Zeit für ein kurzes Hallo!
Grutschele gerade im letzten Gruscht rum, der sich noch in meiner alten Wohnung befindet, und mache eine Pause von meiner Internetabstinenz.
Ist gar nicht sooo schlimm, zumal man wirklich viel mehr Zeit hat, und sich nicht so leicht ablenken lassen kann vom:
Bett umstellen (Doch lieber wieder nach Norden, habe geschlafen wie ein Baby heute Nacht),
Möbel ALLE wieder umstellen, Kisten auspacken, ALLES wieder umsortieren,
Badewanne ausprobieren (göttlich, Badefreuden par excellence, wollte gar nicht wieder raus),
die neue Gegend mit dem Hund erkunden (ich habe einen BACH entdeckt, den ich in meiner gesamten hier verbrachten Jugendzeit nie gesehen habe, war nicht mein Revier...).
Es ist schon erstaunlich, diesen Umgewöhnungsprozess bei sich selbst zu beobachten. Vorgestern morgen, nach einer weiteren schlaflosen Nacht, hatte ich das Gefühl der totalen Fehlentscheidung, überhaupt das Gefühl, gar nicht in D sein zu wollen, unglaubliche Sehnsucht nach meinen Freunden auf Mallorca, dem Trommeln, dem spanischen Leben, mir gefiel weder die Wohnung, noch meine Zukunftsaussichten, fand einfach ALLES Scheisse, und heulte Rotz und Wasser. Danach lag ich in der besagten Badewanne, um mich herum weiss, blau, gold und Kerzenschimmer, ich entdeckte besagten Bach, fotografierte eine Amsel auf der Fernsehantenne über meinem Küchenfenster, speiste formidabel an einem richtigen Küchentisch bei Kerzenschein und stellte fest, daß mein Gebet, ich möge doch mit dem zurechtkommen, was mir gegeben ist, gewirkt hat.
Es IST einfach viel zur Zeit, aber ich mache das nicht so schlecht, finde ich. Ab und zu macht das Herzchen einen Pieks, aber es fühlt wenigstens wieder etwas, vielleicht manchmal sogar etwas zuviel, aber dafür, daß ich noch vor 2 Wochen von Depressionen gelähmt war, habe ich doch einiges geschafft.
Vor allem bin ich ein bisschen geduldiger mit mir selber geworden, und bin wach und sorgsam im Umgang mit mir, was für mich viel bedeutet.
So. Kaffee ist alle. Die letzten Kisten rufen, die blöden Dinger können immer noch nicht alleine laufen...
Und ACTION!!!
momoseven - 2009/04/02 13:41
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Muss heute meinen Strom anmelden, und nutze die Zeit für eine kleine Bloggerei. Danke für all die lieben Kommentare, die in der Zwischenzeit eingegangen sind. Ist schön, wenn man soviel zu lesen bekommt, wenn man reinschaut.
Nachdem meine erste Nacht ziemlich schlaflos war (Ungewohnt, so ohne Ohrstöpsel, und es war einfach zu ruhig;-)), bin ich heute nach feinem Schlummer wohlig aufgewacht, und stellte fest daß sich die veränderte Schlafrichtung (Vorher Kopf nach Norden, jetzt nach Osten) zum Glück nicht negativ auszuwirken scheint.
Beim nächtlichen Gang stellte ich begeistert fest, daß ich durch´s Badfenster den grossen Bären sehen kann, und durch´s Küchenfenster derzeit die abendliche Mondsichel.
Nach 2 Tage schweren Einräumens sieht es auch so langsam nicht mehr wie ein Kistenlager, sondern wie eine Wohnung aus, ich habe Musik, ich habe Glotze, ich hab mir schon ein Süppchen gekocht, und meine Hundini, die mir am ersten Tag auf Schritt und Tritt gefolgt war, hat sich auch wieder beruhigt, und nahm auch den neuen Spatzierweg mit Begeisterung an.
Alles also im grünen Bereich, seltsam noch, umständlich, weil ungewohnt, und witzigerweise hatte ich gestern abend plötzlich Lust, einen Riesenlärm zu machen (was natürlich nicht ging), es war einfach eine Reaktion auf die relative Stille des abendlichen Hauses, etwas, was ich eher nicht mehr gewohnt war.
Es ist schon wirklich seltsam, kein Internet zu haben, wenn man es mal eine Weile gewöhnt war (Auf Malle hatte ich 8 Jahre keines), man fühlt sich wie abgeschnitten, aber es stimmt schon, es ist auch mal gut, so eine Aus-Zeit zu haben, vor allem, wenn man wie ich, in der letzten Zeit ständig davorhing. Lebe sehr intensiv im Moment, mache Eins nach dem Anderen und fühle mich ziemlich stillvergnügt derzeit.
So, Tagesordnung, ich komme!
Bis demnächst, Ihr Lieben!
momoseven - 2009/03/31 13:13
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wachte ich völlig zerschlagen auf meinem matrazenlosen Lager auf, gefühlte 100kg schwer, und wie so oft kurz nach dem Aufwachen von Gefühlen erwischt und überrannt, die ich normalerweise am hellichten Tag gar nicht an mich ranlassen würde. Obwohl ich mir in den letzten Monaten nichts sehnlicher gewünscht habe, als eine ruhige Wohnung für mich allein, überfiel mich da heute Morgen auf dem Boden das kalte Grausen ob der Vorstellung, dieses laute, fröhlich Gelärme hier nun nicht mehr zu hören, nicht mehr Teil eines "wir" (so genervt ich davon oft war) zu sein, ich sah mich allein in der stillen Wohnung ohne Telefon und Internet die Wände hochgehen, meine Idee verfluchend, allein könnte es mir besser gehen.
Natürlich ist das kompletter Quatsch, und ich muss nun selber über meine Gedanken von heute morgen lächeln.
Der menschliche Geist ist ein wahrhaft verrücktes, wiedersprüchliches Gebiet, und in den Jahren habe ich viel gelernt, auch, mich selbst besser zu kennen und zu verstehen.
Ich weiss, daß ich mich so ziemlich an alles gewöhnen kann, und es mir auch wieder abgewöhnen. Ich weiss auch, daß dies, je älter ich werde, immer länger dauert, obwohl ich mich noch immer für recht flexibel halte, und mich auch bemühe, das zu bleiben.
Ich kenne mittlerweile das Phänomen meiner verzögerten Reaktionen, und akzeptiere immer mehr, daß ich es nicht abkürzen kann, wenn ich mich nicht selber ins AUS schiessen will.
Ich weiss, daß nun erst einmal ein grosses Loch auf mich wartet, eine Leere, die entsteht, weil alles das, was mich die letzten Monate vehement beschäftigt hat, wegfällt, und daß sich diese Leere erst nach und nach mit neuen Inhalten füllen muss.
Ich kann es nicht verhindern, es ist ein Prozess, der seine eigene Zeitqualität besitzt, und ich schaue mir zu, wie ich den Moment hinauszögere, rüberzufahren mit meinen Decken und meiner Zahnbürste, aber in all dem Sträuben in mir spüre ich auch ganz neuen Mut, und die alte Qualität, die mir in den letzten 2 Jahren ein wenig abhandengekommen ist: Die Bereitschaft, ins kalte Wasser zu springen, von vorne anzufangen, Schwierigkeiten auf mich zu nehmen, mit dem Vertrauen, daß ich es schon schaffen werde.
Die Tür am Ende dieses langen Ganges ist offen, ich kann nur noch nach vorne...
momoseven - 2009/03/29 13:01
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Nicht vergessen, falls Ihr morgen wichtige Termine habt:
Heute Nacht wird die Uhr 1Stunde VOR gestellt!
Also wenn Ihr morgen früh um 7h aufwacht, ist es plötzlich schon 8h, (und der Zug ist schon weg...)
und morgen abend, wenn Ihr denkt, es ist noch so hell, es ist erst 7h, dann ist es schon 8h.
Oder so!
Schönen Abend noch!!!
momoseven - 2009/03/28 21:42
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Heute war DER Tag! Der grosse Umzug!
7 Helden und 3 Heldinnen, und 7 Autoladungen auf 5 Autos.
Jeweils 2 Stockwerke in ca. 300m Abstand. In 2 Stunden.
Ach was, 1 1/2h, wäre das fröhliche Palaver dazwischen nicht gewesen.
Obwohl da ziemlich viele Komponenten am Werk waren-
ich glaube, von meinen ca. 20 war dieses der entspannteste und fröhlichste Umzug.
Es ist nichts kaputtgegangen!
Ich bin NICHT nervös geworden!
Ich bin NICHT ausgeflippt, und ich bin NICHT vor Erschöpfung umgefallen! Alles schon vorgekommen.
Nein, im Gegenteil: Ich sass noch 3 Stunden mit der Lieblingsheldin in den nun fast leeren Räumen (nun ja, FAST leer, sieht man von der Wagenladung Gruscht ab, die ich jetzt einfach noch um mich brauche), französisches Pic-Nic auf dem Boden haltend,
zeitlos entspannt, als würde sich nicht gerade mein gesamter Lebenshintergrund entscheidend ändern.
Na ja, ich bleibe im selben Ort, und dennoch wird es für mich wie auf einem anderen Stern sein.
Heute und vielleicht auch noch morgen werde ich hier mein Matrazenlager (ohne Matraze) halten, hab noch ein paar Wagenladungen Wäsche zu waschen, drüben muss der Herd und der Kühlschrank noch aktiviert werden, und, so seltsam es auch klingen mag, so sehr ich mir gewünscht hatte, hier rauszukommen, so ganz einfach ist es nicht, so urplötzlich in eine fast fremde Umgebung zu wechseln. Ist ja immer so bei einem Umzug, man guckt sich das 10 min an, dann vielleicht nochmal 12 min, dann sagt man "Ja", und weil man seinen Namen auf ein Papier geschrieben hat, und ´ne Menge Kohle gelöhnt, ist das dann sein neues Zuhause. Die Seele hinkt da bei mir IMMER hinterher, und zum Glück kann ich mir im Moment die Freiheit nehmen, noch 1-2 Tage rumzutrödeln, bis es richtig bei mir angekommen ist.
Einen grossen Nachteil hat das Ganze im Moment:
Ich habe dort noch kein Internet, was bedeutet, daß ich Euch in nächster Zeit nur alle paar Tage besuchen kann, aber vielleicht ist das auch mal ganz gut, so kann ich mich ganz darauf konzentrieren, mich einzurichten, mich einzufühlen in mein neues Zuhause unter dem Himmel.
momoseven - 2009/03/28 20:58
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Ab und an tauchen immer mal wieder diese Stöckchen auf, und wenn ich nicht gerade nach der Farbe meiner Unterwäsche gefragt werde, oder welches Make-Up ich am liebsten benutze, oder was mein Schatz zum Frühstück isst, oder dergleichen, bin ich eigentlich gerne dabei.
Dieses ist besonders interessant, weil es eigentlich als Zufallsgenerator funktioniert, und doch erstaunlich wahre Sachen dabei rauskommen können.
Ich habe es
bei einer netten Nachbarin, und
noch einer netten Nachbarin gefunden, und ehrlichgesagt, habe ich mit meiner langen Leitung eine Weile gebraucht, bis ich kapiert habe, wie es geht. Ich dachte, man googelt seinen Vornamen und das Wort "braucht" und dann kommt eine dieser Lustig-Webseiten, in denen Spielchen mit Namen getrieben wird, aber es geht so: man googelt Vorname und "braucht" und nimmt dann die ersten 10 auf der Trefferliste erscheinenden Sätze heraus.
Da mein Vorname inzwischen kein Geheimniss mehr ist, hier die
(kommentierten) Originalergebnisse:
1) Simone braucht Hilfe (Mmmh, I get high with a little help from my friends!)
2) Simone braucht diese Show nicht ( Germany´s next Topmodel, Superstar und Big Brother, Dschungel und Auswander-Umzugs-gefallene JugendlicheReicheÄrsche- Gerichtsvollzieher-Millionen-Selbstbeweihräucherungs-Bauchpinsel-
Shows, mal ehrlich wozu braucht man sowas???)
3) Simone braucht mal `nen Schluck (mal sehen: Viloria Gran Reserva, Valdepenas, Vaaale, porque no, un vasito...)
4) Simone braucht Beratung, sie ist auf der Suche nach Liebe ( Im Moment tät´s auch erstmal ein guter Job...)
5) Simone braucht schon zum Frühstück ihr Toast mit Schokostreusel (Urrgggsss!!!!)
6) Simone braucht ewig (Naja, stimmt schon, das kommt daher, daß sie so sorgfältig wie möglich sein will)
7) Simone braucht dieses betriebsame Leben
(Jaja, das stimmt schon auch, und wenn ich auch immer über Stress stöhne, es ist ein Lebenselixir, das das Beste aus mir herausholen kann, zumindest so lange, bis ich umfalle...)
8) Simone braucht noch 3 Helfer
(ja bitte, Samstag ab 13h, mehr wäre auch nicht schlecht...)
9) Simone braucht mal ein Spiel
(Job hin oder her, ein Liebesspiel wäre gar nicht unerwünscht, aber nicht ZU betriebsam...)
10) Mal im Ernst, keiner braucht blaukarierte Schuhe! Oder doch?
Simone???
(Äh, nee, nich wirklich, blau mag ich nicht so, aber wie wäre es mit LILA???)
Also, das hat wirklich mal Spass gemacht, (ich hoffe Euch auch), und kam gerade richtig zum Entspannen vom In-Kisten-reinfallen, Schrankbretter wuchten und Kleiderberge versetzen.
Euch allen noch einen behaglichen Abend!
:-)
momoseven - 2009/03/26 19:17
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In meinem Mondkalender steht heute:
Geniessen Sie doch heute bei Neumond einmal bei wolkenlosem Nachthimmel den Anblick der Sterne...
Hahaha!

Sonne, Mond und Sterne sind seit Tagen ersatzlos gestrichen, die alles beherrschende Himmelsmodefarbe bleibt Grau.
Und dieses hübsche Ersatzfirmament wurde gestern abend beim Science-Fictionabend weggeknurpselt...
Dennoch, obschon unsichtbar, scheinen meine Sterne langsam günstiger für mich zu stehen.
Ich FREUE mich auf die neue Wohnung, und diese Freude treibt mich nun auch wieder vorwärts.
Habe gestern 7h Kisten gepackt, den halben Kleiderschrank aussortiert , wobei ich von den meisten Schlank-auf-Mallorca-Plünnen Abschied genommen habe.
Das soll jetzt nicht Dick-in Deutschland bedeuten, aber bestimme Zeiten und Maße sind einfach vorbei, da hilft auch kein Zwängen mehr...
Ich hoffe, daß Die-den-Tanz-bringt ihre helle Freude daran haben wird!!!
Tagesplan für heute:
Hund befeuchten, Kisten packen, Kisten packen und -
Kisten packen!
Ach ja, und Kisten schleppen, die blöden Dinger laufen leider nicht von alleine.....
momoseven - 2009/03/26 07:45
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Habe lange nichts geschrieben, für meine Verhältnisse.
Konnte einfach nicht.
Meine Wanderungen in und ums graue Zimmer sind auch für mich nicht mehr aufschreibenswert, der Nebel im Kopf lässt keine Worte frei, die wirklich etwas bedeuten könnten, der Humor hatte sich ein paar Tage freigenommen, das Herz glaubte mal wieder, es sei roter Alarm.
Inzwischen hat sich alles wieder ein wenig beruhigt. Was mir von innen nicht gelang, nämlich diese dämliche Tür zu öffnen, gelang lieben Menschen von aussen, die mir den Schlüssel unter dem Türspalt durchschoben, so daß ich sie aufschliessen konnte, und sehen konnte, daß da draussen Freundlichkeit und auch Freundschaft auf mich wartet.
Hier draussen, in der wirklichen Welt herrscht nun nicht gerade das ideale Umzugswetter, gestern haben wir zwischen den Schneeschauern die ersten Kisten in mein neues Domizil gebracht, und es war vor allem ein symbolischer Akt für mich, zu sehen,daß die Veränderung nun begonnen hat.
So sehr ich mir diese Veränderung wünsche, so schwer fällt es mir noch, den Platz zu demontieren, andem ich nun 1 Jahr gelebt habe.
Wieder von vorne anzufangen, fällt mir nicht mehr so leicht wie früher, ich ertappe mich beim Rumtrödeln und Rumdrucksen und erkenne meine Schwierigkeit, alles wieder in die Hand zu nehmen und neu zu ordnen.
Doch, der Anfang ist gemacht, am Samstag sind Helden geladen, und die beste aller Heldinnen kommt auf ihrer Grossraumkutsche angeritten und es ist zu hoffen, daß es gerade dann nicht in Strömen regnen will, oder etwa so wie jetzt schneien.
Es war schon immer so, daß sich mein Inneres ziemlich deutlich im Aussen spiegelt, weßwegen es mir immer schwerfiel, Dinge zu ordnen, oder auszusortieren, und meine Räume meist von 1000 kleinen Dingen angefüllt sind, von denen ich immer genau weiss, wo sie sind, die ich aber selten bewege.
So ist dieser Umzug auch eine seelische Arbeit an mir, und auch wieder eine Chance, eine neue innere Ordnung zu schaffen, und Altes loszulassen.
Ich werde mir jetzt 2 Kisten ins Zimmer stellen, eine für das, was weiter in meinen Leben bleiben soll, und eine für das, was ich loslassen will.
Ich hasse es, Sachen wegzuschmeissen, die nicht kaputt sind, und die man irgendwann vielleicht doch brauchen könnte, oder Sachen, die ich einst geschenkt bekam,aber zum Glück hat meine neue Wohnung viel Stauraum, für solche Dinge, denen ich mich zu einem späteren Zeitpunkt wieder widmen kann.
Prioritäten zu setzen ist sauschwer für mich, irgendwie ist doch alles wichtig, und möglichst gleichzeitig möglichst perfekt zu erledigen, und zu behandeln, und damit liegt die Hochsensible schon wieder auf der Nase.
Also: Wir üben das jetzt!!!
(Ich lese das Geschreibsel durch und denke, meine Güte, wie wirr ist das denn wieder, aber ich habe mir trotzdem ein bisschen Mut angeschrieben, und lasse das jetzt einfach mal so stehen...)
momoseven - 2009/03/25 09:34
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Die letzten Tage waren eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Freude über den baldigen Umzug, vor allem, als ich morgens in die WG-Küche kam, abgewechselt von tiefster Frustration über den destruktiven, papierverschwendenden Einfallsreichtum der unbeliebtesten Behörde, die es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht haben, eh schon demoralisierte Menschen gründlich zu verunsichern, und mit schier unerfüllbaren Aufgaben zu belegen, um sie dann beim nächsten Besuch, wieder in Sicherheit wiegen zu lassen, während sie sich die nächste Quälerei ausdenken. Ich habe vor 2 Monaten ALGII beantragt, bin postalisch mit Formularen geradezu überschüttet worden, habe aber noch keinen einzigen Job angeboten bekommen, ja noch nicht mal meinen Arbeitsberater kennengelernt, geschweige denn Geld bekommen, da mein Antrag noch immer nicht genehmigt ist.
Die Vermutung kommt auf, daß die dort beschäftigten Beamten speziell nach der Fähigkeit ausgesucht werden, nicht lächeln zu können, und die Fähigkeit aufweisen müssen, durch an der Grenze des Zulässigen an Formular- und Nachweisforderungen Zeit zu schinden, mit dem durchschaubaren Ziel, Leute so zu frustrieren, daß sie die Antragsstellung aufgeben, wobei ich, wieder mal auf dem Gang wartend eine erstaunliche Szene miterlebte: Eine der Angestellten sprach SEHR freundlich zu einem der Wartenden, beruhigte ihn in irgendeiner Angelegenheit, und als er sich schon zum Gehen wenden wollte, wollte sich die Dame mit einem Händedruck verabschieden, was den armen Mann sichtlich aus der Fassung und aus dem Gleichgewicht brachte, man sah ihm an, daß er mit SOWAS in diesen Gemäuern nicht gerechnet hatte, und er wäre fast gestolpert.
Diese ist wohl eher leider die Ausnahme.
Auf dem Klo machte sich der ganze Frust und Hass in wütenden Parolen auf der Klowand breit, leider hatte ich meine Kamera nicht mit, da stand zwischen übelsten Beschimpfungen und Obszönitäten ganz klein hingekrakelt: " Ich hasse Deutland", und anders als das andere, wüste Geschreibsel strahlte es Traurigkeit und Verzweiflung aus.
Ich selbst konnte dann, wieder Erwarten doch einigermassen erfolgreich diese Hallen erleichtert verlassen, wobei mir sonnenklar ist, daß eine mündliche Zusage, daß alles in Ordnung sei, nicht sehr viel wiegt, immerhin bin ich aber auf der Schikanierstufe bereits durch eisernes Durchhalten und unerschütterliche Freundlichkeit etwas weiter nach oben gerutscht, wo das Die-halten-wir-hin-bis-sie-weich-wird-Etikett wieder abgezogen wird, und die Bürokratie ihren gewohnt langsamen Schneckengang weitergeht, es sei denn, denen fällt noch irgendwas ein.
Mit dem Gefühl, Schwerstarbeit geleistet zu haben, gehe ich nun in das Wochenende, welches hauptsächlich aus Kisten packen, Aussortieren, Zeitungsannoncen wälzen und Bewerbungen schreiben bestehen wird.
Jaja, die faulen Arbeitslosen...
momoseven - 2009/03/20 17:33
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Habe aus versehen meinen Beitrag "UFO-Entwarnung" gelöscht.
Sowas ist mir ja noch nie passiert... Mist!
Den krieg ich jetzt auch nicht mehr zusammen.
Huh, man sollte immer GANZ GENAU gucken, bevor man die Löschen-Taste drückt...
Ist eh schon vorbeigeflogen...
momoseven - 2009/03/18 11:48
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Es ist mal wieder so weit!
Ca. alle halbe Jahre muss ich meine Heimstatt mit roten Handtüchern auslegen und meine kleine Zicke mutiert zur Riesen-Super-Zicke.
Auf der Wiese muss ich sie anleinen, und notfalls mit Gewalt irgendwelchen geifernden Rüden entreissen, denen sie nur allzu gerne mit ihrem koketten Rehblick ihr kleines Ärschlein hinstrecken würde.
Zum Glück sind die meisten ihrer Verehrer 2 Stockwerke grösser, so daß es meistens bei einem Luftakt bleiben würde, aber gestern hat sie in 100m Entfernung einen grössenkompatiblen Kameraden ausgemacht und ich musste sie vom potenziellen Rendevouspunkt wegtragen, was mir ausserordentlich beleidigte Blicke eingetragen hat. Ich hatte sie nie sterilisiert, und werde es auch nicht tun, so einen starken Eingriff in ihre Natur würde ich ihr nicht zumuten wollen. Normalerweise haut sie auch nie ab, bis auf das Eine mal in Mallorca, (waren das entzückende Babys...), deßhalb müssen wir jetzt halt mal eine Weile sehr vorsichtig sein.
Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich ihre Fruchbarkeitsphase auch auf ihre Psyche auswirkt, habe schon die Samthandschuhe bereitgelegt, denn sie schwankt zwischen totalem Zärtlichkeitsdrang und hartschädeligem Freiheitsdrang, seufzt und grunzt in einem fort, ist morgens absolut verpennt und schlechtgelaunt, und isst nur noch 5 Sterne, wenn überhaupt. So ist sie sonst zwar auch immer, nur jetzt ist es dreimal so viel.
Alles in allem bin ich froh, daß es sie gibt, und nehme diese Zeiten mit Gelassenheit, und bin besonders lieb zu ihr, denn sie soll es einfach immer so gut wie möglich haben, denn trotz MEINER Macken zeigt sie mir seit so vielen Jahren, wie gern sie mich hat und ich kann mir keine bessere Freundschaft zwischen Mensch und Tier vorstellen.
momoseven - 2009/03/18 11:12
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