaffen lernt. Und daß Ihr erkennen und annehmen könnt, daß Ihr wunderbar seid!!!
So.
Ein kleiner Teil meiner Friedhofsengel.
Ich hoffe natürlich, daß diese Galerie ALLEN Betrachtern gefällt, auch wenn sie ganz speziell meinen derzeitigen Mitkämpfern gewidmet ist.
Und ich hoffe auch, daß nun niemand in Trauerstimmung gekommen ist, wegen des Friedhofsthemas.
Ich persönlich habe diesen Friedhof, der nahe bei der Klinik liegt, und den ich mittlerweile recht oft aufsuche, als einen Ort für mich entdeckt, der mich gemahnt, froh zu sein, über die Lebendigkeit, die noch in mir steckt, auch wenn ich sie manchmal nicht fühlen kann, und zuweilen glaubte, mein Leben ist schon vorbei. Ein Freund, der genau in meinem Alter war, liegt dort, und wenn ich an seinem Grab stehe, spüre ich wieder deutlich, wie dankbar ich für mein Leben sein kann, dankbar dafür, niemals aufgegeben zu haben, mir nie die Chance und Hoffnung versagt zu haben, zu einem glückvolleren, gesünderen Leben zu finden.
Ich bin immer noch auf dem Weg dorthin, und das ist das Wichtigste für mich.
Euch Allen ein erholsames und schönes Wochenende!
momoseven - 2009/01/17 16:45
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Auch auf einer Psychosomatik-Station gibt es manchmal was zu Lachen. Neulich, an einem klaren Abend kamen einige meiner Kolleginnen aufgeregt in den gemeinsamen Speisesaal, und berichteten, daß sie ein UFO gesehen haben. Ein sich scheinbar bewegender Lichtpunkt, der rote, und blaue und grüne Blinklichter an der Seite hat. Sie informierten die diensthabende Stationswache, in diesem Fall keine Schwester sondern ein Bruder, also ein Pfleger, der auch sehr beeindruckt von der Erscheinung war, aber dann Zweifel einräumte, ob die Meldung einer solchen Beobachtung, kommend von einer Station mit hauptsächlich psychisch erkrankten Menschen wirklich ernstgenommen werden würde, was allgemeine Heiterkeit hervorrief. Schliesslich wurde ich, als geouteter Astronomie-Fan, zu Rate gezogen, und ich konnte das Objekt binnen Sekunden als den Stern Sirius identifizieren. Einerseits rief das allgemeines Aha und Aaaah hervor, aber auch eine leichte Enttäuschung, es wäre aber auch zu schön gewesen.
Nun blieb der Sirius die ganze folgende Woche DAS geflügelte Thema, ist er doch wirklich ein aussergewöhnliches Phänomen an unserem Nachthimmel, und ich bemerkte schon vor 4 Wochen, daß er jede Nacht an unseren südwärts gerichteten Patientenzimmern vorbeizieht, und mir jede Nacht auf´s Kopfkissen leuchtet.
Die nähere Beschäftigung mit diesem Thema (ein genauestens befragter Fachmann, und eingehende Konsultation der entsprechenden Seiten bei Wikipedia) lieferte dann eine genauere Erklärung des bunten Blinkens:
Der Sirius, auch Hundsstern genannt, da er sich im Sternbild des grossen Hundes befindet, ist derzeit zu finden Süd-Süd-Ost ziemlich tief am Horizont, schräg links unterhalb des Orion-Sternbildes.
Das Sirius-System ist ein Doppelsternsystem, und Sirius A ist einer der hellsten Sterne an unserem Nachthimmel. Selbst durch´s Fernglas erscheint er punktförmig (im Gegensatz zu unserem hellsten Planeten, der Venus, die im Fernrohr bereits als Scheibe erscheint). Dieses punktförmige, strahlendweisse Licht des Sirius A wird durch unsere Atmosphäre, durch Luftschichten und Verunreinigungen in die Spektralfarben aufgeteilt, der Effekt nennt sich Szillation. Dieses farbenfrohe Funkeln kann das Auge so sehr verwirren, daß man den Eindruck gewinnt, der Stern würde sich bewegen, worauf eben einige Beobachter zu dem trügerischen Schluss kamen, es handele sich hier um ein UFO. Interessant ist, daß bereits die alten Ägypter von diesem Doppelsternsystem gewusst haben, welches erst Mitte des 19. Jahrhunderts von Astronomen gesichtet werden konnte und heute erfuhr ich, daß der afrikanische Stamm der Dogon seit uralten Zeiten sogar von einem 3. Himmelskörper in diesem System weiss, auch wenn diese Information, wie ich inzwischen nachgelesen habe umstritten ist.
Für mich hatte die Beschäftigung mit dem Thema noch eine weitere, aufschlussreiche Erkenntniss, die vor allem für rinpotsche interessant sein könnte: Man erinnert sich vielleicht an meinen Bericht in meiner Fotogalerie letzte Woche, als ich über das wunderschöne buntfunkelnde Schneephänomen berichtete. Ich befragte meinen versierten Vater zu dem Thema, der die Vermutung äusserte, es sei möglich, daß auf den Wipfeln der Bäume Schnee lag, durch den sich das Licht dann auf dem Waldboden in die Spektralfarben brach, und einem glauben liess, De Beers hätte ein Fass Diamanten auf dem Waldboden ausgeschüttet. Letztlich ein ähnlicher Effekt wie beim Sirius, -ein geszillisierter Waldboden.
Wieder was gelernt, wobei dieses erweiterte Wissen meiner Begeisterung für die Schönheit dieses Sternes, der mich als Kind schon faszinierte, keinerlei Abbruch tut.
momoseven - 2009/01/17 13:44
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Nach einem wirklich schönen Spatziergang mit rinpotsche, bei dem wir es schafften, trotz 1 1/2 Stunden angeregter Unterhaltung auf die Feinheiten unserer Umgebung zu achten UND gleichzeitig eine für Hunde angemessene, grosse Runde zu drehen (eine beachtliche Leistung, die alle Beteiligten mit grosser Zufriedenheit erfüllte), hier nun noch eine kleine (Eis)-Bildende Kunstgalerie, die vielleicht nur einen kleinen Abglanz der Freude und der unglaublichen Schönheit dieses Spatziergangs aufzeigen kann.

Der Teich, der trotz eines unterirdischen Zulaufs inzwischen fast zugefroren ist

wird von neuen, filigranen Blüten geschmückt

die an Schönheit den Frühlingsblumen in nichts nachstehen, aber viel vergänglicher sind, und die man nicht pflücken kann

Zuweilen erinnert es eher an einen Himmel mit Sternen und Monden
Einstmals lebendige Pflanzen haben eine hübsche Verkleidung bekommen

ein maßgeschneidertes, kristallenes Kostüm, welches ihre einstige Schönheit in neuer Form wiederaufleben lässt.
Ein Phänomen der besonderen Art konnten wir an einem von Licht und Schatten durchzogenen Waldstück beobachten.

Leider kommt dies bei diesem kleinen Format nicht heraus, und war fotografisch überhaupt kaum zu bannen:
Durch ein uns unbekanntes, aber physikalisch sicherlich erklärbares Zusammenwirken von Licht, Schatten und Schneekristallen erstrahlte der schneebedeckte Waldboden in allen Spektralfarben, so leuchtend, daß man glaubte, er sei mit den klarsten Diamanten bestreut, rot, orange, gelb, grün, blau, türkis, violett, es war faszinierend, und irgendwann liess ich die Kamera einfach sinken, und liess mich einfach von dieser Pracht berauschen.
Andere, herrliche Formen des andauernden Frostes liessen sich hingegen wiederstandslos mit meinem magischen Auge bannen:
Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich sicherlich 3x soviele Bilder gemacht, aber dafür hatte ich mindestens 4x soviel Freude,
und die Hundinis, von denen wir meistens nur die weglaufenden Hinterteile zu sehen bekamen, waren sowieso begeistert.
Geteilte Freude ist was wunderbares!
Mit diesem schönen, liebevollen Gefühl beende ich meine sonntägliche Galerie, in ein paar Stunden kehre ich zurück, in meinen unalltäglichen Alltag, und hoffe, Ihr alle habt ein Schönes Wochenende verbracht, und geht in eine gute, neue Woche!
momoseven - 2009/01/11 13:18
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momoseven - 2009/01/11 10:22
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