Gesundheit
scheint trotz des Zittern und Hechelns des kleinen Hundes alles im grünen Bereich zu sein. Das Hecheln ist eindeutig auf den plötzlichen Sommereinbruch im himmelsnahen Adlerhorst zurückzuführen, das Zittern kann zum Teil noch schmerzbedingt sein, aber auch eine verspätete Stressreaktion auf die Narkose. Auf ihren Appetit, und auf ihre Verdauung scheint das aber keinerlei Einfluss zu nehmen, und als sie vorhin dann das erste Mal seit der OP wieder mit dem Fischli im Maul angetippelt kam, war ich schon ziemlich erleichtert. Und vorhin waren wir dann draussen, in der kühlen Nacht, und zwar den ganzen üblichen Weg, ohne daß sie müde erschienen wäre.
Als ich auf die Strasse trat, fielen mir am westlichen Nachthimmel zwei nahe beieinanderstehende Sterne auf, der eine bläulich, der andere rötlich, eine Konstellation, die ich noch nie gesehen hatte. Ein Blick in mein Astronomie-Programm verriet mir später, daß ich ein gutes Auge bewiesen habe, denn der rötliche Stern ist unser Mars, der gerade das Sternbild des Löwen passiert und dabei gerade (scheinbar) nah am bläulich schimmernden Regulus vorbeizieht.
Mit diesem Blick zu den Sternen spürte ich mich selbst nach diesen Tagen, die ich um meinen Hund gebangt habe, langsam wieder auftauchen, langsam wieder in meine eigenen Bedürfnisse und leider auch Probleme eintauchen. Noch immer habe ich etwas vor mir, denn neben der, hoffentlich positiv verlaufenden Heilung meines Hundes muss ich mich nun in ein paar Tagen selbst einer Untersuchung unterziehen, deren Grund ein Schmerz ist, wegen dem ich bereits vor einem Jahr zur Untersuchung im Krankenhaus war, ziemlich genau um diese Zeit. Damals hat man nichts gefunden, mich als psychosomatischen Fall heimgeschickt. So viel habe ich in meinem Leben geändert in diesem Jahr, aber der Schmerz sitzt nach wie vor an der selben Stelle. Wer weiss, vielleicht ist da nach wie vor ein ungelöstes Problem, denn, um ganz ehrlich zu sein, so richtig glücklich bin ich hier ja derzeit noch nicht, habe nach meinem Burn-Out-Auf-der-ganzen-Linie den Wechsel vom Teenagerhaften Leben-Koste-es-Kraft-was-es-wolle- Hauptsache-Party zum Sich Schonen, wo man nur kann, noch nicht wirklich vollzogen, frage mich oft, in welchem komischen Film ich hier eigentlich gelandet bin.
Der komplette Wechsel der Welten, nicht nur kulturell, sondern vor allem für mich privat, damit komme ich einfach nicht so richtig klar.
Vorher war ich zwar auch oft allein, aber nicht so. Nicht dauernd. Nicht als "Normalzustand". Nicht dieses vereinsamte, manchmal wirklich furchtbare Dasein, dieses Nicht-Berührt, Nicht-Gesehen, Nicht-Gesprochen-Sein über Tage. Das kannte ich vorher so gar nicht. Und da hatte ich kein Blog, da hatte ich nicht mal Internet!!!
Natürlich hat das auch etwas mit fehlender körperlicher Nähe zu tun. Das ist auch einfach schon wieder viel zu lange her.
Und da hab ich jetzt dann auch noch so zugenommen, fühle mich in der Welt der flachen Bäuche und schmalen Schenkel fremd und unpassend und kann mir kaum vorstellen, daß mich ein Mann überhaupt attraktiv finden könnte.
Das Verrückte ist: Ich selbst finde mich eigentlich schon attraktiv, weil gar nicht so unwohl innerhalb meiner Rundungen.
In jenen ist nämlich dann doch so etwas wie Frühling ausgebrochen, und dieses Gefühl scheint sich einen Dreck darum zu scheren, daß das gängige Schönheitsideal nicht Barock sondern Bleistift ist. Denk ich zumindest, denn kein Mann scheint sich an mich ranzutrauen, und ich habe jetzt nicht etwa " BUUUUUH" gemacht.
Aber ich habe auch sonst nichts Spezielles gemacht, denn ich bin schüchtern, und zwar ganz schrecklich...!
So! Jetzt habe ich doch mal ziemlich tief in mein persönliches Nähkästchen gegriffen.
Es ist ja nicht so, daß es in meinem Leben nur Wald und Hund gibt. Auch wenn das sehr, sehr wichtig für mich ist, bin ich wach für alles, was um mich herum geschieht, und mache mir auch meine Gedanken dazu.
Aber ich bin nun mal nicht sehr politisch, kritisch, ironisch, auch nicht sarkastisch, und eigentlich auch nicht sehr kryptisch, sondern einfach eher offen und direkt (wenn es mir möglich ist), und auch, wenn ich viele Sachen sehe, wahrnehme, so halte ich doch bei den Meisten erst Mal einfach den Schnabel.
Ich bin intelligent, aber nicht intellektuell, und auch deshalb liest man eher wenig von mir, was Zeitgeist, Literatur und Ähnliches angeht.
Was nicht heisst, daß ich nichts mitbekommen würde, aber da ist so viel, was "nur" auf der gefühlsmässigen Ebene passiert, und das ist meist schwerer zu beschreiben.
So! Gut jetzt, genug für heute. Ein bisschen exibitionistisch war das jetzt schon, aber ich muss manchmal auch etwas mehr rauslassen hier. Ist halt doch nicht (wie mal vorgeworfen) ein reines Waldbildchen- und Kuschelblog, obwohl ich das nach wie vor schön finde.
Es ist eigentlich so, wie ich auch im wahren Leben bin. Manchmal reserviert, (leider noch viel zu oft), gelegentlich engagiert (zum Glück immer öfter), vor allem, was Natur und andere Menschen betrifft, und ab und zu kommt halt mal ein bisschen mehr auch über die eigenen Gefühle....
Und Jetzt:
Gute Nacht, Ihr Lieben!!!!!
:-)))
momoseven - 2010/06/06 02:40
1021
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
ausgeruht habe ich mich.
Ein gutes Zeichen dabei ist, daß ich heute den Computer überhaupt erst spätnachmittags angeworfen habe.
Gestern wollte ich vormittags schön so 1 1/2 Stunden spatzieren gehen, einen neuen Weg jenseits der Quellen erkunden, aber irgendwie stolperte ich am Schluss 3 Sunden durch den Wald, weil ich mich verlaufen hatte. Der Weg im Wald war so schön und still, und ich sagte mir, also gut, noch bis zu dieser Biegung, und dann kehre ich um. Daraus wurden 10 Biegungen und dann kam ein Abzweig, den ich dann nahm, und den wollte ich nicht zurück, sondern bin dann doch quer durch den Wald....etc.
Auf diese Weise gelangte ich zu neuer Ortskenntniss und bestimmt 10 km guten Fussmarsches.
Das Yoga gestern liess ich dann sausen und ging dafür heute (wirklich sehr praktisch, diese Open-hours) und den Rest meiner Freizeit verbrachte ich mit lecker Essen und SCHLAFEN.
Kuschelig liegen und vor mich hindunseln ist für mich DAS Mittel zur Entspannung überhaupt, und ich staune selbst, wieviel ich schlafen kann, wenn ich mich lasse. Denn ich schlafe auch nachts wieder sehr gut und durch, und kann tagsüber auch gut und gern mal 2 Stunden schlafen, wenn ich Zeit dazu habe.
Das muss nicht jeden Tag sein, aber wenn ich es mal eine Weile machen konnte, geht es mir einfach gut.
So. Gleich lade ich noch meine neuen Fotos runter, vielleicht gibt es noch eine kleine Bilderwand, und dann mache ich es mir noch mal mit einem Buch gemütlich, denn ich habe heute Mausezahnfrei.
Schönen Abend Euch, und einen Guten Start in die neue Woche!
:-)
momoseven - 2010/04/11 18:02
449
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
Ich bin eine kinderlos gebliebene Frau, deren ökologische Uhr so langsam ausgetickt hat, und schon als 7- jähriges Mädchen soll ich gesagt haben, dass ich mal keine eigenen Kinder haben werde. Eine Astrologin hat mir mal gesagt, das könne daher kommen, dass mir in einem früheren Leben meine Kinder (mehrere!) weggenommen wurden, und daß ich in diesem Leben daher solche Angst vor Verlust habe, dass ich erst gar keine Kinder haben will.
Ich selbst habe in meinem wachen, fruchtbaren Erwachsenenleben niemals explizit Nein zu der Möglichkeit eigener Kinder gesagt, rückblickend denke ich , dass ich ein paar Mal echt kurz davor war, aber es war dann halt einfach nicht.
Denn leider hatte ich nie das Glück, eine längerandauernde Beziehung mit einem Mann erleben zu dürfen (damit meine ich, länger als 3 Jahre), und das Los, alleinerziehende Mutter zu sein, blieb mir auch erspart.
Anstattdessen fand irgendwann ein kleines Hundelebewesen zu mir, welches ich nun seit 10 Jahren mütterlich versorge, und so einen Teil meines angeborenen Instinktes anwenden konnte, und hoffentlich noch lange kann.
Als junge Erwachsene konnte ich mit Kindern wenig anfangen. Das begann vielleicht so mit 35, als ich Freundinnen mit vielen Kindern bekam, und merkte, dass nicht nur ich die Kinder sehr mag, sondern auch sie mich. Irgendwie muss ich nie nachdenken, wenn ich mit Kindern zusammen bin, ich lasse einfach die Kinder machen, lasse sie auf mich zugehen, wie sie es mögen, und vielleicht ist es ja das, was sie an mir so mögen. Es ist ein bisschen wie mit Brasky, die all ihre Lieblingsspiele selbst erfunden und mir beigebracht hat.
Ich finde, man kann soooo vieles lernen von Kindern!
Jedenfalls, es war eine Weile her, seit ich regelmäßigen Kontakt zu Kindern hatte, auf Mallorca, vor ein paar Jahren noch, dann nur noch sporadisch, und es hat mir schon sehr gefehlt.
Hier nun bin ich ja dann vor ca. 8 Monaten zufällig an das Nachbarskind geraten.
(Ich werde sie ab jetzt Sabinchen nennen).
12 Jahre, übergewichtig, aus einer sogenannten sozial eher „schwachen“ Familie (kettenrauchend, biertrinkend), die in einem der ältesten Bauernhäuser des Ortes lebt, mit 4 älteren Brüdern. Wie immer bei kleinen Mädchen war es Brasky, die den Kontakt klarmachte, und so hat es sich auch weiterentwickelt. Wir kamen auf der Strasse ins Gespräch, irgendwann begleitete sie mich auf die Wiese, dann fragte sie, ob sie mal alleine mit Brasky gehen dürfe. Einsiedlerin, die ich bin, habe ich mich nur zögerlich geöffnet, es dauerte Monate, bis ich sie, die den Hund zurückbrachte, mal in die Diele liess, weitere Monate, bis sie in die Wohnung rein durfte. Das hat sich ganz langsam entwickelt, dass wir uns jedes Mal ein bisschen länger unterhielten, dass wir anfingen zu telefonieren, um etwas auszumachen. Ich bin ganz am Anfang zu ihrer Mutter gegangen, und habe sie gefragt, ob es ihr denn recht sei, daß Sabinchen den Hund ins Haus bringt. Dann fingen wir an, ZUSAMMEN spatzierenzugehen, und haben uns mehr und mehr unterhalten.
Es ist nicht so meine Art, Kinder auszufragen, jedenfalls nicht über schwierige Themen, das Verhalten ihrer Eltern, oder so, und so dauert es einfach etwas länger, bis das Kind selbst solche Themen anspricht. Mein Sabinchen ist, obwohl es sicher kein leichtes Elternhaus ist, in dem sie lebt, ein fröhliches und stabil wirkendes Mädchen, und langsam, so wie ich sie besser kennenlerne, zeigt sich, dass sie ein beachtliches Verständnis für ihre Umwelt und menschliche Umgebung besitzt, und viel Herz.
Heute hatten wir das Projekt „Hundehalsband“. Wir waren bei einem Haustierzubehörsladen und haben für den Mausezahn ein neues, schickes Lederhalsband und 2 nagelneue Quietschefischlis gekauft. Mit von der Partie war Sabinchens beste Freundin, ein 9 jähriges, kleines Mädchen (ich nenne sie Michaela), welches mir vorher eher unangenehm aufgefallen war, weil sie dauernd, ständig redete, wie ein Wasserfall, und dabei völlig belangloses Zeug.
Während der Autofahrt bekam ich (ach so leicht genervte Erwachsene) dann mal wieder eine Lektion erteilt, die ich nicht so schnell vergessen werde.
Die Mädchen erzählten mir, dass Michaela jetzt in den Ferien ein paar Tage bei Sabinchen übernachten darf, und dass sie ganz froh sind, weil M. solche Angst vor ihrer (4 Jahre älteren) Schwester hat, weil die sie immer haut, und total agressiv und unfreundlich zu ihr ist. Es folgten recht ausführliche, ziemlich haarsträubende Beschreibungen der Misshandlungen, denen das kleine Mädchen wohl fast täglich ausgesetzt ist, incl. Hinweise auf all die blauen Flecken. Sabinchen, die neben mir vorne sass, meinte leise zu mir: Deswegen redet sie immer so viel Mist, es ist, weil sie so nervös ist, und immer so viel Angst hat, und ihre Mutter ihr nicht glaubt, sondern sie noch viel mehr schimpft.
Ich wäre fast in den Graben gefahren, echt!
Sabinchen meinte, sie hat sich bisher ein bisschen gescheut, was zu sagen, weil die Schwester auch ihre Freundin ist, aber sie findet es auch nicht gut, und wird versuchen, mal besser mit ihr zu reden.
Ich bin eigentlich kein Mensch, der sich massiv in das Leben anderer Menschen einmischen mag. Wenn es um Kinder geht, erwacht in mir aber so etwas wie eine Tigermutter, mein Herz ist plötzlich 5x so gross und ich könnte auf der Stelle jemanden zerreissen (vornehmlich die- oder denjenigen, der einem Kind was zuleide tut).
Da es sich in diesem Falle selbst um ein Kind handelt, welches misshandelt (vielleicht, weil es selbst misshandelt wurde), und um eine Familie, die ich nicht überhaupt nicht kenne, muss bedachtsam an die Sache herangegangen werden.
Zumindest habe ich heute meine Lektion bekommen, einem kleinen Mädchen einfach zuzuhören, auch wenn sie umständlich und langweilig spricht, und ihr Mut und Verständnis zu vermitteln.
Ansonsten werde ich dranbleiben, und versuchen, in Sabinchen, die vielleicht tatsächlich die Möglichkeit hätte, irgendetwas aufzudecken und zu verändern, ein bisschen Zivilcourage zu entwickeln. Erwirken, dass irgendwelche Lehrer Bescheid bekommen oder so. Mal sehen.
Und eins weiß ich wieder mal:
Vorurteile sind für den Arsch!!! Immer!
Ich bin froh, dass ich sie hinter mir lassen konnte.
Erst mal zuhören, was im Hintergrund ist, bevor man sich abwendet!
BRRRRRRR!
momoseven - 2010/04/07 18:19
576
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
Normalerweise, wenn es mich in der Nase kribbelt, und ich niesen muss, aber nicht so recht kann, dann gucke ich, wenn möglich, in die Sonne, und wenn die gerade nicht am Start ist, in ein ähnlich helles Licht. In ganz seltenen Fällen stecke ich mir einen Grashalm in die Nase, und ich habe eine verschwommene Erinnerung an meine Jugendzeit, daß ich auf einem spanischen Berg stand, auf dem Weg zu einem Kloster, und mit einer Freundin soviele Nieser wie möglich mit einem Grashalm rauskitzelte (war das mit Dir, Nic???)
Jedenfalls, gestern Nacht wachte ich auf, weil es tief im Inneren meines rechten Nasenloches unwiederstehlich kribbelte, und ich musste sogar Licht machen, weil ich niesen wollte, und das tat ich dann ausgiebig und schneuzelte über 1 Stunde herum, bis ich wieder schlafen konnte.
Dieses Spielchen ging heute den ganzen Tag so weiter, seltsamerweise ist weiterhin nur das rechte Nasenloch betroffen.
Der Brummschädel ist aber inzwischen umfassend, und ein bisschen Fieber macht sich langsam breit.
Nichtsdestotrotz habe ich heute mit dem Nachbarschnucki und dem Mausezahn eine wirklich geniale Wanderung gemacht, 3 1/2 Stunden ins Tal zum Fluss, am Bach entlang, dabei noch ein neues Quellchen entdeckt, und ein Felsenmeer, und 1000 kleine Feinheiten, die wir, als aufmerksame Beobachterinnen gut miteinander teilen konnten. Die Sonne schien, doch die Luft war noch wunderbar frisch, und der kleine Hund war völlig begeistert, mit seinen beiden Lieblingsmamas einen neuen Weg zu erschnüffeln.
Fotos davon, und von meinen letzten, wunderbaren Waldgängen gibt es demnächst.
Jetzt muss ich doch wieder tiefaufseufzend auf mein Sofa sinken, und weiterschneuzeln.
Seit 21h läuft hier auf 3Sat die Matthäus Passion von Bach, die ich noch nie ganz am Stück gehört hatte, und noch nie gesehen, und die mir sehr gut gefällt, auch wenn ich schon ein paarmal heulen musste.
So. Hatschi, Schneuz, etc.
Alles nur halb so doppelt. Ist meine erste richtige Erkältung seit
1! Jahr, und ist gar nicht mal so schlecht, wenn mal ein bisschen Schlonz abgeht. Muss allerdings trinken wie ein Fisch.
Euch Allen eine Gute Nacht und schöne, entspannende Feiertage!!!!!
:-)
momoseven - 2010/04/02 22:57
562
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
So, nun will ich den Ernst mal wieder ein wenig beiseite schieben, und mich dem widmen, was bei all den Sorgen und Problemen immer zu kurz zu kommen scheint - das Leben!
Denn letztlich geht es ja immer darum, was man mit der Zeit und den Mitteln, die einem zur Verfügung stehen, dann anfängt. Mit seiner Lebenszeit, die unaufhaltsam und unwiederbringlich verstreicht, und sich nicht darum kümmert, daß man erst noch dies, oder das machen oder haben muss, damit man endlich anfangen kann, zu leben.
Gerade durch meine Zeiten der Depression habe ich eigentlich gelernt, daß man, je mehr man macht, dann auch mehr machen möchte.
Das bedeutet einfach, daß zuviel Freizeit einen eher träge und richtungslos macht, und ein gewisses Maß an Aktivität den Schwung gibt, mehr Aktivitäten zu suchen.
Bei mir ist das angenehme Mittelmass zwischen absolutem Leerlauf und kompletter Überforderung zur Zeit gerade sich scheinbar am Einpendeln.
Neben den 20 Wochenstunden, die ich derzeit arbeite, den täglichen durchschnittlich ca. 1 1/2 Stunden strammen Spatzierengehens, der ca. täglich durchschnittlich 1Stunde Hausarbeit und einem Schlafbedürfniss von etwa 8h, wobei 30-45 Minuten davon tagsüber liegen, wenn möglich, kommen bei mir derzeit noch an 3 Tagen meine neuen, bzw. alten Aktivitäten dazu:
Das Trommeln findet derzeit zwar etwas unregelmässig, dennoch kontinuierlich statt.
Heute besuchte ich das Zweite mal den Chor, und es war womöglich noch besser als beim ersten Mal.
Nicht nur weil ich so einen tollen, vergünstigten Yoga-Tarif bekommen habe, gehe ich morgen zum 3. mal gerne dort hin.
Und zu guter Letzt habe ich am Mittwoch den ersten von 10 Einheiten meines Kochkurses besucht, und mit grossem Spass das erste und leckerste Apfelkompott meines Lebens gekocht. (Dieser Kurs wurde mir über meine Maßnahme angeboten, und die Stunden bekomme ich sogar bezahlt).
Es ist lange her, seit ich so "eingespannt" war, und vor allem, dies freiwillig und ohne Angst zulassen konnte. Bei solchen Sachen, die ja auch ein gewisse Verpflichtung bedeuten, einfach, weil man einen Teil seiner "freien" Zeit für etwas hergibt, war ich immer sehr, sehr vorsichtig. Jetzt hat sich das alles eigentlich mit der Zeit so ergeben, wobei das Yoga ein offenes ist, ich habe eine 10-er-Karte, und es ist nicht dramatisch, wenn ich mal nicht komme, der Chor ist gratis, und der Kochkurs läuft eh in der Arbeitszeit, und das Trommeln läuft derzeit völlig zwanglos ab.
Spannende Sache also für mich, und ich bin nun zwar, nach der 3.Woche der Rückkehr ins Leben so richtig oberplatt, aber es tut mir gut, ich habe schon eine Menge netter Leute kennengelernt, und taste mich an den Grenzen meiner Leistungsfähigkeit entlang, und auch gelegentlich ein bisschen darüber.
Für heute allerdings ist es dann wieder gut, denn die letzten Tage kam noch dazu, daß ich mal wieder meiner Bloggerlust mehr gefrönt habe, es macht gerade aber auch Spass, und fliesst...!
Jedenfalls, jetzt : PLUMS!
Wünsche Euch Allen ein Schönes Wochenende!
:-)
momoseven - 2010/02/26 23:24
610
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
den Tag nicht vor dem Abend loben, sagt ein Sprichwort, und deßhalb hab ich mich ob des so lieben Lobs von so vielen Seiten doch eher vorsichtig gezeigt, obwohl ich mich wirklich darüber gefreut habe, denn ich weiss, daß ich noch längst nicht an einem stabilen Punkt angekommen bin. Im Gegenteil. Eher habe ich das Gefühl, die Schlacht beginnt jetzt erst so richig, das vorher war nur der Anfang, die Vorhut, ein Geplänkel. Ich habe mir heute wohl an die 100x eine Kippe von der Hand in den Mund gewünscht, ich habe Herzklopfen und Stechen wie als wäre ich wie verrückt gerannt, -das nennt sich auch Panikattacken, ich habe Schweissausbrüche, ich heule ständig und ich bin total erschöpft, und dann wieder total aufgedreht, und das im fliegenden Wechsel schon den ganzen Tag. Und- verrückterweise, geht es mir dazwischen auch einfach gut.
Warum jetzt? Wahrscheinlich, WEIL ich 2 Tage frei habe, WEIL ich Yoga angefangen habe und nächste Woche in einem Chor anfange, der wünscht, daß ich dort auch trommle, WEIL sich jetzt gerade soviel ändert, und weil ich so viele Gefühle auf einmal unterbringen muss, die ich früher nur in kleinen Portionen überhaupt ertragen konnte, die ich mir mit Hilfe von meiner Raucherei erträglich gemacht habe.
Das Rauchen hilft einem, sich immer wieder vom Thema abzulenken, und verschafft kleine Momente der Befriedigung. Die fehlen eben jetzt, diese kleinen Pausen, die kleinen Belohnungen von dem, was man ohne all das nur sehr schwer zu ertragen glaubt: Sich selbst mit ALLEN seinen Gefühlen!
Nun weiss ich wieder, warum Hochsensibilität mir immer so anstrengend erscheint, denn die Überreizung überreizt sich gerade.
Gut, daß ich ein gutes Buch zur Hand habe:
Daniel Goleman "Emotionale Intelligenz".
Das hilft mir gerade, akut ein paar wichtige Sachen und komische Reaktionen von mir zu verstehen, und nicht ganz abzudrehen.
Sorgt Euch nicht! Das ist eine Krise von vielen, vielleicht ein bisschen heftiger heute. Aber, ehrlichgesprochen, vielleicht solltet Ihr auch nicht allzufest glauben, ich hätte es jetzt schon geschafft, ich wäre traurig, wenn Ihr enttäuscht wärt, falls ich es nicht schaffen sollte.
Ehrlich gesagt, ich weiss nicht, ob ich es schaffe. Ich bin entschlossen, ja, aber ein falscher Moment, ein Tick Stress zuviel, und dann am falschen Ort, und ich falle vielleicht wieder um. Aber auch wenn ich fallen würde, wäre das nicht so schlimm, solange ich dann wieder aufstehe.
Da ist einfach eine Menge Druck zur Zeit, und die Frage ist, ob ich ihn schon aushalten kann.
Ich tue, was ich kann, und bemühe mich sehr, mir nicht noch mehr Druck reinzuziehen.
Ich mache mit dieser Angsterkrankung rum, seit ich denken kann, und ich glaube, daß ich jetzt so langsam erst eine Idee von seelischer Gesundheit bekomme, und wie ich mit mir selbst umgehen kann, um meine starken Gefühle zu händeln, und positiv zu nutzen.
Das hört sich für viele sicher kaum glaublich an, aber, ich denke, es ist tatsächlich so. Allein die Tatsache, daß ich mir das so sagen kann, ist für mich selbst ein Beweis. Und auch, daß ich es akzeptieren kann, und mich dafür auch nicht mehr schäme.
Natürlich erschreckt es mich auch, daß das jetzt gerade so extrem hochwallt, es IST beängstigend, aber es ist vielleicht, hoffe ich, auch ein Zeichen, daß ich jetzt am Eingemachten bin, an dem Punkt, an dem man etwas umschreiben kann, einen neuen Code anlegen.
Ich weiss, daß es Menschen gibt, die meine Zeilen mit Unverständniss, gar mit Verachtung lesen. Andere lesen sie mit Liebe und Mitgefühl und Verständniss, und wieder andere fühlen sich in ihren eigenen Erfahrungen angesprochen, und verstehen wirklich, was ich meine, weil sie die Gefühle selbst erlebt haben.
Was ich mir wünsche, ist Respekt.
Verständniss ist ein kostbares Geschenk, aber erwarten tue ich es nicht (mehr).
Wenn es kommt, dann leuchtet die Welt!
Das Schreiben hat mir gut getan, hat mich ein bisschen beruhigt.
Schlaft gut, Ihr Alle!
:-)
momoseven - 2010/02/06 23:43
954
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
Hui!
Es hört überhaupt nicht mehr auf zu schnippeln hier.
Meine Dachfenster sind komplett zugeschneit und durch die anderen Fenster dringt dieses typische, weisskalte Winterlicht, welchem man nur mit vielen Kerzen und lecker süssem, heissem Tee beikommen kann.
Habe heute mal wieder hundifrei, und schwinge gleich mal irgendwelche Haushaltsgeräte in der Gegend rum.
Ansonsten geht es mir wirklich merklich besser (Hyperventilationsrate drastisch gesunken), und das Gefühl von Verlust geht langsam in ein Gefühl von Gewinn über.
Und auch in ein kleines bisschen Stolz, denn obwohl ich mir immer gesagt habe, freiwillig hätte ich das nie getan, ich hätte das nur wegen dem Arzt, und ich wollte eigentlich nie aufhören.. etc.., blabla.., niemand ausser mir selbst hätte mich dazu bringen können, es zumindest zu versuchen.
Ich hoffe aber, das Thema ist bald durch, eigentlich mag ich gar nicht mehr sooo viel davon reden (auch wenn es im Moment mein Denken noch sehr beherrscht). Noch zähle ich die Tage, aber irgendwann wird auch das aufhören, und dann ist Nicht Rauchen einfach Status Quo und Basta.
Da ich selbst geraucht habe (und sowieso deswegen jeden Tag Schuldgefühle hatte), weiss ich, wie unangenehm so ein plakativer Neu-Nichtraucher sein kann, der ständig auf seine überwundene Sucht hinweisen muss.
Und mir als Neu-Nichtraucher ist es eigentlich eher peinlich, Lob für etwas zu bekommen, was eigentlich nur endlich die Rückkehr zu einem vernünftigen Verhalten seinem Körper gegenüber darstellt.
Als Nächstes werde ich wohl öfter mal über meine derzeitige Kugelrundheit klagen, aber auch das wird sich mit der Zeit normalisieren, und hält sich durch meine stetige Bewegung doch einigermassen in Grenzen.
Das Einzig wirklich Ärgerliche ist, daß die Schmerzen nach wie vor da sind, es also wahrscheinlich nicht am Rauchen liegt, wie von den Ärzten behauptet. Immerhin kann ich jetzt vehementer auf weitere Untersuchungen pochen.
Da es mir jetzt auch psychisch ziemlich gut geht, ist das Ganze ziemlich klar eingegrenzt.
So, für heute genug!
Haltet Euch schön warm und macht´s Euch gemütlich, wenn Ihr könnt!!!
:-)
momoseven - 2010/01/08 11:44
509
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
bin ich immer noch nicht wirklich, und ehrlich gesagt hätte ich die letzten 4 Tage lieber verschlafen im künstlichen Koma verbracht, denn ich kann ja nicht immer im Wald rumlaufen oder essen, oder heulen, aber ich meine, mir einzubilden, daß es langsam ein wenig besser wird.
Naja, ist klar, 30 Jahre Rauchen wischt man nicht einfach so weg.
Ich habe in der Zeit 4x aufgehört, 2x länger als 3 Monate, wobei das Erste Mal Aufhören überraschend leicht war (mit diesem Nichtraucherbuch), und dieses Mal ist es schon ziemlich schwierig.
Eigentlich war es diesmal der Plan gewesen, diese Nikotinpflaster zu benutzen, einen Wochenvorrat hatte ich schon besorgt, und nachdem mein letztes Krümelchen verdreht war, pappte ich mir morgens so eines auf den Arm. Ich glaube, für den allerersten Tag ist es ein ganz guter Übergang, einfach um Abstand vom Raucherritual zu bekommen, vom Geschmack etc., aber als ich es mir dann genauer überlegte, realisierte ich, daß ich mir, würde ich diese Pflaster nach Vorschrift anwenden, also ca. 8 Wochen in absteigender Dosierung, das gar nicht würde leisten können, und ausserdem ist es nur ein ellenlanges Herauszögern der irgendwann sowieso fälligen Sache: Das Nikotin aus dem Körper rauszukriegen. Abends hatte ich dann auch trotz Pflaster Entzugserscheinigungen, und das kann ich auch ohne Pflaster haben, dachte ich mir dann, also praktiziere ich jetzt das, was man den "kalten Entzug" nennt. Eigentlich müsste das Schlimmste bald hinter mir liegen.
Das Verrückte ist: Ich wollte selbst eigentlich gar nicht aufhören. Aus Vernunftsgründen schon, aber der wirkliche Grund war die Weisung des Arztes, um rauszufinden, wie es sich auf die seltsamen Blutwerte auswirkt. Und mein Zahnarzt, der mir schon lange damit in den Ohren lag.
Von allein hätte ich es nicht getan. Ich habe immer gerne geraucht, auch die Mariechen, aber das ist nun alles Geschichte.
Und so langsam spüre ich auch ein paar Positive Sachen.
Kein Husten mehr, und ein viel tieferes Einatmen, was mich am Anfang fast etwas beängstigt hat. Das Zurückkehren des Geruchs-und Geschmackssinnes, auch ganz seltsam anfänglich.
Natürlich ist es besser nicht mehr zu rauchen, dennoch, ich werde es vermissen.
Naja, wenn ich es schon durchziehen muss, dann muss es ja auch ein paar Vorteile geben....!
;-)
momoseven - 2009/12/30 01:06
598
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
Nein, diesmal geht es nicht um Bildchen, Geschichten oder Toastexperimente, sondern um mich selbst.
Ich habe ja nun eine Weile gar nicht mehr gross über meine tatsächliche Situation geschrieben, teils, weil ich hier kein Jammerblog haben will (den Vorwurf gab es) und auch, weil ich bei dem vielen "Roten Alarm", der in den letzten Monaten so oft schrillte, nicht "die Mücken scheu machen" wollte, sprich, niemanden unnötig beunruhigen (den Vorwurf gab es auch).
Was ich in den letzten Monaten gelernt habe, ist, den Wunsch loslassen zu können, von jedermann verstanden zu werden. Dieser Wunsch resultierte aus meiner Verzweiflung über meine gesundheitliche Situation, und dem Bedürfniss, mich seelisch unterstützt zu fühlen. Das ist an sich sehr menschlich, kann aber in die Hose gehen, wenn die Unterstützung nicht so eintrifft, wie man sich das wünscht, aus welchen Gründen auch immer. Dann rennt man gegen Wände und tut hauptsächlich sich selber weh. In den letzten Wochen habe ich immer mehr begriffen, daß ich mich selber verstehen muss, und daß ich, wenn ich das tue, mich auch selber unterstützen kann. Daß ich sogar die einzige Person bin, die diese schwere Aufgabe tatsächlich adäquat erfüllen kann, da ich doch selbst am Besten weiss, was los ist, und als Einzige im Besitz ALLER für mich wichtigen Fakten bin. Diese Art, zu denken, hat mir in der Zeit einiges erleichtert, und mich befähigt, einige Entscheidungen zu treffen, die mir aus einer langanhaltenden Unbeweglichkeit wieder zu neuer Bewegung verholfen haben.
Fakt ist, daß ich trotz eingehender, weitgehend ergebnissloser Untersuchungen und trotz grosser Bemühungen meinerseits, was gesunden Lebensstil und innere Arbeit betrifft, weiterhin unter denselben Beschwerden leide, die mich nun seit mehr als 2 Jahren begleiten, wozu auch eine immer wieder auffallende Blutbildveränderung gehört, welche eben auch den Roten Alarm ausgelöst hat. Derzeit sind alle Ärzte mit ihrem Latein am Ende, und für mich ist jeder weitere Arztbesuch nur noch eine frustrierende Angelegenheit. Ich stehe unter regelmässiger Beobachtung, aber eine Diagnose ist derzeit nicht in Sicht, was also ist zu tun?
In den letzten Monaten lernte ich, mit Hilfe meiner Therapeutin, besser mit der ganzen Situation umgehen zu können, d.h. meinen Focus nicht mehr ausschliesslich auf die Beschwerden zu richten, sondern auf das, was es sonst noch Positives in meinem Leben gibt, und das ist zum Glück sehr viel, nicht zuletzt unser kleines Bloggerdorf.
Meinen Unterhalt, also die allerwichtigsten Sachen wie Wohnen und Essen beziehe ich zum Glück derzeit aus dem Hartz 4-Programm, es ist knapp, aber möglich, und ich bin froh, daß es diese Möglichkeit für mich gibt. Was mich aber die ganze Zeit sehr belastet hat, ist das Gefühl, nichts Sinnvolles, Regelmässiges, Strukturiertes tun zu können, und gewissermassen zu Hause angebunden zu sein, was ja bei einer Neigung zu Depressionen nicht unbedingt förderlich ist. Ich habe zwar inzwischen sehr viel Disziplin entwickelt, was Struktur im Alltag angeht, aber es ist einfach was anderes, als wenn man jeden Tag rauskommt und unter Menschen ist, und eine Arbeit hat.
Ich hätte mir gern schon lange "probeweise" einen Minijob besorgt (Vollzeit zu arbeiten ist bei meiner derzeitlichen Befindlichkeit trotz Motivation einfach nicht drin), das Problem dabei ist, daß ich damit meinen Grundunterhalt komplett verlieren könnte, und auch nicht guten Gewissens einen Arbeitsvertrag unterzeichnen könnte, weil ich mich ja nicht bei voller Kraft und komplett gesund fühle, und auch keine Diagnose und somit auch keine Behandlung habe. Gewissermassen eine Pattsituation.
Wunderbarerweise ist mein Problem in den vorhandenen Möglichkeiten und Gesetzgebungen schon vorgesehen, und es bedurfte meinerseits nur ein bisschen Mut und die Bereitschaft, überhaupt mal zu fragen, was ich für Möglichkeiten habe.
Ich habe tatsächlich das Glück, einen wirklich netten und verständnissvollen Arbeitsberater abbekommen zu haben, der mich in den letzten Monaten, in denen ich ständig auf irgendwelche Untersuchungsergebnisse warten musste, immer wieder von der Bewerbungspflicht zurückgestellt hatte, und mich niemals gedrängt hat, und nachdem ich absehen konnte, daß sich die ganze Chose weiter hinziehen wird (Kommen Sie in 4 Wochen wieder...), habe ich ihn um einen Termin gebeten, und ihn gefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, in irgendeiner zeitlich begrenzten Massnahme meine Belastbarkeit auszuprobieren, ohne daß ich gleich aus dem ganzen Stützgerüst rausfalle und siehe da: Es gibt sie!
Nun stehe ich also auf der Liste für einen sogenannten 1 Euro-Job, gestern stellte ich mich bei der zuständigen Stelle vor, und sprach mit einer sehr netten und feinfühligen Frau, die mir, unter Berücksichtigung meiner Neigungen und Fähigkeiten, aber auch meiner derzeitigen gesundheitlichen Einschränkungen bereits für Anfang Januar einen 20 Stunden-Job in einer sozialen Einrichtung in Aussicht gestellt hat. Und entweder wird sich mein Zustand durch die Herausforderung, und die neue Alltagsstrukturierung verbessern, und ich kann ganz genau herausfinden, ob mein Zustand nun tatsächlich durch die psychosomatische Komponente der langen Arbeitslosigkeit so schlecht geblieben ist (wie von einigen, ansonsten ratlosen Ärzten behauptet), ODER es geht mir weiterhin tatsächlich schlecht, oder schlechter, und ich kann wieder "begründet" auf eine weitere Diagnosesuche gehen, zumal dann genug Zeit verstrichen ist, um bestimmte Untersuchungen zu wiederholen.
Jedenfalls hat dieser schwebende Zustand der Ungewissheit und Hilflosigkeit ein Ende, und ich kann meinem Wunsch, aktiv etwas verändern zu wollen, endlich wieder Ausdruck verleihen.
Tatsächlich bekomme ich dann durch die sog. Mehraufwandsentschädigung ein wenig mehr Geld, was zudem eine Erleichterung und eine gewisse Befriedigung beinhaltet.
Nun kann ich also tatsächlich, nach langer Zeit mal wieder sagen, es geht voran, und es ist ein gewisses Erfolgserlebniss, daß ich selbst es vorangetrieben habe. Verlieren kann ich dabei nichts, nur Klarheit gewinnen, wie auch immer es weitergeht mit meiner Befindlichkeit.
Das ist, wie ich finde, ein sehr Schönes Weihnachtsgeschenk!
:-)
momoseven - 2009/12/18 11:23
486
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit
hält sich meine Wanderlust in Grenzen. Bisschen schmerzverzerrt heute, und das monatliche Beuteln hat eingesetzt. Ich ging dennoch, zum Glück VOR dem einsetzenden, starken Regen, der jetzt auf die Fenster des Horsts pladdert, mit meiner Hundini den langen Wiesenweg, begleitet vom Nachbarskind und deren Freundin, was Brasky total begeisterte, denn sie liebt sie sehr, und wird nie müde vom Stöckchen schmeissen und Rumknuddeln.
Ausserdem möchte ich heute Kräfte sparen, denn heute Abend gehe ich - tanzen!
Ja, ihr habt richtig gelesen! Nach langer Nachtlebenabsenz werde ich mich heute Abend mal so richtig anhübschen, und mit 2 sehr lieben Freundinnen auf einen SALSA- Tanzabend gehen.
In Spanien hatten wir das oft gemacht, nach der Trommelei entsprechende Musik aufgelegt, und im Wohnzimmer rumgetanzt.
Ich liebe diese Musik!
Heute will ich es also mal wagen, Schmerzen hin-oder-her, dagegen gibt es ja Tropfen, die ich mittlerweile selten genug nehme, und vor die Wahl gestellt, endlich mal wieder "Draussen", unter Menschen zu sein, unter anderem auch (Schluck) unter Männern, oder kuschelig, aber allein auf meinem Sofa zu sitzen und John Travolta beim Tanzen zuzusehen, habe ich mich heute mal für das Wagniss entschieden, rauszugehen.
In meinem früheren Leben war ich mal eine recht begeisterte Disco-und Partygängerin, das hatte sich halt in den letzten 2 Jahren auf fast gegen Null zurückgeschraubt, weil ich mich meistens zu unwohl fühlte, und auch leider zu oft zu depressiv war.
In diesem Zustand mag man sich nicht gern draussen zeigen, man schämt sich ja für seinen Zustand, man sieht sich getrennt von den fröhlichen Menschen und glaubt auch nicht mehr an die eigene Attraktivität, findet nichts zum Anziehen, fühlt sich hässlich etc., und glaubt, man würde andere nur schlecht draufbringen. Und vereinsamt leicht. Irgendwann findet man selber Ausreden für´s Stubenhocken, vor allem, wenn man sich Zuhause relativ wohl fühlt, sicher und geborgen. Das geht soweit, daß man, wie "Der Steppenwolf", den ich gestern fertiggelesen habe, manchmal so etwas wie Verachtung empfindet für das oberflächliche Tun der Nachtschwärmer, aber das ist eine Behauptung, mit der man sich selbst vor der Sehnsucht nach ein wenig Selbstvergessenheit schützen will, weil man es eine Zeitlang selbst nicht mehr geniessen konnte, oder, wenn man es mal zuviel genossen hatte. Ich werde garaniert nicht zum oberflächlichen Discohäschen mutieren, wenn ich ab und zu mal wieder auf die Piste gehe.
Eine Zeitlang war das für mich sicherlich auch wichtig, viel Ruhe, viel Zeit, alles zu überdenken, bestimmte Dinge hinter mir zu lassen, doch nun bin ich ja schon eine Weile wieder dabei, auf neuen Wegen zu gehen, irgendwas in mir möchte sich gerne wieder mehr öffnen, und zu meinem grossen Glück habe ich diese liebe Freundin, die mich da ganz entzückend animiert und mitzieht, also HOPP!
Ich gebe zu, ich bin ganz schön aufgeregt, aber ich freue mich auch so darauf, daß ich meine Angst zu überwinden bereit bin.
Es ist nicht direkt die Angst vor Menschen, denn eigentlich bin ich ja sehr kontaktfreudig, aber dieses Sich-Zeigen, Präsentieren, Hübschmachen, aus der so vertrauten Jogginganzugrolle zu schlüpfen, und sich gewisserweisse auf den "Markt" zu werfen, den Lippenstift rauszusuchen und feine Schühchen, das ist lange her.
Zu lange, wie ich nun merke.
DRAUFLOOOOS!
:-)
momoseven - 2009/11/14 15:43
458
x aufgerufen und
abgelegt unter Gesundheit